Mittelmeer-Wetter: Sturm Gloria sorgte für Rekord-Welle – 8,44 Meter vor Valencia

Größte Mittelmeer-Brecher

Valencia ist einigen Segelfans noch wegen der andauernden Flauten beim America’s Cup 2007 in Erinnerung. Aber nun hat sich dort der größte Mittelmeer-Brecher aller Zeiten aufgebaut.

Im schwarzen Bereich sorgte “Gloria” für den heftigsten Wellengang. © NOAA

Nach Angaben der spanischen Meteorologen und Ozeanographen erzeugte der Sturm Gloria am 20. Januar 2020 vor der spanischen Hafenstadt Valencia in Spanien eine Rekordhöhe von 8,44 Metern. Sie wurde dort von einer Boje aufgezeichnet.

Der Sturm, der insbesondere mallorquinische Häfen verwüstete und dort zahlreiche Yachten auf den Strand warf, suchte einen Großteil des westlichen Mittelmeers heim, einschließlich Frankreich und Portugal, und sorgte für mehrere Wellenhöhenrekorde. Die Behörden glauben, dass er Brecher von bis zu 13,5 Metern erzeugte. Der frühere Rekord stammt mit 8,15 Metern aus dem Jahr 2003 und wurde vor Mahón (Menorca) aufgezeichnet.

Besonders alarmierend für Segler sind die Wellenhöhen, die auch in den Häfen gemessen wurden. So erreichte der Wellengang im Hafen von Valencia zeitweise im Mittel 2,11 Meter und maximal 3,28 Meter. Das ist der höchste jemals von dieser Station gemessene Wert seit ihrer Inbetriebnahme 2006.

Auch die Ozean-Boje bei der Felseninsel Dragonera vor der Westküste Mallorcas zeichnete ein historisches Maximum auf. Sie registrierte am 20. Januar um 3 Uhr morgens eine Wellenhöhe von 7,97 Metern und übertraf damit ihren bisherigen Rekord von 6,33 Metern vom Januar 2017.

Wartung einer Tiefwasser-Boje. © NOAA

Die spanischen Tiefwasserbojen ankern in offenen Gewässern in Tiefen zwischen 400 und 2.000 Metern. Sie sind mit einem Wellensensor ausgestattet, messen aber auch Wind, Lufttemperatur und Luftdruck in etwa drei Metern Höhe und mit ozeanographischen Sensoren in drei Metern Tiefe Strömung, Temperatur und Salzgehalt.

Jede Stunde zeichnen die Geräte ein 30-minütiges Wellenprotokoll auf. Die gemessenen Daten sind komplex und müssen erst im Inneren der Boje von einem Computer verarbeitet werden bevor die Satelliten-Übertragung erfolgt.

Wissenschaftler sind schon seit langer Zeit damit beschäftigt insbesondere die Entwicklung von einzelnen Monster-Brechern zu entschlüsseln, die bis zu 25 Meter hoch werden können. Ziel ist es, sie irgendwann einmal vorhersagen zu können. Vor einem Jahr meldeten sie einen ersten Erfolg.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

4 Kommentare zu „Mittelmeer-Wetter: Sturm Gloria sorgte für Rekord-Welle – 8,44 Meter vor Valencia“

  1. avatar A. Friedrich sagt:

    Portugal liegt nicht am Mittelmeer!

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    • avatar herr zettpunkt sagt:

      Und Madrid nicht in Italien. 😉

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    • avatar pl_johaa sagt:

      “suchte einen Großteil des westlichen Mittelmeers heim, einschließlich Frankreich und Portugal” ….wo genau steht in dem Artikel, daß Portugal am Mittelmeer liegt?

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  2. avatar Andreas sagt:

    nu mal ich so kleinlich. Mittelmeer, Sargassosee, Aaasee, Nil…..alles Wasser mit Land drumrum und weit weg!

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