Golden Globe Race: Fass Whisky kann irischer Yacht Überleben sichern

Geld gegen Whisky

Im September wurde Solosegler Gregor McGuckin (32) aus Dublin von seiner beim Golden Globe Race havarierten Yacht geborgen und kurz danach der schwer verletzte Inder Abilash Tomy. Seitdem treibt seine Hanley Energy Endurance noch immer im Indischen Ozean – inzwischen etwa 1.200 Meilen westlich von Perth, Australien. Sie schien verloren. Je weiter sich das Boot von Land entfernt um so mehr stiegen die Kosten für die Bergung.

Gregor McGuckin

Gregor McGuckin präsentiert vor dem Golden Globe Start sein Fass Whiskey. © Gregor McGuckin/GGR

Die Rettung scheint nun ein Amerikaner übernehmen zu können, der gar nicht an dem Schiff interessiert ist. Ihm geht es mehr um die Fracht: Ein Fass mit feinstem sieben Jahre alten 777 Single-Malt-Whisky der irischen Brennerei Glendalough. Es soll sich noch immer an Bord der Hanley Energy Endurance befinden.

Die kleine Brennerei ist einer der Geldgeber für das Abenteuer des einzigen irischen Golden-Globe-Teilnehmers gewesen. Vor Antritt der Reise im Juni erklärte ein Sprecher von Glendalough, neugierig darauf zu sein, wie sich die Reise auf den Whisky auswirken wird – wohl auch, ob er sich der Skipper selbst beim Konsum zurückhalten kann.

Das begehrte Whisky-Fass an Bord der Hanley Energy Endurance © GGR

Auch nach der Havarie von McGuckins Yacht wollte die Brennerei das Fass nicht einfach so verloren geben. Sie lobte eine Belohnung von 1000 Euro für die Rettung der Ladung aus. Tatsächlich nahmen zwei Brüder von der US-Handelsmarine die Herausforderung an. Sie starteten eine Crowdfunding-Kampagne, um die Kosten für einen Schlepper decken zu können, waren aber lange Zeit nicht erfolgreich.

Golden Globe Race,

GGR-Segler Mark Sinclair entdeckte die Yacht von Gregor MacGuckin, der nach einer Kenterung mit Mastbruch aufgab, auf Hoher See. An Bord soll sich ein Fass Whisky befinden – nur falls jemand zufällig in der Nähe sein sollte © sinclair/ggr

McGuckin

McGuckin hatte schon ein Notrigg für seine Yacht gebaut, sie aber dann doch verlassen. © amsa

Nun aber meldete sich der Whiskey-Liebhaber, und das könnte die Rettung für “Hanley Energy Endurancedie Ketsch vom Typ Biscay 36 sein.

Uku Randmaa hungert

Als nächster Finisher in Les Sables d’Olonne wird derweil der estnische Segler Uku Randmaa erwartet. Er hat allerdings noch knapp 1000 Meilen zu absolvieren. Einfach werden diese letzten Tage für den 55-jährigen Solo-Weltumsegler nicht. Denn seine Nahrungsmittelvorräte gehen zur Neige.

Nach Jean-Luc Van Den Heede und Mark Slats wird Uku Randmaa am 11. oder 12. März im Ziel erwartet © GGR

Eigentlich habe er diese mit frischem Fisch auffüllen wollen, erzählte Randmaa den Organisatoren des Rennens. In der letzten Woche sei ihm jedoch kein einziger Fang gelungen. Er habe geschätzt schon mehr als 20 Kilo abgenommen. Exakt berechnet verfügte der Este vor einer Woche noch über 60 Löffel Reis, 20 Päckchen Trockensuppe, 23 gefriergetrocknete Mahlzeiten, 15 Teebeutel und vier Löffel Zucker.

Außerdem wollte ihm die Jury eine Strafe auf See von 65 Stunden aufbrummen, weil Randmaa auf dem Atlantik per Funk bei seinem Team Wetterinformationen eingeholt hatte. Wegen der Nahrungsproblematik hat  die Jury aber das Weitersegeln akzeptiert und addiert die Strafzeit nach dem Zieleinlauf. Sein dritter Platz wird auch dadurch nicht gefährdet.

Die Siegerehrung beim Golden Globe Race in Les Sables d’Olonne ist für den 22. April geplant – genau jenen Tag, an dem Sir Robin Knox-Johnston 50 Jahre zuvor die erste Solo-Nonstop-Weltumsegelung beendete.

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