Gestorben: “Wild Oats” Eigner Boab Oatley gibt das Steuer ab

Von Bord gegangen

Bob Oatley (87) Segel-Legende und Milliardär aus Australien ist gestorben. Seine “Wild Oats XI” hat achtmal das Sydney Hobart Race gewonnen, musste in diesem Jahr aber nach massivem Umbau mit gerissenem Groß aufgeben. 

Bob Oatley

Bob Oatley mit seinem Skipper Mark Richards nach “Wild Oats” achtem Sydney Hobart Sieg 2014. © Borlenhgi/Rolex

 

 

Der Winzer und Weinhändler Bob Oatley ist im Alter von 87 Jahren nach einer Krankheit gestorben. Der Australier gehört zu den bekanntesten Seglern des Landes, seitdem er insbesondere mit seinem 100 Fußer “Wild Oats XI” die schnellste Einrumpfyacht der Welt besitzt.

In diesem Jahr musste er diesen inoffiziellen Titel an “Comanche” abgeben, als seine Yacht aufgeben musste. Dabei hatte er sie aufwendig umbauen lassen, um gegen den US Neubau bestehen zu können. Das Duell fiel aber leider aus. Dennoch wird der Name auf ewig mit der berühmten Yacht und dem legendären Rennen verbunden sein.

Fast beim America’s Cup

Weltweites Aufsehen in der Segelszene erlangte Oatley aber 2013, als er überraschend von Larry Ellison als Challenger of Record für den nächsten America’s Cup vorgestellt wurde. Es dauerte aber nicht einmal ein Jahr, da gab Oatley, der mit einem Vermögen von rund einer Milliarde US Dollar zu den 50 reichsten Australiern gehört, das Vorhaben wieder auf.

America's Cup, Bob Oatley

Australier mit einer Hand am Cup. Boab Oatley, James Spithill und Iain Murray (r) . © ACEA/Martin Raget

Damals hatte er gesagt: “Dieses Projekt war von uns gestartet worden, um ein Format zu verhandeln, das erschwinglich ist und den Schwerpunkt auf die seglerischen Fähigkeiten legt.  Schließlich lag die Berechnung der Kosten aber weit über unseren Erwartungen. Wir sind bitter enttäuscht, dass dieses aufsteigende Team junger Australier nicht in der Lage sein wird unter unserem Banner am nächsten America’s Cup teilzunehmen.”

Oatley hatte sich mit Oracle nicht auf die gewünschten kostensenkende Maßnahmen einigen können und war nicht bereit die geschätzten 100 Millionen Euro für ein konkurrenzfähiges Team ausgeben zu müssen als es noch hieß, dass mit AC 62 Kats gesegelt werden würde. Erst nach dem Ausstieg wurde der Wettkampf mit den kleineren AC 48 festgelegt. Eine Rückkehr zog der Australier aber nicht in Betracht.

2003 hatte der Milliardär mit einem australischen Team den letzten ausgesegelten Admiral’s Cup gewonnen.  Seit Jahrzehnten dominieren Yachten mit dem Namen “Wild Oats” das Seesegeln in Australien.

Kaffee, Kakao und Wein

Sein Vermögen hatte Oatley gemacht, indem er in den 50er und 60er Jahren Kaffee und Kakao aus Papua New Guinea exportierte. Erst danach gründete er 1969 die Wein-Firma Rosemount die australischen Wein besonders in den USA erfolgreich verkaufte.

Wild Oats XI

“Wild Oats XI” vor und nach dem Umbau. © Andrea Francolini

Nach dem Verkauf erwarb er Hamilton Island, das er zu einer exklusiven Urlaubsanlage ausbaute, von der aus immer wieder hochklassige Segelregatten organisiert werden.

Für 2015 hatte Oatley noch einmal sein Sparschwein geöffnet und massiv in den Umbau seiner “Wild Oats” investiert. Er wollte noch einmal der “Comanche” Paroli bieten. Zwei Tage vor dem Sydney Hobart Start verabschiedete er wie üblich seinen Skipper Mark Richards, indem er ihm einen Glücksbringer mitgab.

Schon da soll ihm die sich verschlechternde Gesundheit anzumerken gewesen sein. Aber gerne hätte er sicher noch sehen wollen, wie sich sein extrem modifiziertes geschlagen hätte. Es war ihm nicht vergönnt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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