Gestorben: Jeff Martin machte die Laserklasse groß – aus dem Skilift gefallen

Mister Laser

Jeff Martin

Jeff Martin © Daniel Smith

Jeff Martin (65), der 40 Jahre lang als Exekutivsekretär der Internationalen Laser-Klassenvereinigung vorstand, ist beim Skiurlaub im französischen Alpenort Méribel verstorben.

Der 65-Jährige Brite Jeff Martin, der seit gut 40 Jahren die Geschicke der Internationalen Laserklasse bestimmt hat, ist verstorben. Der im englischen Falmouth lebende Funktionär, der wie kein anderer mit der Klasse verbunden war, erlitt einen Herzinfarkt auf dem Skilift und rutschte dann aus einer Höhe von rund zehn Metern aus der fahrenden Gondel. Die Wiederbelebungsversuche dauerten mehr als eine halbe Stunde, aber Martin wurde am Unfallort für tot erklärt.

Martin saß offenbar zu zweit mit einer Freundin in dem Sechser-Lift und soll 100 bis 200 Meter gefahren sein, als der Infarkt einsetzte. Sie konnte nicht verhindern, dass er aus dem Sessel rutschte. Dabei ist nicht klar, ob der Sicherheitsbügel nicht verschlossen war.

Eckpfeiler der Laserevents

In einem ersten Beileid-Schreiben heißt es von der Internationalen Klassenvereinigung: “Jeffs Engagement für den Segelsport war beispiellos. 40 Jahre lang wirkte er als Executive Secretary der International Laser Class Association. Jeff war ein Eckpfeiler der Laserevents. Er wirkte bei jeder Organisation von Laser Open Weltmeisterschaften mit, außer bei der ersten 1974, als er noch selber aktiv war. Der Verlust von Jeff Martin wird in der gesamten Segelwelt spürbar sein, und unser tief empfundenes Beileid gilt Jeffs Familie und Freunden.”

Martins Verdienst war es, die Stärke der Laserklasse auszuarbeiten: Das Gleichheitprinzip. Es bezieht sich nicht nur auf das Material, das nach wie vor bei jeder Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen vom Veranstalter gestellt wird, sondern auch auf die Abläufe. Martin war jeweils selber beim Meisterschaften auf dem Startschiff vor Ort, und überwachte, ob die jeweiligen Wettfahrtleiter etwa beim Frühstart-Prozedere, die für gut befundenen Standards der Klasse einhalten.

Der Brite ist als einer der einflussreichsten Funktionäre im Segelsport bekannt und führte beim Weltseglerverband auch eine Zeitlang das Komitee der Klassenvereinigungen.  Sein Know How basierte auf der eigenen Zeit als Spitzensegler. Er übte den Sport seit seinem 13. Lebensjahr aus und segelte Kielbooten, Offshore-Yachten, insbesondere Vierteltonner, aber auch Laser.

In den 70er Jahren startete er in der neu aufkommenden Tornado-Katamaranklasse und gewann unter anderem die Europameisterschaft. Allerdings verpasste er den britischen Platz für die Olympischen Spiele von Montreal 1976. Seine Gegner Reg White und John Osborn gewannen damals die Goldmedaille.

 

 

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Carsten Kemmling

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