Jules Verne Rekord: Sodebo muss am Kap Hoorn kreuzen – Warum der Vorsprung nicht reichen könnte

„Ich hatte einen größeren Vorsprung erhofft“

Thomas Coville liegt bei seiner 12. Kap-Hoorn-Passage immer noch auf Kurs Jules-Verne-Rekord. Er behauptet mit seiner sechsköpfigen Crew aktuell einen Vorsprung von 350 Meilen. Dabei absolvierte er mit Sodebo Ultim 3 eine um zehn Prozent längere Strecke – fast 1.500 Meilen mehr. Woran der Rekord hängt.

Mit einem Segelboot, das im Schnitt sechs Knoten mehr Speedpotenzial hat, sollte es relativ einfach sein, einen direkten Vergleich zu gewinnen. Aber obwohl sich die Zeit seit dem Rekord von IDEC Sport 2017 sichtbar weitergedreht hat und die aktuelle Generation der Ultim-Trimarane mit ihren Flügeln längst über höchste Wellen fliegt, hat sich dieser Vorsprung nie in einer Bestzeit um den Globus manifestiert.

Dabei gab es seitdem acht Versuche, die Jules-Verne-Fabelzeit von Joyon zu brechen. Der riesige 131-Fuß-Trimaran Spindrift 2 – ex Banque Populaire V, Rekordbrecher 2012 – scheiterte schon dreimal, ebenso wie Coville mit Sodebo Ultim 3 und Gitana 17 / Maxi Edmond de Rothschild. Immer wurden Schäden als Gründe dafür angegeben. Teilweise war aber auch einfach klar, dass die Wetterentwicklung nicht passen würde.

Wie hoch die Latte liegt und wie perfekt sich das Wetter 2017 für Francis Joyon fügte, zeigt nun auch die vermeintliche Rekordfahrt von The Famous Project, dem Frauenteam, das mit Joyons alter IDEC Sport unterwegs ist. Am Wochenende lief die Rekordzeit ab. Mit der kaum weiterentwickelten IDEC Sport ohne Foils war von Anfang an klar, dass die Rekordzeit nicht zu brechen ist – wohl von keiner Crew. Gut 5.400 Meilen Rückstand in dem Moment, als die Zeit abläuft, führen das Defizit vor Augen – auch wenn ein Problem mit dem Reff seit einiger Zeit nicht förderlich ist.

Der Moment als die Zeit für The Famous Project abläuft und der virtuelle Konkurrent Joyon die Jules Verne Trophy Zeit von 2017 einloggt. Der Unterschied: 5400 Meilen.

Umso bemerkenswerter ist die Leistung der Crew von Sodebo Ultim 3. Am Sonntag passierten die sieben Franzosen Kap Hoorn mit einem knappen Vorsprung von 11 Stunden auf die Referenzzeit von IDEC Sport. Damit haben Thomas Coville und seine sechs Crewmitglieder seit ihrem Start am 15. Dezember an allen wichtigen Punkten der Jules-Verne-Trophy-Route Bestmarken aufgestellt: am Äquator, am Kap der Guten Hoffnung, am Kap Leeuwin, Tasmanien und nun eben am Kap Hoorn nach 26 Tagen, 4 Stunden und 46 Minuten.

Sodebo Ultim 3 kreuzt bei wenig Wind am Kap Hoorn vorbei – alles andere als ideal. © Sodebo

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