Gerettet: Kollision mit Fahrwassertonne – ex Admiral’s Cup-Gewinner “Rubin” gesunken

Untergang der "Rubin"

Die DGzRS-Seenotretter haben in der Nacht vier Männer und drei Frauen aus einer Rettungsinsel vor Cuxhaven geborgen. Ihre gesunkene “Sharki” segelte unter polnischer Flagge. Als “Rubin” hat sie 1973 den Admiral’s Cup gewonnen.

Rubin, Sharki

Die ex “Rubin” segelt seit 2002 als “Sharki” unter polnischer Flagge. © Yacht Klub Polski Szczecin

Die Seenotretter der Station Cuxhaven haben in der Nacht zu Mittwoch in einem dramatischem Einsatz sieben Segler aus einer Rettungsinsel vor Cuxhaven geborgen, nachdem ihre Segelyacht kurz zuvor gesunken war.

Um kurz vor 23 Uhr ging der Notruf bei der Küstenfunkstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ein. Eine Frau berichtete, dass sie sich mit sechs weiteren Seglern auf der Yacht „Sharki“ befände, die sehr schnell sinken würde. Die von ihr angegebene Position befand sich mehrere Seemeilen vor Cuxhaven.

Der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ der Station Cuxhaven und das Tochterboot „Mathias“ machten sich auf den Weg zum Unfallort. Auch das Küstenstreifenboot „Bürgermeister Brauer“ der Wasserschutzpolizei Hamburg lief laut Angaben der DGzRS sofort aus.

Gekentert und untergegangen

Über „Bremen Rescue Radio“ wurde die umliegende Schifffahrt informiert. Kurz darauf meldete sich der Kapitän des belgischen Frachters „Fast Sam“, der die Segelyacht gesichtet hatte. Sie hatte schon schwere Schlagseite. Wenig später mussten sich die Segler in die Rettungsinsel retten als „Sharki“ kenterte und unterging.

Der 90 Meter lange Frachter blieb in der Nähe der Rettungsinsel. Die Tochterboote des Seenotrettungskreuzers und des Polizeibootes sicherten die Rettungsinsel und die Schiffbrüchigen wurden gegen 23.30 Uhr auf das Boot übernommen. Die „Bürgermeister Brauer“ nahm die Rettungsinsel in Schlepp.

Die Schiffbrüchigen – vier Männer und drei Frauen – wurden von den Seenotrettern mit heißem Tee und trockener Kleidung versorgt. Bis auf den Schrecken und eine kleinere Schnittverletzung eines Seglers sind die sieben mit dem Schrecken davongekommen, heißt es in der DGzRS-Meldung.

Fahrwassertonne gerammt

Die Crew aus Polen gibt an, dass sie etwa fünf Seemeilen westlich von Cuxhaven vermutlich mit einer Fahrwassertonne kollidiert sei. Die 15 Meter lange „Sharki“ befand sich auf dem Weg vom Nord-Ostsee-Kanal nach Helgoland.

Bei der “Sharki” handelt es sich um die legendäre ehemalige “Rubin”, die 1973 zusammen mit “Saudade” und “Carina III” erstmals für Deutschland den Admiral’s Cup gewonnen hat. Skipper war der 2014 verstorbene langjährigen Präsidenten des Deutschen Segler-Verbandes, Hans-Otto Schümann. Die Yacht wurde vonm renommierten amerikanischen Designbüro Sparkman&Stephens entworfen und lief 1972 bei der deutschen Burmester Werft vom Stapel.

2002 wurde die Yacht einer Generalüberholung unterzogen und fährt seitdem beim Yacht Klub Polski Szczecin unter polnischer Flagge. Regelmäßig wird sie mit Chartercrews besetzt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

6 Kommentare zu „Gerettet: Kollision mit Fahrwassertonne – ex Admiral’s Cup-Gewinner “Rubin” gesunken“

  1. avatar Andreas Borrink sagt:

    Schade, was für ein stolzes Schiff. Für mich die schönste Rubin ever – S&S, formverleimt, innen noch mit richtigen Kojen. Schwesterschiff der Kieler “Duva” (aktuell zu haben: ****LINK VOM ADMIN ENTFERNT****) von Dr. Lubinus, die sie damals in einem Stechen vor Kiel um den dritten Teamslot ganz knapp geschlagen hat.

    Aber wie es aussieht, wird sie jawohl geborgen, da sie nun ein Schiffahrtshindernis ist. Vielleicht sehen wir sie ja irgendwann wieder auf dem Wasser. Wäre schön.

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    • avatar Thomas sagt:

      Die Fakten stimmen nicht so ganz: es handelt sich bei der havarierten Yacht um die Rubin IV, das Schwesterschiff war die Jan Pott von Norbert Lorck- Schierning. Beide Schiffe fuhren später über Jahre bei der Hanseatischen Yachtschule als Ausbildungsyachten. Der Bau der Yachten muss unter einem schlechten Stern gestanden haben, da auch die ehemalige Jan Pott gesunken ist und auf dem Grund des Mittelmeeres liegt.

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  2. avatar Heinz Schultz sagt:

    Die Polnische SY. ” ” Sharki ” wurde 1967 bei Sommerfeld als formverleimte Schale für Herr H O Schümann
    gebaut, der Ausbau der Schale erfolgte bei A & R in Bremen, das Schiff bekam den Namen ” Rubin “. Es war die ” Dritte Rubin ” von Herrn Schümann.
    Das Schiff wurde bis 1972 vom Eigner gesegelt, und kam 1973 in den Besitz des ” Hamburgischen Verein Seefahr “. Der neue Name war ” Störtebeker” die Segelnummer war G 161, das Rufzeichen DGSH.
    1992 wurde die ” Störtebeker ” nach Italien ( Genua” ) verkauft.

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    • avatar thomas sagt:

      Leider ist der Kommentar von Herrn Schultz was die SY Sharki betrifft völlig falsch und auch unnötig, da bei gründlicher Recherche im Internet alle Fakten zu den AC- Teilnehmern und Yachten von 1973 zu finden gewesen wären!. Mit einer Konstruktion von 1967 wäre der Admiral`s Cup 1973 wohl kaum zu gewinnen gewesen. Zur Rubin III kann ich mich nur in einem Punkt äußern: die war 1973 für Deutschland nicht dabei.
      Die Segelnummer des AC- Gewinners Rubin IV ist übrigens G114 gewesen. Der Riss hängt bei mir zuhause im Arbeitszimmer, da ich mehrfach auf dem Schiff gesegelt bin.

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      • avatar Marion sagt:

        Ich kann den Kommentaren von Thomas nur zustimmen! Auch ich bin auf der ex Rubin IV mehrfach (!!!!) gefahren. Habe auch den Riss im Büro hängen! Sie fuhr unter dem Namen “SY Flensburg”, Segelnummer G114, lange Jahre für die Hanseatische Yachtschule Glücksburg (DHH)!

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  3. avatar hape sagt:

    Die Sharki wird weiterleben. Obwohl sie zwei Tage auf Grund lag, hat sie offenbar keine strukturellen Schäden erlitten. Nach einer provisorischen Reparatur ist sie seit heute früh auf dem Weg in ihren Heimathafen. Den NOK hat sie bereits hinter sich gelassen.
    https://youtu.be/c7EU2unY-3Y

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