Mann über Bord: Hilfe bei Seenot – Die Transformer-Rettungsinsel auf dem Rücken

Ist das der Weg?

Beim Namen PS³ mag man eher an die Computer-Spiele-Konsole denken. Aber das Personal Sea Survival System soll im Wasser Menschenleben retten. Technisch sicher ein erstaunlicher Ausrüstungsgegenstand.

Wer auf Nummer sicher gehen will, hat sein Päckchen zu tragen. Fünf Kilogramm wiegt der Rucksack, aus dem eine Rettungsinsel wird. Die Ausrüstung kommt wie ein Transformer daher. Nach dem Überbordfallen wird aus dem kompakten Paket auf dem Rücken in Nullkommanix einee automatisch aufblasbare Einpersonen-Rettungsinsel.

Die Kombination aus einer SOLAS Rettungsweste und einer automatisch aufblasbaren Einpersonen-Rettungsinsel ist technisch bemerkenswert. Und die PS³ hätte so manchem verunglückten Segler in einer Mann-über-Bord-Situation das Leben retten können. Der Hersteller SRG-International verspricht bei jedem Wetter und Seegang ein sicheres Überleben. Es sei nach den neuesten SOLAS-Vorschriften von 2010 vollständig zugelassen.

Die kompakte Rettungsinsel auf dem Rücken. © SRG International

Aber ist das der richtige Weg? Die PS³ facht wieder die alte Diskussion an, wie sperrig solche Art von Rettungsmitteln sein dürfen. Wächst nicht bei schwerem Wetter gerade die Gefahr, dass Menschen eher über Bord fallen, wenn sie einen fünf Kilogramm schweren Rucksack tragen? Muss man nicht eher noch mehr dafür sorgen, dass man gar nicht erst ins Wasser fällt?

© SRG International

Könnte John Fisher, der beim vergangenen Volvo Ocean Race auf See geblieben ist, noch leben mit einer PS³ am Mann? Vermutlich schon. Aber hätte er mit dem Gerät auf dem Rücken seine Arbeit verrichten können?

Immerhin wird klar, dass die Industrie immer besser wird, solche Seenot-Rettungsmittel zu entwerfen. Irgendwann wird man wohl ganz selbstverständlich Kleinst-Retter im Taschenformat dabei haben.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

3 Kommentare zu „Mann über Bord: Hilfe bei Seenot – Die Transformer-Rettungsinsel auf dem Rücken“

  1. avatar Firstler sagt:

    Da fehlt noch das aufblasbare Rigg mit Segeln, dann kann man gemütlich nach Hause schippern 😀

    …am besten direkt mit Foils

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 5

  2. avatar Sebastian Uecker sagt:

    Man sollte lieber daran arbeiten, dass MOB AiS oder ähnliche Systeme besser funktionieren.
    Einem bewusstlosen John Fisher hätte eine 5kg Rettungsinsel auch nicht geholfen als er von der Großschot getroffen im kalten Wasser lag.
    Bei einem Wetter, bei dem eine JON Boje und eine Hufeisen Boje einfach nicht mehr wieder gefunden werden ist die Wahrscheinlichkeit ein ein Personen Zelt auf dem offenen Meer zu finden auch nicht höher.
    Satelitengestützte Ortung, die der Crew zuverlässig die Position des Überbordgegangenen zeigt sind dort meiner Meinung nach besser geeignet und wahrscheinlich auch leichter bei einem Offshore Team zu implementieren.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

  3. avatar schlaumeier sagt:

    Erscheint mir jetzt auch nicht der riesen wurf, denn — wie schon oben geschrieben — reduziert es nicht die Zeit bis eine Person gefunden wird. Weiss jemand von einer Technologie, wo eine Drohne dem Auslösen des MOB Knopfes hochsteigt, die Person ortet, über der Person stehen bleibt und die Position an das Schiff sendet? Mit den bestehenden Systemen müsste das eigentlich ohne Probleme machbar sein…

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *