Langfahrt: Christophe Mora will mit einer Django 7.70 um die Welt

Django unchained

Christophe Mora liebt die Berge. Und das Segeln. Und Gleitschirmfliegen. Ein segelnder Bergführer, spezialisiert auf Extratouren in extremen Welten, wie zum Beispiel Tibet und Nepal.

Django 7.70

Hoch und Trocken. Die Django 7.70 hat keine Probleme mit dem Trockenfallen. © Mora/intothewind.fr

Nun sollte man meinen, es gäbe kaum eine unglücklichere Verkettung von Freizeitaktivitäten, die unter einen Hut gebracht werden wollen: Segeln und Berge. Geht nicht? Geht wohl. Man nehme: Wanderschuhe, eine Weltkarte, verkaufe sein gesamtes Hab und Gut daheim und stecke das Geld, ca. 50.000 Euro, in eine Django 7.70 – schon geht es. Christophe hat genau das getan. Sein Leben befindet sich nun an Bord des kleinen Offshore-Cruisers aus dem Hause Marée Haute, und seine Vergangenheit hat er auf einem USB Stick unter Deck dabei. Mehr braucht er nicht. Wie ein segelnder Mönch in der Neuzeit. Wie ein Paraglider im Freiflug.

Django 7.70

Hart gegenan. Die Django kann eine Menge ab. © Masson/intothewind.fr

In den kommenden vier Jahren segelt er dem Passatwind hinterher. Mit einigen Umwegen, denn Christophe ist ja Extremsportler, und da möchte er auch den großen Kaps Hallo sagen. Im Oktober startete er in Concarneau, hangelte sich bisher über Spanien, Portugal, Madeira und den Kanaren zu den Kapverden.

Natürlich war er zwischendurch bergwandern. Und nun befindet er sich auf dem Weg nach Brasilien, wo er sicher auch anspruchsvolle Kletterhindernisse findet. Mora berichtet auf seinem Blog (FRA) über die Reise und hat einen Tracker installiert.

Die Django wurde nur im kleinen Stil für diese Fahrt modifiziert. Mora hat lediglich ein paar zusätzliche Sätze Segel gekauft sowie Kiel und den Ruderbereich mit Kevlar verstärkt – zum Schutz vor Kollisionen mit Eis oder Treibgut. Fertig ist die Kiste.

Django 7.70

Das Kletterzeug immer dabei. Christophe Mora will auf seinem Törn etwas sehen von der Welt. © Masson/intothewind.fr

Die recht spartanisch ausgestattete Französin ist hochseetauglich, Kategorie-A zertifiziert, segelt gut (Video von Mora) und wird auf der Vorwindreise sicher oft ins Gleiten kommen. Zur Wartung des Unterwasserschiffes muss man nicht kranen, sondern lässt die Django dank Bi-Kiel und Doppelruder einfach trockenfallen.

Trotz der nur 7,7 m Länge ist das Boot mit der Innenhöhe von 1,70m und einer Breite von 3m jedoch durchaus geräumig und bietet vier Schlafplätze. Und diese Kojenzahl braucht Mora: Sein jährliches Budget beträgt rund 25.000 Euro und ist nicht gerade wenig.

Django 7.70

Leesegel unnötig. In der spartanischen Kajüte lässt sich auch gut auf dem Boden ausruhen. © Masson/intothewind.fr

Der Franzose will das Geld durch zahlende Mitsegler aufbringen. So der Plan. Auf seiner Website kann man sich für einzelne Passagen anmelden, mitsegeln und an den Kosten beteiligen. Aber wer wirklich mit auf Törn gehen will, sollte wohl Wanderschuhe, Rucksack und Zelt nicht vergessen!

 

 

 

Django 7.70

Auch gerefft macht die Django eine gute Figur. © Masson/intothewind.fr

Christophe Mora

Christophe Mora lebt seinen Traum. Er steckte sein bescheidenes Vermögen in ein Schiff und entdeckt die Welt. © Masson/intothewind.fr

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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https://northsails.com/sailing/de/

18 Kommentare zu „Langfahrt: Christophe Mora will mit einer Django 7.70 um die Welt“

  1. avatar H. Welke sagt:

    Geil, geil…!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 3

  2. avatar SR-Fan sagt:

    Na Digger – der kann dann auch ein Buch schreiben. Sorry, couldn’t resist. ;-D

    Spaß beiseite. Wer ist denn da scharf drauf bei nem Fremden auf einem 7,70 m Boot anzuheuern und dann noch auf dieser “kosmopolitisch ausgerichteten” Homepage 😉

    VG

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    • avatar digger.hamburg sagt:

      Na, der Buch Stachel sitzt aber tief bei Dir, was?

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      • avatar SR-Fan sagt:

        Was soll ich jetzt sagen … “Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet” 😉

        VG

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        • avatar digger.hamburg sagt:

          Um noch einen Buchstachel nachzureichen: 2te Auflage wird gerade gedruckt. 😉

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          • avatar SR-Fan sagt:

            Sorry, ich kann noch nicht antworten. Ich schlag immer noch mit der Stirn auf den Tisch … 

            VG

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          • avatar digger.hamburg sagt:

            Ich weiss.

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  3. avatar hihi sagt:

    Vielleicht sollte Digger noch mal lernen was ein Cockpit ist. 😉
    Siehe Bild 3.

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  4. avatar Martin sagt:

    KInder! Abgesehen vom reflektorischen Eindreschen auf Diggers Sendungsbewußtsein: Könnt ihr mal wieder beginnen, zusammengesetzte Wort auch durchzukoppeln? „Buchstachel“ oder „Buch-Stachel“…

    Grüße,
    Martin

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    • avatar digger.hamburg sagt:

      Sicher meinst Du “Worte” mit e, oder? 😉

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Also Martin. Jetzt lass “meinen” Digger in Frieden, den darf nur ich anschnauzen und erst recht wegen Rechtschreibfehlern. Da habe ich hier sozusagen ein Monopol auf alle Dislikes 😉

      VG

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  5. avatar Peter sagt:

    25.000 € für ein Jahr – wozu benötigt er da noch zahlende Mitsegler? Hat er vor jeden Abend essen zu gehen? Tolles Boot, und super Sache aber, “bonne chance” sag ich da nur!

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  6. avatar H. Welke sagt:

    So geil das Projekt auch ist: Offensichtlich hat Herr Mora kein Interesse an internationalem Interesse. Oder ist das ein weiterer Versuch Französisch als Weltsprache zu etablieren???

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Der hat noch Großes vor der Mann 😉 Allerdings bringt einem die Website in Englisch dann auch nix, wenn der an Bord nur des Französischen mächtig ist.

      VG

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    • avatar yuammy sagt:

      Das ist normal! In Frankreich ( und Ländern o. Regionen wo Französisch gesprochen wird) gibt es nur selten Texte in einer zweiten Sprache.

      …das ist aber auch hier in Deutschland nicht selten. 😉

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  7. avatar Klaus sagt:

    Zu den Kosten …
    Zitat “… und stecke das Geld, ca. 50.000 Euro, in eine Django 7.70 – schon geht es.”

    Naja- hab mal beim Hersteller geschaut. (jeweils netto ohne Umsatzsteuer)

    Nackt EUR 49.713,–
    einfacher Segelsatz EUR 5.355,–
    zzgl. Elektronik EUR 6.930,–

    das Ganze ohne Motor einschl. 19 % Umsatzsteuer EUR 73.777,62

    da bekommst für das Geld bei der Bavaria Easy 9.7 ne ganze Menge mehr Schiff.

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