Louis Robein (70) mit seiner X-37 im Ziel: 277 Tage um die Welt – Strandung auf Feuerland

"Unterschätze niemals einen alten Mann, der gerne segelt"

Der 70-jährige Franzose Louis Robein (70) hat in La Coruna seine Solo-Weltumsegelung im Rahmen der Global Solo Challenge abgeschlossen. Er war mit seiner X mehr als 9 Monate unterwegs. Eine irre Geschichte.

Louis Robein mit seinem Siegershirt und den Sieger-Fackeln. © GSC

Louis Robein musste bei der Global Solo Challenge als einer der Ersten starten, weil sein Schiff zu den langsamsten gehört. Das ist das Känguru-Prinzip, nach dem die Regatta um die Welt veranstaltet wird. Sein Vorteil: Im Schadensfall konnte er auf Hilfe der von hinten kommenden Einhandsegler-Kollegen hoffen.

Louis Robein

Die ramponierte X-37 nach der Weltumsegelung. © GSC

Aber es kamen nicht viele vorbei. Von 16 Startern schafften es bisher nur sechs ins Ziel. Philippe Delamare siegte nach 147 Tagen vor der jungen Amerikanerin Cole Brauer und dem sympathischen Italiener Andrea Mura. Robein kam nun auf Platz 7 als letzter Wettbewerber ins Ziel. Er benötigte 277 Tage. Entsprechend ging es für ihn schnell um andere Ziele als ein gutes Regattaergebnis.

Offiziell ist er auch nicht in der Wertung. Denn das Zeitlimit lief am 22.5. 2024 ab. Und er die Non-Stop-Regel nicht ein. Gleich dreimal lief er einen Hafen an. Aber Robein wollte unbedingt die große Runde schaffen. Viele hätten in seiner Situation längst aufgegeben.

In Feuerland lief Robein mit seiner X-37 auf.

Es fing an mit einem verlorenen Hydrogenerator und Problemen mit dem Autopiloten. In Hobart auf Tasmanien musste der Franzose stoppen. Dann noch einmal in Neuseeland und schließlich erlebte er den Supergau direkt nach der Kap-Hoorn-Rundung. Der Wind blies mit bis zu 60 Knoten, die Temperaturen sanken unter den Gefrierpunkt und er näherte sich Feuerland. Er trieb in der abgelegenen Bucht Bahia Aguirre immer näher Richtung Land – und konnte die Grundberührung nicht verhindern.

Die X-37 hängt fest. Eine Schleppleine wird übergeben. © Caso-SAR

Im Schlepp der argentinischen Marine. © Caso-SAR

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