Microsegeln: “La Vagabonde” trifft 81-Jährigen Segel-Guru Yrvind zum Interview

Einhandsegeln als Einsiedler

Der schwedische Segel-Guru Sven Yrvind (81) hat sich auf den Azoren mit den Youtube-Weltenbummlern “La Vagabonde” getroffen. Sichtlich beeindruckt erkunden die Australier das Boot des Micro-Seglers und interviewen ihn.

Der Kontrast könnte größer nicht sein. Beim Interview sitzen sich Sven Yrvind und Riley Whitelum im Luxus-Katamaran gegenüber. Während sich die australische Familie ein komfortables Leben auf See aufgebaut hat, erzählt der Schwede Geschichten von seinem Einhand-Trip im 5,7 x 1 Meter Boot – kaum halb so groß wie ein Optimist.

Zwei Welten treffen aufeinander. Das Leben auf dem Wasser verbindet sie. Nur die Umsetzung unterscheidet sich.

78 Tage Sardinen und Müsli

Yrvinds Alltag an Bord ist alles andere als einfach. Der Minimalist ernährte sich auf seiner Reise zu den Azoren 78 Tage nur von Sardinen und Müsli. Auf die Frage, ob er dessen nicht überdrüssig wurde, antwortet er: “Kühe essen den ganzen Tag auch nur Gras.” Nach anfänglichem Ekel kam die Gewöhnung und inzwischen liebe er es. Problematischer sei die Kälte gewesen. Selbst mit zwei Schlafsäcken und doppelten Socken habe er gefroren.

Elayna erkundet die “Exilex”.

Auf der Überfahrt meisterte der 81-jährige zahlreiche Stürme. Dabei kenterte er wiederholt. Seine “Exlex” richtete sich jedoch jedes Mal alleine auf und zeigte sich hochseetauglich.

Yrvind verbrachte zweieinhalb Monate im Liegen und Sitzen, da Stehen in seinem Schiff nicht möglich ist. Bei der Ankunft auf den Azoren versagten ihm seine Beine den Dienst und er konnte das Boot nur gestützt verlassen.

Im Interview mit den segelnden Youtube-Stars lässt er seine Reise noch einmal Revue passieren. Dabei überrascht er mit der Aussage, die Meere hätten sich durch Plastikverschmutzung nicht großartig verändert. Zu viele Menschen würden daraus eine Sensation machen wollen, um zu profitieren. Die Umwelt zu schützen sei dennoch wichtig, relativiert er.

Design nach Arche Noa

Aktuell arbeitet der Schwede schon wieder an einem neuen Boot. “Exlex the Canoe Cruiser” soll ein Schiff mit Kanu-Rumpf werden. Das Design orientiert sich an den Proportionen von venezianischen Gondeln und von azorischen Walfangbooten, die in bei seiner letzten Reise in seinen Bann gezogen hatten. Auch die biblisch überlieferten Maße der Arche Noa fließen in seine Konstruktion ein. Wie bei den vorhergegangenen Exemplaren setzt er dabei auf Nachhaltigkeit.

Erste Designs von Yrvinds “Exlex the Canoe Cruiser”. ©yrvind.com

Der Schwede hat seine eigene Vorstellung von einem erfüllten Leben. Und vielleicht liegt er damit ja gar nicht so falsch.

Website Sven Yrvind

Tipp: André Mayer

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