Kandidat für den World Sailing Sustainability Award 2022: Das Flipflopi Project aus Kenia

Das Flip-Flop-Boot macht Welle

Neun Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Ozeanen – so viel wie das Gewicht von 40.000 US-Freiheitsstauen. Das kenianische Flipflopi Project will die zunehmende Meeresverschmutzung bekämpfen. Mit einer traditionellen Dhau aus zehn Tonnen Plastikmüll vom Strand, beweisen die Initiatoren, dass Plastikmüll ein wertvoller Rohstoff ist, der besser verbaut als weggeworfen wird. Die Initiative wurde von World Sailing für den mit 10.000 Dollar dotierten World Sailing Sustainability Award 2022 nominiert. In drei Wochen wird der Gewinner bekanntgegeben.

Die „Flipflopi Ndogo aus Plastikmüll auf einer ihrer Schulungsreisen © Flipflopi Project Foundation

Dhau-Segelboote sind nach der Arche Noah so ziemlich das Traditionellste, was die Schiffbaubranche zu bieten hat. Die Geschichte der Transportsegler geht zurück bis ins vierte Jahrhundert. Wegen ihrer guten Segeleigenschaften und ihrer Einfachheit werden die Gaffelsegler in Indien, im arabischen Raum und in Afrika bis heute für die Fischerei und als Transportschiffe geschätzt. Gebaut werden sie überwiegend aus wertvollen Hölzern – oder neuerdings hoch innovativ auch aus Plastikmüll.

Die Flip-Flop-Yacht mit Rückenwind. © Flipflopi Project Foundation

Bislang existiert von den Müllschiffen allerdings nur ein Einzelexemplar. Das allerdings hat als „Bootschafter“ für mehr Nachhaltigkeit und weniger Umweltverschmutzung insbesondere in Ostafrika Furore gemacht: die neun Meter lange Dhau „Flipflopi Ndogo“ mit Heimathafen Lamu in Kenia. Hergestellt wurde das Boot aus zehn Tonnen Plastikmüll, das die Bevölkerung der rund 15.000-Einwohner-Insel auf einem Strandabschnitt von nur zehn Kilometern gesammelt hatte. Dieser wurde anschließend sortiert, geschreddert, gewaschen, getrocknet, geschmolzen und dann in die Form von Spanten gegossen. Die Außenhaut des Schiffs besteht aus rund 30.000 zerschnittenen, miteinander verklebten und beschichteten Flip-Flops. Die Segel wurden aus Kunststofffasern aus recycelten PET-Flaschen gefertigt.

„Flipflopi Ndogo” – gebaut aus 7 Tonnen Plastikmüll, 30.000 Flip-Flops und mit einem Segel aus 1.500 PET-Flaschen © Flipflopi Project Foundation

Entstanden ist die Dhau auf Initiative des Engländers Ben Morrison, der sein Geld normalerweise als Veranstalter von Abenteuerreisen verdient.

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