J Class: Sechs Traumyachten segeln in St. Barth – Deutsche “Topaz” hat aufgerüstet

Auftritt der schönen Ladies

St Barth Bucket vor einem Jahr. 2017 sind sechs J Class am Start:

In St. Barth starten heute sechs J-Class-Yachten zum ersten Vergleich der spannendsten Saison in der jüngsten Klassen-Geschichte. Die Teams haben sich so gut vorbereitet wie nie.

2013 entstanden traumhafte Bilder bei der karibischen Superyacht-Regatta Saint Barths Bucket, als fünf J Class gegeneinander segelten. Und im vergangenen Jahr trat erstmals auch die deutsche J Class “Topaz” gegen die Konkurrenz ant. Diesmal dürfte die Optik allerdings noch getoppt werden, denn nun sind gleich sechs der traumhaften 140-Tonner am Start.

Das legendäre J Class Video von 2013:

Gemeldet haben Hanuman (42m) J6, Lionheart (44m) J1, Ranger (42m) J5 , Shamrock V (37m) J3, Topaz (43m) J8, Velsheda (40m) J7. Die neue “Svea” ist noch nicht am Start, wie auch “Rainbow”. Beide Schiffe werden aber im danach in Bermuda für den J-Class-Auftritt im Rahmen des America’s Cups erwartet.

Danach ermittelt die Klasse erstmalig ihren Weltmeister an historischer Stätte in Newport. Der WM Titel kann vergeben werden, weil die J-Class-Organisation in diesem Jahr der International Maxi Association beigetreten ist.

Jim Clark will es noch mal wissen

In St. Barth wird sich nun zeigen, wie es um die Form der Yachten und Crews bestellt ist. Die Eigner haben für das Super-Rennjahr 2017 mächtig in ihre Schiffe investiert. Besonders “Hanuman” steht im Fokus. Eigner Jim Clark, der den schnellsten Monohull-Maxi “Comanche” sein eigen nennt, und dem ein Zerwürfnis mit seinem Skipper und Projekt-Manager Ken Read nachgesagt wurde, will es offenbar noch einmal wissen.

Er hat Read erneut beauftragt, “Hanuman” schnell zu machen, nachdem sich das Schiff 2013 und 14 als schnellste J Class etabliert hatte. Danach musste es Niederlagen einstecken und segelte zwei Jahre lang keine Rennen mehr.

Nun ist es einem Refit unterzogen worden, hat unter anderem ein neues Rigg erhalten und zehn Tonnen Gewicht verloren. Seit eineinhalb Jahren sei “Hanuman” im Hinblick auf 2017 verbessert worden. Zehn Tonnen “Das Schiff ist gut in Form”, sagt Steuermann Ken Read. “Aber wir haben seit langer Zeit keine Rennen gesegelt und sind noch etwas eingerostet.” 

Zehn Tonnen erleichtert

Größter Gegner ist “Lionheart”, die vom Volvo-Ocean-Race-Zweiten Bouwe Bekking geführt wird. Auch der Holländer war nicht untätig. Er hat umfassende Änderungen am Segelplan veranlasst und soll ebenfalls um zehn Tonnen erleichtert worden sein. “Ich bin sehr gespannt, wie sich das für uns auswirkt. Aber alle Crews hier sind sehr gut, und ich glaube, dass jeder gewinnen kann.”

St. Barth gilt als Testregatta für die Herausforderungen der Saison und könnte mit stärkerem Wind für Probleme sorgen. Denn die Schiffe wurden eher für den leichteren Wind optimiert, der in Bermuda und Newport zu erwarten ist.

J Class

“Topaz” (l.) beim Training in St. Bart mit “Ranger”. © Cory Silken

So hat auch “Ranger” die Segelfläche vergrößert und das Vorstag weiter nach vorne versetzt. Skipper Erle Williams (ex Team New Zealand) sagt: “Das fühlt sich nun besser an, hoffentlich ist es auch etwas schneller.” Er befürchtet, dass die schwerste J Class der Flotte bei längeren Leichtwind-Kursen Probleme bekommen könnte. “Einige Schiffe sind leichter geworden und haben ihre Stabilität und das Rating verringert. Es wird faszinierend sein, in dieser Woche zu sehen, wie sich das auswirkt.” 

Bisher segelte insbesondere “Velsheda” immer auf Augenhöhe mit “Ranger”. Die 1984 aus dem Schlamm gehobene und später restaurierte Traumyacht – seit 1996 im Besitz des niederländischen Bekleidungs-Millardärs Ronald de Waal mit Wohnsitz am Zürichsee – hat ebenfalls eine neue Segelgarderobe erhalten. Navigator Legende Campbell Field brennt drauf, in St. Barth zu sehen, wo man steht.

“Topaz” mit Alinghi Steuermann

Die deutsche “Topaz” hat ihr Debut an gleicher Stelle vor einem Jahr erlebt. Damals stand noch ex Rubin Steuermann Jörg Heinritz aus Heiligenhafen am Rad. Inzwischen haben internationale Profis das Kommando übernommen. Ex Alinghi-B-Steuermann Peter Holmberg von den Virgin Islands steuert, und der kanadische Doppel-Olympiamedaillen-Gewinner im Star Ross MacDonald ist für die Taktik zuständig.

“Topaz” mit Peter Holmberg am Steuer. © Cory Silken

“Wir haben noch nicht das Level von Hanuman und Lionheart erreicht in Bezug auf Vorbereitungszeit und Training”, sagt Holmberg. “Das ist ein neues Team und wir können gerade erst anfangen, etwas zu puschen. Aber alles ist gut. Das Schiff fühlt sich gut an.”

Auch “Shamrock” hat neue Segel (Doyle Sails) bekommen. Stu Bannatyne – ex Volvo Ocean Race Sieger mit Illbruck und aktuell bei Dongfeng –  steht am Steuer und sein Kiwi-Landsmann Chris Nicholson (Volvo Skipper auf Vestas 2014) fungiert als Taktiker. In Bermuda soll Mike Sanderson zur Crew stoßen.  Boat Captain Lacey glaubt allerdings, dass erst 60 Prozent auf der Lernkurve erreicht sind.

Shamrock testet die neue Doyle Garderobe vor Palma:

Beispiel “Endeavour”. Wie sich eine J Class segelt:

Event Seite St. Barth Bucket

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Carsten Kemmling

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