Mysterium: Der „Windvinder“ segelt unbemannt gegen den Wind über die Ozeane

Expedition zum Ursprung des Windes

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Ein Mysterium oder nur Spinnerei? © windvinder

Eine Legende aus längst vergangenen Zeiten? Ein Wink aus der Zukunft? Wer dieses Boot irgendwo findet, sollte es weiter auf seine Reise schicken – gegen den Wind, Richtung “unbekannt”.

Was treibt uns an, seltsame Dinge zu tun, die nicht unter das (mitunter zweifelhafte) Prädikat „normal“ fallen? Warum stiegen Norgay und Hillary auf den Mount Everest? Warum schleppten sich Amundsen und Scott zum Pol? Warum stachen irgendwann in grauer Vorzeit die Polynesier zu ihren faszinierenden Fahrten durch den Pazifik in See?

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Irgendwo da draußen, auf dem Weg zum einen Drittel am Horizont, in Luv … © windvinder

Natürlich gab es immer wirtschaftliche oder eben überlebenswichtige Gründe. Doch was genau trieb sie an?  Ein Impuls, der nicht zu erklären ist? Ein Traum mit einer Botschaft von der „andern Seite“?

Geniestreich oder Traumtänzerei – ganz egal, wie man das Projekt „Windvinder“ bezeichnet… es hat bereits eine Menge Menschen zum Träumen und Fabulieren gebracht. Die Wilhelmshavenerin Wipke Iwersen (42) ist die Initiatorin der „Expedition zum Ursprung des Windes“. Die Künstlerin, Tischlerin und Architektin baute den ersten Ur-„Windvinder“ – eine Art Forschungskatamaran, der mit Windturbinen angetrieben unbemannt und immer gegen den Wind über die Wasser reist.

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ein seltsames Gefährt, hinter den Wellen, hinterm Horizont, fährt gegen den Wind © windvinder

Schon seit ihrer Kindheit träumte sie von der „anderen Seite “, dort, wo sie auf dem Segelschiff ihres Großvaters nicht hinkam:

„Wir konnten praktisch überall hinsegeln – nur nicht zu diesem einen Drittel des Horizonts in Luv, das alle Geheimnisse der Welt zu beherbergen schien. Bevor ich 10 war, wusste ich schon, dass ich eines Tages dorthin segeln würde – DIREKT dorthin, nicht mit kreuzen oder warten bis der Wind dreht um dann vielleicht die Insel zu erreichen wo gestern der Wind herkam – nein, ich wollte nicht die Insel, ich wollte dieses magische Drittel des Horizontes (…das schon wieder weitergewandert war zu einer anderen Stelle des Kreises…).“

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Nach der Reparatur, 2010 © windvinder

Wer den  „Windvinder“ irgendwo findet, etwa auf einem Strand oder an einem Riff im Pazifik, der „möge ihn reparieren, verbessern, neu erbauen“, so die Bitte auf Wipkes Website. Es sei alles ganz einfach, weil eher „leicht und dennoch stabil gebaut“. Es gibt Ersatzteile zur Reparatur an Bord, aber man könne auch seiner Fantasie freien Lauf lassen und Strandgut, Treibholz oder was auch immer zur Instandsetzung nutzen. So bleibt die Idee gleich, aber der Weg zum Ziel wird von einem immer länger anhaltenden Traum gesegelt.

Seit 2008 ist der „Windvinder“ im Pazifik unterwegs, 2010 wurde er auf einem polynesischen Atoll wiedergefunden und weiter ausgebaut. Doch während dieser Reparatur gab es plötzlich Nachrichten von Sichtungen anderer „Windvinder“, die dort draußen auf den Meeren unterwegs sein sollen.

Spurensuche: Windvinder wird auf einem Fischerboot gesichtet und verewigt © windvinder

Spurensuche: Windvinder wird auf einem Fischerboot gesichtet und verewigt © windvinder

Immer Richtung Wind, mit neuen Impulsen als Antrieb… eine Idee, die heimliche Nachahmer gefunden hat?

Oder andere Träumer, die dem Wunsch nach dem „einen Drittel des Horizonts in Luv“ längst anderswo nachgaben?

Wipke Website ist nicht nur für Träumer gedacht! Sie ist gespickt mit geheimnisvollen Anspielungen und spannenden Details vom Bau des „Windvinders“. Ein Mysterium, das auf See und gleichzeitig im großen Fischernetz „Internet“ federleicht umherschwebt.

Übrigens: Wipke hält auch Vorträge über den “Windvinder”. Zuletzt wurde sie in Aurich gesichtet, als sie Lokalpolitikern ihr Projekt ausführlich vorstellte.

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Der ewige Traum vom Segeln zu neuen Ufern © windvinder

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2 Kommentare zu „Mysterium: Der „Windvinder“ segelt unbemannt gegen den Wind über die Ozeane“

  1. avatar Henk sagt:

    Tolle Idee und spannende Sache, aber hat das Ding wenigstens einen Radarreflektor und AIS? Wäre ne nette Rechtsfrage wenn ein Einhandsegler nachts und bei Schietwetter so Ding ummangelt und dadurch sein Kahn kaputt is. Der wird auf das Inverkehrbringen von die Schifffahrt gefährdendem Treibgut sicher gut zu sprechen sein. 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

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