Loick Peyron: Altmeister (60) spielt mit Wingfoiler – Robby’s neuster Spaß auf dem Brett

"60 Jahre, und kein bisschen weise"

Loick Peyron ist im Dezember 60 Jahre alt geworden. Aber zum alten Eisen gehört er längst noch nicht. Im Urlaub probierte er den Wingfoil aus – neuester Schrei unter den Segel- und Wasserspielzeugen.

Frei nach der musikalischen Höchstleistung von Schauspiel-Ikone Curd Jürgens “60 Jahre und kein bisschen weise”, die zum geflügelten Wort geworden ist, denkt ein Loïck Peyron längst nicht daran, sich vermeintlich altersgemäß zu verhalten. Der französische Segelheld, der vor wenigen Wochen die 60 erreicht hat, veröffentlicht ein Video, das ihn beim Wingfoilen zeigt, der neuesten Attraktion unter den fliegenden Segelaktivitäten.

Beim Urlaub in Französisch-Polynesien ist erkennbar, dass er das neue Sportgerät durchaus beherrscht. Der Mann scheint sich darauf ähnlich wohl zu fühlen wie auf dem 40 Meter Maxi Trimaran (Banque Populaire), den er 2012 in Rekordzeit um die Welt prügelte.

Peyron kann auch altmodisch: Er übt mit einem Sextant. © RdR

Aber Peyron, der vor gut 30 Jahren seinen Durchbruch in der öffentlichen Wahrnehmung durch eine spektakuläre Rettung schaffte, und sich danach als einer der wenigen französischen Hochseesegler auch seine Meriten beim America’s Cup verdiente – als Alinghi Steuermann und später Artemis-Berater – mag auch sonst seinem Alter wenig Beachtung schenken. 2019 segelte er die Figaro de Solitaire mit dem neuen Figaro 3 Semi-Foiler von Bénetéau mit. Im Feld der 47 Einhand-Piloten trumpfte er insbesondere bei der ersten Etappe mit Rang 6 groß auf. Am Ende platzierte er sich nach vier Etappen auf Rang 24.

Das neuartige Foilen mit dem Segel in der Hand dürfte für Peryron nicht mehr als ein Spaß sein. Es könnte allerdings sein, dass diese Art des “Segelns” in Zukunft häufiger zu sehen sein wird. Jedenfalls gilt das häufiger für Trends, denen sich die Surf-Legende Robby Naish annimmt. Und er ist wieder einer der Ersten, die das passende Material entwickelt haben. Und für den 56-Jährigen spielt das Alter ebenso wie für Peyron schon längst keine Rolle mehr.

Wingfoils im Einsatz. © Naish

Er bewegt sich immer noch so elegant in der Welle, wie man es von ihm gewohnt ist. Ob diese neue Disziplin allerdings tatsächlich das Potenzial hat, die Gunst der Wassersport-Massen zu erobern, ist noch nicht klar. Die Surf-Industrie feiert die neue Fortbewegungsart und hofft auf neue Umsätze. Tatsächlich spricht die Einfachheit für den Wingfoil – Kite-Schnüre oder Mast und Gabelbaum sind nicht erforderlich. Ob das ausreicht?

Robby Naish probiert seinem Wing Surfer vor Tarifa. © Naish

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Loick Peyron: Altmeister (60) spielt mit Wingfoiler – Robby’s neuster Spaß auf dem Brett“

  1. avatar Andreas Jung sagt:

    Man sieht die Dinger ja gelegentlich. Und bestimmt ist es nicht ganz unkompliziert.

    Trotzdem sieht das stets ein wenig aus, wie Nordic Walking auf dem Wasser. Und so wenig Equipment ist es dann auch nicht: Das Wingdings, ein relativ großes Board, Mast und Foil dafür. Den Vorteil kann ich nicht erkennen.

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    • avatar Jörn Ludwig sagt:

      Der Unterschied ist, dass alles in einen normalen Kombi passt. Der Wing braucht nur bei einigen Herstellern eine Art Baum (der sich dann aber auf 50 cm zusammenschieben lässt, bei den anderen ist er ebenfalls als Tube mit Luft gefüllt). Das Board hat 7 Fuß Länge und lässt sich auch noch ins Auto schieben (bei umgelegter Rücksitzbank) und das Hydrofoil ist binnen weniger Minuten auf ein 50 x 20 x 15 cm Paket zusammengelegt.

      Es ist also alles relativ klein, wesentlich ungefährlicher als ein Kite und macht vor allem mächtig Spaß. Sinnvoll ist doch dieser ganze Wassersport nur in Maßen, oder?

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