Gestorben: Prinz Henrik von Dänemark war ein erfolgreicher Drachensegler

"Großartiger Segler"

Prinz Henrik ist gestorben. Der Franzose hatte es nicht immer leicht in seiner dänischen Königsfamilie. Aber er blühte auf, wenn er unter Seglern war und seinen Drachen bewegen konnte.

Henrik beim Silver Cup in seiner französischen Heimat.

Mit Henrik, dem Prinzgemahl der dänischen Königin Margrethe, hat der Segelsport einen großen Fürsprecher verloren. Der in Frankreich geborene Henri Graf de Laborde de Monpezat litt in den vergangenen Jahren an Demenz und hatte sich im Januar eine Lungenentzündung zugezogen. Außerdem war ein gutartiger Tumor in der Lunge entdeckt worden. Er starb auf Schloss Fredensborg nördlich von Kopenhagen im Beisein seiner Frau und seiner beiden Söhne Kronprinz Frederik und Joachim im Alter von 83 Jahren.

Prinz Henrik unter Spi. 2011 beim Auftakt in Cannes segelte er im Spitzenfeld. © Rolex/Daniel Forster

Henrik machte 2002 Schlagzeilen, als er beleidigt auf seinen französischen Landsitz floh, weil ihm Sohn Frederik in der Thronfolge vorgezogen worden war. Später erregte er Aufsehen mit seinem Bekenntnis, Hunde durchaus zu mögen – am liebsten gebraten und gewürzt. Oder er wurde er auf einem Empfang schon mal mit offenem Hosenstall abgelichtet.

Die Dänen sind nicht immer nett mit dem Prinzgemahl umgegangen, den es wurmte, in der zweiten Reihe hinter seiner Frau zu stehen. Er machte keinen Hehl daraus, dass er gerne König sein wollte.

Knapp an der EM-Medaille vorbei

Aber unter Seglern fühlte er sich wohl. Er segelte oft und gerne seit 1982 Regatten im Drachen und verpasste 2003 als Vierter knapp die EM-Medaille. 2011 startete er im Alter von 77 Jahren noch bei der Régates Royales in Cannes und platzierte sich im Spitzenfeld. Auf seinem Drachen ging es ihm gut.

Henrik auf dem Drachen, gerne mit Kaptiänsmütze. © Visticot

1988 hob er die Prince Henrik Silver Trophy aus der Taufe, und noch 2013 traten Dreier-Teams der Clubs Cercle de Voile d’Arcachon (CVA), Royal Danish Yacht Club
(KDY), Royal Yacht Squadron (RYS) und Royal Hong Kong Yacht Club (RHKYC) gegeneinander an. Bei einer dieser regelmäßig veranstalteten Rennen segelte Henrik in Frankreich mit seinem Sohn Frederik zusammen in einem Team. Ihm hat er die Leidenschaft für das Segeln besonders nahe bringen können.

2012 dokumentierte Henrik öffetnlich sein Interesse zum Segeln, als er spontan dem Match Race in Middlefahrt seine Aufwartung machte.

Der Drachensegler Henrik applaudiert im vollen Ornat. © J.H. Lund

Lars Hendriksen segelte fünf Drachen-Saisons mit dem Prinzgemahl. Er beschreibt ihn als “Freund und großartigen Segler”. “Mit ihm gab es keine langweiligen Momente”. Bei internationalen Meisterschaften setzte sich Henrik schon mal an ein Klavier und sorgte für Stimmung oder er lud Segler auf die königliche Yacht ein. “Ohne ihn wird die Drachenklasse nicht dieselbe sein.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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