Meeresverschmutzung: Seabin und OceanCleanUp – bald erste Einsätze dank Crowdfunding

Müllmänner der Meere

Zwei unterschiedliche Projekte, ein Ziel: Saubere Ozeane! Boyan Slat will seine Müll-„Fangarme“ ab April in der Nordsee testen und die Marina-Reinigungstonne „Seabin“ ist in der Produktionsphase.

Nach einer Klimaschutzkonferenz mit ansehnlichen Beschlüssen, zeigen auch die „Müllmänner der Meere“, dass sie mit ihren Projekten große Schritte weiter gekommen sind.

So hat „Seabin“, die saugstarke Mülltonne für Marinas und Häfen (SR berichtete), im Laufe der letzten Monate immerhin so viele Freunde der Meere begeistern können, dass ihr Crowdfunding-Zielsumme bereits deutlich überschritten wurde.

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So funktioniert Seabin © Seabin

Mülltonne für knapp 4.000 Dollar

Bis heute, 24 h vor Ablauf der Frist, wurden 258.000 US $ im Internet gesammelt, das entspricht 112 Prozent der angepeilten Summe.

Nachdem der Erfolg des Crowdfunding absehbar war, begannen die beiden australischen Initiatoren Pete Ceglinski und Andrew Turton bereits vor Wochen mit der Serienproduktion ihrer „Seabin“-Mülltonne bei „The Sea“ in Palma de Mallorca.

Unter dem Motto „Cleaning the Ocean one Marina at a time“ sollen in einer ersten Phase 50 Seabins produziert und an Marina-Betreiber veräußert werden. Für 3.825 US $ (Subskriptionspreis) erhält man eine Mülltonne, die rund um die Uhr schwimmenden Müll und Ölfilme von der Wasseroberfläche der Marinas saugt.

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Seabin-Ausbeute nach ein paar Stunden Einsatz im Hafen © seabin

Die ersten Seabins sind bereits für große Mittelmeer-Marinas vorbestellt, die Auslieferung der ersten Wassermülltonnen aus Serienproduktion soll Mitte 2016 erfolgen. Übrigens: Die Mülltonne funktioniert auch im Süßwasser!

Fangarm-Test vor Holland

Der Niederländer Boyan Slat (21) hat mit seinem Ocean CleanUp-Projekt ebenfalls Fortschritte erzielt. Nachdem der junge Umweltaktivist mit seiner Crowdfunding-Kampagne knapp 2,5 Millionen Dollar in etwas mehr als 100 Tagen gesammelt hatte (SR berichtete mehrfach), läuft Ocean CleanUp auf Hochtouren.

Den OceanCleanUp-Flotillen-Segeltörn im Pazifik, bei dem die teilnehmenden Yachten und Boote mit speziellen Schleppnetzen und mittels regelmäßiger Wasserproben wichtige Forschungsergebnisse über die tatsächlichen Ausmaße der Meeresverschmutzung sammelten, bezeichnete der junge Umweltaktivist als „vollen Erfolg“. Nahezu 30 Schiffe trugen über einen Monat hinweg “das wohl umfangreichste Datenmaterial zusammen, das jemals über die Müllkonzentration im Pazifik erstellt wurde”, so Slat auf seiner Website.

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OceanCleanUp-Expedition im Pazifik © OceanCleanUp

Nun kündigt Boyan Slat seinen ersten Test des „Ocean CleanUp“-Prinzips im offenen Meer an. Bereits ab April 2016 soll eine mehr als Hundert Meter lange, schwimmende „Fangarm-Vorrichtung“ ca. 23 Kilometer vor der niederländischen Küste zum Einsatz kommen. An ihr sollen später bis zu drei Meter tief reichende Netze angebracht werden, in die Strömungen und Winde den treibenden Plastikmüll schieben.

Größenwahnsinnig?

Mit dem Test vor Südholland soll zunächst ausschließlich das Verhalten der schwimmenden „Fangarme“ bei realen Bedingungen auf See (Welle, Tidenhub, Strömungen etc.) überprüft werden.

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Testgebiet vor Südholland © OceanCleanup

In der zweiten Jahreshälfte 2016 wird, unter Berücksichtigung der Testergebnisse vor Holland, die erste 2.300 Meter lange Ocean CleanUp-Anlage der Welt vor der japanischen Insel Tsushima zum Einsatz kommen.

Das mitunter als „größenwahnsinnig“ eingeschätzte Projekt Ocean CleanUp rund um den charismatischen jungen Umweltaktivisten Boyan Slat zählt mittlerweile zu den erfolgreichsten Start Up-Stiftungen Europas. 25 Angestellte und mehr als 100 freiwillige Umweltschützer engagieren sich darin für saubere Ozeane. 2020 soll die erste, voll funktionsfähige OceanCleanUp-Müllsammelanlage der Welt mitten im wohl größten Müllstrudel unseres Blauen Ozeans zwischen Hawaii und Kalifornien zum Einsatz kommen. Über eine Länge von ca. 100 Kilometern soll dann der treibende Plastikmüll im großen Stil abgeschöpft werden.

OceanCleanUp

Seabin 

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So sieht die Vision von Boyan Slat aus: jede Menge Plastikmüll in den Fangarmen seiner Müllsammelanlage © OceanCleanUp

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
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2 Kommentare zu „Meeresverschmutzung: Seabin und OceanCleanUp – bald erste Einsätze dank Crowdfunding“

  1. avatar stefan sagt:

    gut gemeint ist nicht immer gut!

    Gerade für das Zooplankton ist das Verfahren eine große Gefahr. Zudem ändert es nichts an der Plastik-Probelmatik an sich und führt eher zu einem green washing.

    http://discardstudies.com/2015/06/05/how-the-ocean-clean-up-array-fundamentally-misunderstands-marine-plastics-and-causes-harm/

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  2. avatar ocelot152 sagt:

    Okay

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