Hochwasserdurchbruch: Wird Schleimünde mit der Giftbude zur Insel?

Das Wasser schwappt

Besorgniserregende Bilder vom Hochwasser in Schleimünde: Wo vor kurzem noch trockenes Land war, strömt plötzlich das Wasser der Ostsee – und umspült den Nehrungshaken

https://www.youtube.com/watch?v=h1DlryzCHdU

Die nicht nur bei Seglern beliebte Lotseninsel Schleimünde mit ihrem grün-weißen Leuchtturm, der Kneipe „Die Giftbude“ und ihrem kleinen Hafen an der Mündung der Schlei in die Ostse, ist eigentlich eine Halbinsel und durch das Na­tur­schutz­ge­biet Oehe-Schlei­mün­de mit dem Land verbunden. Eigentlich. Aktuelle Videos zeigen nun einen Durchbruch des Wassers an ebendieser Stelle. Was ist passiert?

Land unter nach den jüngsten Ostsee-Stürmen © Lighthouse Foundation

Schleimünde

Die markante Baumgruppe hilft bei der Ansteuerung von Schleimünde. Wie lange kann sie sich noch halten? © Lighthouse Foundation

Jens Ambsdorf, CEO der gemeinnützigen Stiftung für die Meere und Ozeane „Lighthouse Foundation“, die sich mit dem Projekt „Lotseninsel“ direkt vor Ort engagiert, erklärt gegenüber SR: „Der Strandwall wurde mittlerweile so weit abgetragen, dass sich die Ostsee ihren Weg in die Schlei suchen konnte.“

Der Strandabschnitt im Wandel der Zeit. © Lighthouse Foundation

Unerwartet komme dieser Hochwasserdurchbruch allerdings nicht. Das Problem der Küstenerosion sei dort längst bekannt und werde bereits seit mehreren Jahren diskutiert. „Was der Durchbruch für Folgen haben wird, ist schwer zu sagen, unbestritten ist aber sicherlich, dass sich die Erosionsvorgänge nun noch weiter beschleunigen werden“, so Ambsdorf.

Trotzdem warnt er vor einer Dramatisierung der Situation und betont: „Es kümmern sich bereits zahlreiche Institutionen um das Problem. Außerdem ist das jetzt nicht gleich eine riesige Katastrophe. Aber es gibt natürlich erheblichen Handlungsbedarf. Und vor allem ist jetzt eine qualifizierte Diskussion darüber nötig, wie es weitergehen soll.“

Der bedrohte Uferteil nördlich der Schlei-Einfahrt. © Lighthouse Foundation

Spenden

3 Kommentare zu „Hochwasserdurchbruch: Wird Schleimünde mit der Giftbude zur Insel?“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Das ist doch eh’ die alte Schleimündung gewesen, also back to the roots.

    “Ursprünglich war die Halbinsel ein Teil des Gutes Olpenitz, also zu Schwansen gehörig, und die alte Einfahrt zur Schlei lag nördlich von ihr. Um 1418 verschlossen Holsteiner die Einfahrt der Schlei, indem sie zehn bis zwölf Schiffe versenkten. Als die alte Schleimündung versandete, erwies sich der Bau einer neuen, weiter südlich zu errichtenden Einfahrt als notwendig.”

    Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 2

  2. avatar Flutkante sagt:

    Das Thema der Hochwassergefährdung in der äußeren Schleiregion wird bewußt kleingeredet.
    Die in Höhe und Frequenz steigenden Hochwaaser in der äußeren Schleiregion stellen eine zunehmend ernste Bedrohung für die Anwohner und Landwirtschaft in diesem Gebiet dar. Nun laufen die Hochwasser nicht nur durch Schleimündung auf, sondern ungehindert auch durch einen weiteren Zugang. Das beschleunigt die Hochwassergeschwindigkeit und erhöht sie auch noch. Seit längerer Zeit ist ein systematischer Hochwasserschutz durch einen Deich auf der Schleimündehalbinsel und ein Sperrwerk in Schleimünde angezeigt, aber scheinbar mangelt es den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik an Interesse in dieser Thematik.
    Muss erst ein vorhersehbarer kapitaler Schaden an Mensch und Natur in dieser Region erfolgen, bis es zu einer demütigen Einsicht kommt? Nur zur geschichtlichen Erinnerung: vor rund 150 Jahren wurde die norddeutsche Osteseeküste von einer verheerenden Sturmflut mit Pegelständen von über 3,5 m über nN heimgesucht.
    Die Folgen heutzutage mag sich kein Mensch ausmalen. Und es ist verhinderbar.
    Wir müssen anfangen zu Handeln.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

  3. avatar Björn sagt:

    Sammeln und anfangen zu bauen, wenn die Bewohner dort schon seit 150 Jahren wissen was kommt wundert es das diese noch tatenlos dasitzen.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

Schreibe einen Kommentar