Michael Walther: 30 Meilen Kiel- Ærø Crossing per SUP für Paulchen Esperanza

Übersäuert und gezerrt

Michael Walther

Michael Walther nahe der Erschöpfung auf seinem SUP. © Sven Jürgensen

Kat Segler Michael Walther paddelte auf dem SUP von Kiel nach Ærø in Dänemark. Der Mann, der der boot sein halbes Gesicht leiht,  benötigte für die 30 Meilen neun Stunden. RTL hat über die Aktion berichtet.

Die Pressemitteilung:

Zum Start um 20:30 Uhr sah es noch nach perfekten Bedingungen aus. Entgegen aller Vorhersagen entwickelten sich die Bedingungen jedoch anders als erwartet. 70 cm Wellen, Schaumkronen und 5 Windstärken ließen die Aktion beinahe scheitern.

Michael Walther

Start zum SUP Abenteuer in Kiel. © Sven Jürgensen

Aber beginnen wir am Start. Kurz nach halb 9, am vergangenen Freitag Abend stach Michael Walther mit seinem Fanatic Falcon SUP vom Falkensteiner Strand aus in See. Die Greenline 33 der Mittelmanns Werft folgte ihm in sicherem Abstand die ersten Seemeilen. Schon nach 3 der etwa 30 zu paddelnden Seemeilen änderten sich die flauen Bedingungen. Früher als erwarten frischte der Wind aus östlicher Richtung auf. Schräg von vorne wehten Michael nun bereits gegen 22 Uhr auf Höhe des Außenleuchtturms der Kieler Förde 12 Knoten Wind entgegen – und diese nahmen schnell zu.

Mit einbrechender Dunkelheit wurde die Situation auf dem nur 60 cm breiten SUP immer kritischer. Durch die starken Wellen, konnte Michael beinahe ausschließlich auf einer Seite des Boards paddeln, was so beim Stand-up Paddeln normalerweise nicht vorkommt. Dies forderte bei der  so einseitig beanspruchten Muskulatur schnellen Tribut. Der linke Arm übersäuerte und in der rechten Schulter drohten Zerrungen. Als gegen 24 Uhr der Wind auf volle 5 Beaufort zunahm und die Wellen anfingen zu brechen, stand die Aktion kurz vor ihrem Ende.

Michael Walther

30 Meilen gen Dänemark. © Sven Jürgensen

Letzte Chance war es, das Begleitschiff, die Greenline 33 so vor Michael zu positionieren, dass dieser dadurch von Wind und Wellen etwas abgedeckt war. Die mittlerweile vollständige Dunkelheit führte dazu, dass Michael die Wellen nicht mehr frühzeitig heranrollen sehen konnte, sondern erst reagieren konnte, sobald diese das Board erreichten.

Der Plan ging auf. Die Greenline 33 arbeitete sich langsam durch die größer werdende Dünung Richtung Dänemark, knapp dahinter paddelte Michael, bestmöglich geschützt. Sobald der Abstand etwas zu groß wurde, was sich bei diesen Bedingungen ein ums andere Mal nicht vermeiden ließ, rollten die Wellen wieder ungebremst an das Race Board, einige brachen direkt neben Michael.

Mit dem Morgengrauen  und der leichten Abdeckung Langelands verbesserte sich die Situation wieder. Um 5:32 Uhr erreichte der Stand-up Paddler das Ziel mit letzter Kraft.

Was war das Ziel dieser Aktion?

Michael Walther

Erschöpft nach der Ankunft in Dänemark. © Sven Jürgensen

Seit einigen Monaten kooperiert Michael Walther mit seinem Zero Emissions Projekt mit der Paulchen Esperanza Stiftung. Beide Projekte sind notwendig um die Zukunft unseres Planeten lebenswert zu gestalten. Das Zero Emissions Projekt fokussiert den Klimawandel, die Paulchen Esperanza Stiftung die Zukunft unserer Kinder.

Mit jeder Seemeile dieser Aktion soll durch unterstützende Unternehmen ein Spendenbetrag erpaddelt werden, der zu 100 % der Paulchen Esperanza Stiftung zugute kommt. Engagierte Unternehmen wie die Fischbar Kiel, Secret Spot und die Apotheke Altenholz sowie Kiel Sailing City und eine Vielzahl privater Unterstützer haben sich in den vergangenen Wochen bereit erklärt, diese Aktion zu unterstützen.

Über die Paulchen Esperanza Stiftung

Die Stiftung verfolgt den unmittelbaren und ausschließlichen Zweck der Förderung der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Förderung und Unterstützung von benachteiligten und bedürftigen oder unverschuldet in Not geratener Frauen.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch praktische Mitarbeit sowie finanzielle Förderung von entsprechenden Projekten im In- und Ausland, größtenteils in Tansania, Argentiniern und auf Sri Lanka.

Dies umfasst die finanzielle Förderung und Unterstützung der Einrichtung und Verbesserung von Unterkünften, von ambulanten und therapeutischen Einrichtungen und der Betreuung von Jugendlichen und Kindern, die verwaist sind oder denen das Verbleiben in der Herkunftsfamilie aus sonstigen Gründen zeitlich oder auf Dauer unmöglich ist.

Darüber hinaus soll die oben beschriebene Zielgruppe eine Förderung der schulischen Ausbildung in Form von Übernahme der Kosten von Schulbüchern, Schulmaterial oder auch außerschulischer Nachhilfe erfahren.

Spenden
http://nouveda.com

13 Kommentare zu „Michael Walther: 30 Meilen Kiel- Ærø Crossing per SUP für Paulchen Esperanza“

  1. avatar Marina sagt:

    Mensch, Michael – das ist ja der helle Wahnsinn! Wie gut, daß Du dennoch gesund angekommen bist.
    Hochachtung!

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  2. avatar Fastnetwinner sagt:

    Der Sport ist jung und neu, da werden jetzt massenweise Rekorde aufgestellt und auch wieder purzeln. Angeblich soll es schon einen Rekord vom MSC-Clubhaus zum MSC-Takelschlengel und sogar ganz wieder zurück geben. Irgendwann gehen die Bretter dann durch die Kreissäge oder man lässt die Luft raus und die Sportindustrie jagt die nächste Sau durch’s Dorf!

    PS: Gibt’s Nordic Walking eigentlich noch?

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    • avatar watallgift sagt:

      Ein Mann paddelt nachts auf einem Brett bei 5bft Gegenwind von Kiel nach Dänemark für Kinder in Tansania. Er ist Initiator eines Zero Emissions Projektes und tut das ganze im Schraubenwasser eines 33ft Motorbootes. Bin ich der einzige der das nicht versteht?

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      • avatar Michael sagt:

        Eine angebrachte Kritik. Deshalb habe ich natürlich eine Greenline 33 als Begleitboot gewählt. Dank des Hybridantriebes konnte ich im Wind und Wellenschatten des Begleitbootes fahren ohne von Dieselruß überzogen zu werden. Also schon aus eigenem Interesse war mir diese saubere Antriebsform sehr wichtig. Und ja, ehe wir hier zum nächsten Aspekt rutschen, Strom kommt nicht aus der Steckdose aber die Greenline wurde erfreulicherweise mit Ökostrom geladen und konnte ihre Akkus tagsüber mit den verbauten Solarmodulen auf 100 % halten.

        Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

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        • avatar schorsche sagt:

          Schon cool …
          Reicht der Akkustrom der Greenline denn wirklich des Nachts von Kiel bis nach Aerö?
          Das ist ja kaum zu glauben… und wie seid Ihr wieder zurück gekommen?

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          • avatar watallgift sagt:

            Moin Michael,

            hab eben noch mal hier reingeschaut und überrascht festgestellt, dass du geantwortest hast. Da ich es bisher auch recht verwegen fand, nachts mit einem Solardampfer zu fahren, würde mich die Frage von schorsche natürlich auch interessieren. Laut Homepage hat die Greenline33 Akkus mit 11.5 kWh an Bord. Das hieße ja eine Stunde etwa mit 15 PS oder eben drei Stunden mit 5 PS unterwegs zu sein. Das hat gereicht?

            Gruß
            Henrik

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  3. avatar Marc sagt:

    Alles sehr löblich. Aber genau aus diesem Grund hat der Mensch segeln erfunden. Weil er es Leid war ständig zu paddeln. Da bin ich eher der faule Typ und halte “nur” meine Pinne und Schot fest.

    Gibt es so Langstreckenrekorde auch im 505er, Korsar, 470er, 49er?

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  4. avatar astrapilsener sagt:

    Was macht eigentlich der Golfbälle für den deutschen VOR sammeln Mann?
    Oder war der das da auf dem Board und macht jetzt eben was anderes?

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    • avatar Michael sagt:

      Mit Golfbällen habe ich nichts am Hut. Auch ich stutzte bei dem Gedanken eine Volvo Ocean Race Kampagne mithilfe von Golfbällen zu finanzieren. Allerdings muss ich sagen, dass mir Menschen, die Ideen haben, dafür Begeisterung entwickeln und einfach mal etwas anpacken vom Prinzip schonmal sehr sympathisch sind.

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      • avatar Friedhelm sagt:

        Er hat damit schon beachtliche 475 Euro verdient wie auf seiner Webseite zu entnehmen ist…
        also 0.0095% des Bootes, das sind schon 4 B&G Instrumenten Abdeck Plastik Deckel!!!!

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  5. avatar lauterbach sagt:

    da sitz ich lieber zuhause, guck fußball und bohr in der nase,hihihih…..

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  6. avatar pjotr sagt:

    en bisschen spät für erster april? oder schreibt digger jetzt unter pseudonym?

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  7. avatar Anna sagt:

    Die einen schlafen, die anderen Paddeln! Witzige Aktion, einfach mal so, ohne Rekorde, ohne Geld verdienen zu wollen (außer für ne Stifung)… Nächstes Mal komm ich auch n Stück mit! Aber nur n Stück… bisschen verrückt ist es ja schon… 🙂

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