Jules Verne Trophy: In weniger als 40 Tagen um die Welt – Ultim Sodebo und Crew topfit

Durchschnitt 23 Knoten – mindestens!

Auch Thomas Coville und Crew geben sich optimistisch, was die Jules Verne Trophy anbelangt. Im Gegensatz zu Gitana trainieren sie schon seit Wochen mit der Alpha-Crew. 

Letzte Trainingsfahrten auf Sodebo

Man kann durchaus behaupten, dass Lorient La Base, der bekannte südbretonische Hochseehafen, derzeit so etwas wie ein „Weltumseglungs-Fieber“ erlebt. Mehr als zehn IMOCA-Kampagnen bereiten sich dort auf die Einhand-Nonstop–Weltumseglungs-Regatta Vendée Globe vor (Start 8.November). Zudem sind derzeit bei nahezu allen Wetterlagen die zwei Ultim-Trimarane „Baron de Rothschild“ und „Sodebo“ in einem Umkreis von 100 Seemeilen beim Training zu beobachten. Deren Ziel: Die Trophée Jules Verne – Nonstop-Weltumseglungs-Geschwindigkeitsrekord mit Crew. 

Stand-by-Modus: ab 15.10.

In ca. einem Monat werden beide Jules-Verne-Crews in den Stand-by-Modus wechseln, um bei einem geeigneten Wetterfenster innerhalb von 24 Stunden die Jules-Verne-Trophy in Angriff zu nehmen. 

Wie gut vorbereitet die beiden Rothschild/Gitana-Skipper Cammas und Caudrelier auf ihrem Ultim-Trimaran sind, haben wir bereits vor einigen Tagen mit einem Video gezeigt (SR-Artikel). Besonders beeindruckend dabei: Die stabilen Flugphasen des 30-Meter-Monsters auf seinen neu konfigurierten Foils. 

Auch Thomas Coville gibt sich auf seinem Ultim-Trimaran Sodebo derzeit sehr zufrieden, was die Segelleistungen des Bootes und die Fähigkeiten seiner Crew anbelangt. Im Gegensatz zu Gitana hat Coville bereits seine Crew seit Wochen vollständig benannt und trainiert ausschließlich in dieser Konstellation. 

Ursprünglich wollte Skipper Coville „nur“ sechs Männer um sich scharen. Ganz so, wie er es selbst bereits bei zwei früheren Jules Verne Trophy-Fahrten erleben konnte – 1997 mit Olivier Kersauson und 2010 mit Franck Cammas, seinem derzeitigen Konkurrenten und guten Freund auf Gitana/Rotschild. Doch angesichts der durchaus höheren Anforderungen, die sich einer Crew auf den Foil-Trimaranen der neuesten Generation stellen (deutlich höhere Geschwindigkeit, stressigere Situationen, schwierige Erholungsphasen bei schlechtem Wetter etc.) entschied sich Coville (der 2017 auf dem Vorgänger-Trimaran Sodebo bereits den Einhand-Weltumseglungs-Rekord einstellte) nun für eine achtköpfige Crew, inkl. Mediamann (der bei der J.V.-Trophy übrigens aktiv beim Segeln mitwirken darf, etwa am Grinder). 

Tipps vom Rugby-Coach

Für Skipper Coville war die Rolle des auswählenden Teamchefs eine völlig neue Situation. Er habe keinerlei Ahnung gehabt, wie er an die Zusammenstellung der Crew herangehen sollte. Da fiel ihm sein sehr guterKontakt zum französischen Rugby-Nationaltrainer ein. Und der zeigte ihm Vorgehensweisen, die letztendlich sportartübergreifend sind. Die Crew: Thomas Rouxel, Mathieu Vandame, Francois Morvan, Corentin Horeau, Francois Duguet (boat captain), Martin Kerouzoré (Mediamann) und Sam Goodchild. 

Aus dem Umfeld der Préparateurs ist zu vernehmen, dass man offenbar sehr zufrieden mit den Segelleistungen des jüngsten Trimarans der Ultim-Szene ist. Vor allem das Konzept, das Cockpit vor den Mast zu setzen, habe sich bewährt – vor allem im Hinblick auf den gewichtsabhängigen Foil-Trimm.

Etwa ein Jahr alte Onboard-Tour 

Auch das Platzangebot an Bord scheint für die achtköpfige Crew durchaus akzeptabel zu sein. Lediglich der Lärm an Bord bei Seegang wird als dramatisch bezeichnet – was übrigens auch ein Kritikpunkt auf anderen Ultim-Trimaranen ist. 

23 Knoten im Durchschnitt

Am 15. Oktober wird es für die Sodebo-Crew also ernst und die letztendlich alles entscheidende Suche nach den richtigen, aufeinander folgenden Wetterfenstern beginnt. 40 Tage, 23 Stunden und 30 Minuten müssen unterboten werden. Und obwohl der bestehende Rekord von Francis Joyon und seinem Team noch ohne Foils eingefahren wurde, wird die bevorstehende Jules Verne Trophy für beide Ultim-Crews kein Kinderspiel. Coville: „Obwohl unsere Ultims der neueren Generation ca. 10 bis 15 Prozent schneller sind als das Boot des Rekordhalters, schaffen wir es bei unseren theoretischen Weltumseglungsfahrten auf dem Computer nur ganz, ganz selten, Joyon zu schlagen. Sein Wetterglück damals war unglaublich! Wir müssen jedenfalls im Schnitt ca. 23 Knoten Geschwindigkeit fahren. Sonst wird das nichts mit dem Rekord!“ 

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

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