Kino: Trailer zum Hollywood-Abenteuerfilm „Im Herzen der See“

Kein Herz für Wale

Alte Geschichte, hollywoodesk aufbereitet: Bitterböser, auf Rache sinnender „Moby Dick“, menschliche Abgründe und Helden, die alles wieder ins Lot bringen. Oder doch nicht?

Moby Dick zeigt den Essex-Jungs, wo der Hammer hängt © village

Moby Dick zeigt den Essex-Jungs, wo der Hammer hängt © village

Sobald Kinofilme auf See spielen, wird’s irgendwie komisch. Meistens, jedenfalls. Schon als Süßwassermatrose merkt man gleich, dass Seemannschaft oft völlig irrelevant gespielt oder in Szene gesetzt wird. Man spürt förmlich, dass die Macher des jeweiligen Streifens nur schlecht oder gar nicht von See-Profis beraten wurden.

Unterhaltung vom Feinsten

In den letzten Jahren wurden nur wenige Filme produziert, die des Seefahrers oder eben Seglers Herz zumindest teilweise erfreuten. Wie etwa Robert Redford in „All is lost“ – ein Film, der dennoch sehr kontrovers diskutiert wurde, auch auf SR. Oder das französische Einhand-Zweihand-Abenteuer „en solitaire“ mit Francois Cluzet – den ich mir allerdings in Frankreich anschauen musste, weil er in unseren Landen nur in handverlesenen Filmtheatern lief (Ab dem 12.12 erscheint er als DVD). Schon vor längerer Zeit gefiel Peter Weirs „Master and Commander“, nicht zuletzt wegen herausragender Detailgenauigkeit bei allen Szenen unter Segeln. Und davon gab es wirklich genug.

Plakate können sie jedenfalls machen, die Damen und Herren Grafiker in Hollywood © village

Plakate können sie jedenfalls machen, die Damen und Herren Grafiker in Hollywood © village

Nun wird ein Hollywood-Film angekündigt, der sich des alten, schon häufig aufgegriffenen Themas „Moby Dick“ erneut annimmt: Das böse, auf Rache sinnende Walungeheuer, das seinen menschlichen Jägern ganz schnell zeigt, wo der „Hammer hängt“.

Der Film „Im Herzen der See“ zeigt schon im Trailer, worum es vordergründig auch hier gehen wird: Action vom Allerfeinsten, dunkle- unergründliche See, in der Mutter Natur die eine oder andere Überraschung parat hält, das Böse im Streit mit dem Guten, menschliche Abgründe, nett verpackt in große Abenteuer. Eben Unterhaltung vom Allerfeinsten.

Das Buch zum Film

Allerdings basiert „Im Herzen der See“ auf dem gleichnamigen Roman von Nathaniel Philbrick, der sich dem historischen Ereignis rund um den Untergang des Walfängers „Essex“ im Jahre 1820 auf durchaus wissenschaftlichem Wege näherte. Philbrick zeigt sich als ein Autor, der es genau wissen will in seinem Buch und der vor allem die Zeit nach dem Unglück durchleuchtet. Wie die Überlebenden auf einsamen Inseln stranden wo sie kurz vor dem Hungertod wahrscheinlich zu Kannibalen wurden.

Diesem Abschnitt der „Essex“-Katastrophe widmet sich der Film laut amerikanischer Rezensenten, die den Streifen in einer Rohfassung bereits gesehen haben, im besonderen Maße. Und obwohl der Trailer genau das Gegenteil vermittelt, scheint sich „Im Herzen der See“, ähnlich wie das Buch, besonders um eben diese menschlichen Tragödien nach dem Untergang zu kümmern. Und so ganz nebenbei bemerkt: die Szenen auf der „Essex“ wurden mit einer akribischen Liebe zum Detail aufwändig inszeniert – darin sind sich Macher (logisch), Kritiker und erste Fans des Films durchweg einig.

„Im Herzen der See“ mit Chris Hemsworth, Benjamin Walker wird in deutschen Kinos voraussichtlich ab 19.3. 2015 zu sehen sein.

Das ebenfalls empfehlenswerte Buch „Im Herzen der See“ von Nathaniel Philbrick ist im Verlag Blessing erschienen. ISBN-13: 978-3896670939

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Michael Kunst

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