Meeresforschung: Auf der Pendel-Plattform im Southern Ocean – Versorger-Schoner im Bau

Um die Antarktis treiben

Wir wissen längst nicht alles über den Southern Ocean – der Franzose Étienne will das ändern. Auf der futuristisch wirkenden Pendel-Plattform Polar POD. Alles Zukunftsmusik? Mitnichten – das segelnde Versorgerschiff ist bereits im Bau.

© Polar PAD

Think Big – auch wenn die Franzosen es nicht unbedingt so mit den Anglizismen haben, ist das Projekt „Polar Pod“ von Jean Louis Étienne so vielleicht am Besten umschrieben. Doch genau diese Art der Herangehensweise sind unsere Nachbarn bekanntlich von ihren Helden gewohnt – nicht selten wenn nicht sogar meistens folgt dann tatsächlich auch nach der Idee die Realisierung. Gerne auch mit staatlicher Unterstützung oder Hilfe von finanzstarken Landsleuten.

Das Versorger-Segelschiff ist schon in Vietnam im Bau © Polar PAD

Moment mal, Ihr habt noch nie etwas von Herrn Ètienne gehört oder gelesen? Bedauerlich, denn der Offizier der französischen Ehrenlegion, Träger der „Palme Academique“, Mediziner und vor allem Abenteurer ist unter den meeres-, ozean- und segelverrückten Franzosen so etwas wie eine lebende Legende. Nur dass er eben nicht auf IMOCA, Ultim-Trimaranen oder Figaros unterwegs ist, sondern auf (meist segelnden) Expeditionsschiffen und -yachten.

Doch schön der Reihe nach.

Spezialist für Pole

Jean Louis Ètienne erreichte 1986 als erster Mensch alleine den Nordpol. Zuvor hatte er höchstpersönlich seinen Schlitten, beladen mit Lebensmitteln, 63 Tage lang hinter sich hergezogen. Wohlgemerkt, zu Zeiten, als es noch kein GPS oder eine Satelliten-Beobachtung gab.

© POlar PAD

Seitdem machte der Franzose weiterhin von sich als Wissenschaftler und Abenteurer der Extreme vor allem in den beiden Polarregionen von sich reden. 1989 war er schon wieder unterwegs als Mitglied der Transantartica-Expedition (mit Schlittenhunden und fünf teilnehmenden Nationen, 6.300 km in sieben Monaten).

Abenteuer im Eis

1991-1996 verbrachte Ètienne auf dem Schoner Antarctica (heute: Tara) und ließ sich u.a. mit dem Packeis durch die Arktis treiben. Dann folgten nahezu jährlich weitere Expeditionen in der Arktis und Antarktis. Schon früh lieferte Ètienne gemeinsam mit internationalen Forscherteams Daten zur Klimaerwärmung. In Frankreich gilt der Polarforscher als einer der ersten, vor allem aber glaubwürdigsten Wissenschaftler,

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Michael Kunst

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