Haarige Ansteuerung: Patenthalse in der Hafeneinfahrt – Gegen die Strömung mit dem Wind

In der Weißwasser-Zone 

Im französischen Capbreton ist es zu einem dramatischen Near Miss gekommen, als eine Segelyacht bei der Einfahrt in den Hafen-Kanal halst, querschlägt und aus dem Ruder läuft.

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Haarige Ansteuerung: Patenthalse in der Hafeneinfahrt – Gegen die Strömung mit dem Wind“

  1. avatar Jan sagt:

    Hallo Segelreporter. Wir müssen mal reden.

    Was ist eigentlich los mit euch?
    Quergeschlagen hier, gekentert da. Neulich die Motorjacht, die explodiert ist. Was sind das eigentlich für Videos, die ihr da immer wieder hochladet. Das hat doch mit der Schönheit des Sports nichts zu tun. Segeln ist nicht einfach. Jedem geht mal was schief. Manchmal wird’s richtig übel. Siehe Spieka, diese Woche. Würdet ihr das auch hier hochladen? Hm?
    Oder ist die Grenze bei versengten Haaren und einer versenkten Yacht (inkl. Lebenstraum)?

    Meine Meinung: alles was über Hafenkino rausgeht, wovon jeder auch schon mal Opfer, ist einfach nur Gafferei. Seid ihr das? Ist das euer Anspruch an die Seite? Braucht ihr so nötig Klicks und Abos?

    Dann ist hier eine unangenehme Wahrheit: So kriegt ihr sie nicht.

    Jedenfalls nicht die Follower, die ihr eigentlich erreichen wollt. Die mehr wollen, als nur die “große Blaue” Segelbild. Ich kann mir denken, dass die “Zahlen” etwas anderes sagen. Das diese Videos enorm Klicks produzieren. Auf lange Sicht ist das ein Schuss ins Knie. Wer keinen qualitativ hochwertigen, eigenen Content liefern kann, der bekommt auch keine qualitativ hochwertigen, loyalen Follower.

    Denkt doch mal darüber nach. Ihr habt soviel, das wirklich gut ist. Habt ihr das nötig?

  2. avatar PL_info042 sagt:

    Jan, dass sehe ich anders. Grundsätzlich hast Du ja Recht. Anspruchsvoller Journalismus ist etwas sehr feines. Das gibt es ja auch auf dieser Seite. Vielleicht nicht in der von Dir gewünschten Quantität, aber es gibt Ihn.
    Diese near miss Videos könnte man unter Sensationsgeilheit abtun, aber das wäre nicht ok. Es ist doch so, dass wir vor allem aus den Fehlern Anderer lernen. Ich für meinen Teil versuche aus den Videos Handlungsalternativen abzuleiten. Wie oft kommt man schon in solche Situationen. Selbst so lange ausprobieren bis es klappt wäre ganz sicher der falsche Weg. Insofern ist es durchaus hilfreich sich das anzuschauen und zu überlegen, was man in der gleichen Situation anders oder besser machen würde.
    Im übrigen ist unser Sport so facettenreich, dass ein bisschen leichte Kost auch nicht schadet 😉
    Ich find die Mischung auf SR ganz gelungen 😅
    VG
    Andreas

  3. avatar eku sagt:

    Ich sehe das ähnlich wie PL- …
    Das schaue ich mir nicht an um mich lustig zu machen.
    Ich denke in jedem Moment darüber nach, was da wirklich los war und hoffe, das es mich bei meiner nächsten Entscheidung unterstützt.
    In dieser Situation … bleibt im Hafen .. dafür schaue ich in den Himmel, das reicht eigentlich.
    Will eigentlich nicht wissen, was die da an Bord rumgeschrieen haben (das werden sie gemacht haben!)
    Selbstverständlich hätte Kurshalten (90 grad) geholfen, aber wir wissen alle nicht was wirklich passiert ist – und wenn es nur ein panisch werdender Rudergänger war, der die Situation versemmelt hat.
    Es ist eigentlich sehr positiv, dass man in der Lage ist über Videoberichte die Fehler anderer rechtzeitig zu erkennen. Das bedeutet nicht, dass man sich darüber erhebt … es ist Lehrreich!

    Nur als Extrembeispiel: Die Geschichte mit den “Kaventsmännern” wurde immer ins Reich der Legenden verschoben. Jahrhundertelang segelten Boote übers Meer in der Überzeugung dass es diese nicht gibt. Mittlerweile wissen wir das derartige Konfigurationen auch recht nah an unserer Haustür auftreten können.

    Sonstige Beispiele:
    Elbe rein mit achterlichem Wind gegen ablaufendes Wasser – über 6 bf ein Abenteuer
    Immer: Wind gegen Strom .. kann übel nach hinten losgehen.

    Ich finde es (auch wenn es ein wenig mit Sensationslust zu tun hat) hilfreich dazu visuelles Material zu verbreiten.
    Viele können sich schlicht nicht vorstellen, dass auch 6-7 Tons (+- was ihr mögt) einfach durch die Gegend geworfen werden können.

    Leider auch zB die beiden Segler zwischen Neuwerk und HBHV aktuell.
    Es gibt genug Freunde, die mich sicherlich für feige halten. Die Ausfahrt dort in Ostia hätte ich gemacht, wenn ich sicher gewusst hätte, das die Maschine läuft … Groß ins 2.Reff, Kleine Fock ausrollbereit, Motor mit Maximum – nach 10 min ist alles ok.
    In Neuwerk hätte ich mich (nach derzeitigem Wissensstand) in den Schlafsack verpiselt (oder noch das ein oder andere Getränk genommen).
    In die Wolken schauend in beiden Fällen: bleibt im Hafen … schickes Essen und Trinken und morgen ist alles ok

    Wir brauchen, so blöd das klingt, solche Sensationsmeldungen. Der soziale Druck als “Feigling” abgestempelt zu werden ist nicht zu unterschätzen und das erschwert vernünftige Entscheidungen.

  4. avatar prospero sagt:

    Es ist eine Frage der Maßstäbe und der Gewohnheit.
    Die Crews im Video scheinen nicht besonders aufgeregt zu sein.

  5. avatar Felix Deubzer sagt:

    Wer in einer solchen Situation das Groß anstatt der Fock setzt, hat die elementaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Segelns nicht verstanden und sollte bei solchem Wetter nicht rausfahren.

    Das Groß begünstigt natürlich das Querschlagen des Schiffs massiv und gegen den dann entstehenden hohen Ruderdruck aufgrund des achterlichen Segeldruckpunkts lässt sich das Schiff auch nicht mehr zurück auf Kurs bringen… Deswegen muss er halsen und hat Glück, dass er nicht an der Mole landet.

    Gute Seemannschaft wäre es gewesen, ausschließlich das Vorsegel zur Motorunterstützung zu nutzen.

    • avatar Mirko sagt:

      Hallo Felix, ich verstehe Deinen Punkt, teile ihn aber nur bedingt. Wenn ich einen Hafen vor dem Wind ansteuere, möchte ich gerne das Groß stehen haben, um bei Gefahr sofort umdrehen, sprich aufkreuzen und Wenden, zu können. Das klappt bei vielen Booten besser mit dem Groß als nur mit einem Vorsegel. Fände interessant, welche Taktiken andere in solchen Situationen anwenden.

      Eine Anmerkung möchte ich mir noch erlauben: Dein Urteil finde ich recht hart formuliert. Der Ton in diesem und anderen Foren ist schnell mal eine Spur zu schroff. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns nicht in die Augen schauen. Diese Kommentar Funktion bietet eigentlich ein großes Potential für einen lehrreichen und unterhaltsamen Austausch – es liegt an uns dieses Potential zu nutzen.

      • avatar Felix Deubzer sagt:

        Hallo Mirko, das sollte nicht Schroff klingen. Aber ich sehe ein, dass ich es vielleicht anders hätte formulieren können. Der Kommentar war rein sachlich gemeint; deswegen kommt er vielleicht etwas hart rüber. Das ist mir erst jetzt aufgefallen.

        Ich teile deine Ansicht nicht. Wenn das Groß stehen bleibt, habe ich immer die Gefahr einer Patenthalse und das Risiko des Querschlagens und des Legerwalls, weil ich nicht mehr gegen den Ruderdruck ansteuern kann. Das Risiko habe ich mit der Fock gar nicht, egal auf welchem Kurs. Mit der Fock habe ich einfach Ruhe im Cockpit, die Geräusche sind alle weit entfernt auf den Vorschiff und ich muss nicht Schreien, wenn irgendetwas flattert. Meine Crew ist dadurch auch entspannt und keiner muss beim Aussegeln der Wellen darauf achten, wie mein Segel zum Wind steht und es ist auch relativ egal, wie dicht mein Segel geholt ist. Dadurch kann ich meine ganze Aufmerksamkeit darauf richten, dass der Seegang das Schiff immer schön der Länge nach trifft 🙂

        Ich kann mit einer normalen Slup auch nur mit der Fock wunderbar hart am Wind laufen und Höhe gewinnen, nur eben komplett ohne Ruderdruck. Das geht auch bei 30, 40 Knoten noch sehr gut. Dadurch kann ich deutlich leichter und präziser steuern und laufe nicht Gefahr, beim Wenden am Ende komplett im Wind zu stehen, und doch noch aufs Land zu treiben, weil der volle Rudereinschlag nicht mehr ausreicht, den Kurs stabil zu halten. Jeder, der schon einmal bei Starkwind nicht früh genug das Groß gerefft hat, kennt diese Situation. Außerdem schont es das Material, aber das ist hier nur ein Nebeneffekt. Deswegen soll man ja auch im Regelfall von hinten nach vorne und nicht gleichmäßig Groß und Fock reffen, was aber komischerweise nur eine Minderheit macht, obwohl dadurch gerade das Starkwindsegeln deutlich entspannter wird.
        Vielleicht bin ich deswegen ab 6 Bft meistens der einzige auf dem Wasser, während sich alle anderen panisch in die Marinas verkriechen 😀

        Ich denke deshalb, deine Sorge ist bei den meisten Schiffstypen unbegründet. Mit 23 Jahren Segelerfahrung vom Opti bis zum Dickschiff und bei allen Wetterlagen, kann ich mittlerweile sagen, was für mich persönlich gut und was nicht so gut funktioniert und was für meine Crew in kritischen Situationen am stressfreiesten ist. Meine Ansicht ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen 😉

  6. avatar Ingo Blum sagt:

    Ich reffe prinzipiell immer mit Groß und Fock. Der Lateraldruckpunkt und der Segeldruckpunkt müssen zusammen passen. Da ist eine Yacht manöverierfähig und geht längst nicht so schnell aus dem Ruder ..

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