Mini 6.50 Kraken-Foiler: Bilder von der ersten Testfahrt – Und jetzt um den Fastnet Rock

So "fliegt" der neue Pogo-Mini

Wenn der französische Tragflächen-Guru Guillaume Verdier involviert ist, geht es schnell. Der erste Offshore-Foiler mit America’s Cup-Kraken-Technik auf Testfahrt.

Wenn IMOCAs ihren Rumpf aus dem Wasser heben, gleiten sie auf seitlich aus dem Rumpf ragenden Tragflächen und ihrem Neigekiel. Die neueste Generation dieser 60 Fußer wird von “Charal” repräsentiert. Acht weitere Neubauten liegen wird für die nächste Vendée Globe auf Kiel.

Erste Yacht der neuen IMOCA-Generation. “Charal” hebt ab. © Yvan Zedda

Charal IMOCA

“Charal”, IMOCA-Foiler der neuesten Generation. © Zedda

Diese Technik ist bei den kleineren Mini 6.50 Hochsee-Rennern trotz einiger Versuche noch nicht gewinnbringend eingesetzt worden. Deshalb scheint die neue Entwicklung aus dem Hause Pogo Structures, von der es bisher nur Bilder aus der Werft gab, besonders spannend.

Pogo, Kraken-Foiler

Der neue Pogo-Kraken-Foiler bei der ersten Testfahrt. © Pogo

Sie ist ein Spin-Off aus dem America’s Cup, der 2021 mit ähnlichen Konstruktionen für eine Yacht-Größe von 75 Fuß ausgesegelt wird. Denn schließlich ist Guillaume Verdier einer der wichtigsten Designer vom Team New Zealand, das zurzeit die Titelverteidigung vorbereitet.

Kreativer Bastelversuch?

Deshalb ist der jüngste Versuch, einen 6.50 Mini aus dem Wasser zu heben, deutlich mehr als einer der vielen kreativen Bastelversuche aus der in dieser Hinsicht berühmt, berüchtigten Mini-Szene. Dahinter steckt jede Menge Rechenpower und ein großer Erfahrungsschatz.

Pogo, Kraken-Foiler

Keine Angst vor drohendem Wetter. © Jourdan/Winches Club

Und wenn sich der große Verdier um solch ein Mini-Segment des Segelsports kümmert, kann man erwarten, dass er mehr darin sieht, als einfach ein kleinen Hochseerenner zu beschleunigen. Dieses Kraken-Design mag sich besser für den Einbau in moderne, schnelle Fahrtenyachten eignen, als die Seiten-Foils der IMOCA.

Pogo, Kraken-Foiler

Wasserlage unter Vollzeug. © Pogo

Das erste Test-Video erscheint vielversprechend wie auch die Rekordzeit, mit der die Entwicklung vorangetrieben wird. Dass der Pogo-Prototyp, der von Erwan Bouroullec, dem Sohn des Werftchefs, gesegelt wird, schon so kurz nach den ersten Bildern vom Bau auf dem Wasser zu sehen ist, zeugt von der Wichtigkeit des Projekts.

Der Mini steht sogar schon für das  Mini-Fastnet, das am 16. Juni – von Douarnenez zum Fastnet Rock vor Irland und wieder zurück – auf der Meldeliste. Offenbar sind sich die Konstrukteure ihrer Sache sehr sicher.

Pogo, Kraken-Foiler

Das Luv-Foil wird aus dem Wasser geklappt. © Jourdan/Winches Club

Pogo, Kraken-Foiler

© Jourdan/Winches Club

Pogo, Kraken-Foiler

© Jourdan/Winches Club

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Mini 6.50 Kraken-Foiler: Bilder von der ersten Testfahrt – Und jetzt um den Fastnet Rock“

  1. Ob sie (Werft, Skipper, Designer) sich da so sicher sind, ist spekulativ. Praktisch sind sie gezwungen an allen Regatten teilzunehmen, wenn Boot und Skipper das Transat segeln wollen …

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  2. avatar Roar sagt:

    Die Kraken-Foils (T-Foils) haben übrigens gegenüber den IMOCA-Foils den konstruktiven Vorteil, dass die Biegebeanspruchung wesentlich geringer ist, während die langen Hebelarme bei des IOMCA’s-Foils zu einer wesentlichen grösseren Belastung der Foils und der Rumpfstruktur führen.

    Werft, Skipper, Designer sind sich ihres Erfolges sicher, da sie das Projekt ja sonst gar nicht der Öffentlichkeit vorgestellt, sondern es geheim gehalten hätten.

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    • Geheimhaltung in der ClasseMini … Ja – gibt es – aber nicht wenn man noch mal schnell ein Boot durch die Quali (Regatten) bringen möchte. Den Vorlauf hat Pogo diesmal nicht und dass das Design nicht von vornherein fleigen wird, ist auch klar. Für die letzte echte Revolution brauchte Raison auch etwas mehr Zeit um sich mit dem Schiff an die Grenzen zu tasten. Das ist etwas anders als bei den IMOCAs, wo die Hugo Boss kurz vor der VendeeGlobe das erste Mal auf ihre Konkurrenten gestoßen ist.

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      • avatar Roar sagt:

        Nein. Es ist schon ein Unterschied, ob man selbst Werfbilder des Kraken-Minis veröffentlicht, oder eben keine Bilder veröffentlicht.

        Die Tatsache, dass Pogo Bilder veröffentlicht, ist ein Hinweis darauf, dass Werft, Skipper und Designer sehr von den neuen Foils überzeugt sind. Wie man hört, verfügt der Konstrukteur bereits über einschlägige Erfahrungen mit den Kraken-Foils.

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