Nach Rettung aus Seenot: Yacht vor Irland treibend wiedergefunden

„Mein Ein und Alles“

Dino (links) glücklich mit Azoren Flagge und dem Finder seiner Yacht, Michael © Yachting Monthly

Dino (links) glücklich mit Azoren Flagge und dem Finder seiner Yacht, Michael © Yachting Monthly

Dino Silvos selbstgebaute Alu-Yacht erlitt im Sturm einen Ruderschaden und musste aufgegeben werden. Doch der Skipper glaubte bis zuletzt an ein Wiedersehen.

Dino Silvo lebt auf den Azoren, eigentlich. Und obwohl dort nicht zwangsläufig jeder von der See begeistert sein muss – Dino war es. Irgendwann verkaufte er sein Haus und baute sich von dem Geld eine 35-Fuß-Yacht aus Aluminium. Allein, mehr oder weniger.

Er wollte weg, wollte endlich die See vor seiner Haustüre befahren, so wie all’ die Segler, die auf ihrem Törn rüber über den Atlantik zum letzten Mal hoffnungsfroh auf „seiner“ Insel festmachten. Sein Traum: Nicht unbedingt um die Welt segeln, aber so viele Seemeilen wie nur irgend möglich auf seiner „Lua“ abreißen. So weit, so schön.

“Mein Kind, mein Leben!”

„Es ist eine wunderbare Yacht, ich habe meine gesamten Finanzen und mein Herzblut beim Bau in sie hineingesteckt,“ beschreibt Dino südländisch pathetisch sein schwimmendes Heim. „Dieses Schiff ist mein Kind, mein Leben!“

Irgendwann im Mai segelte Dino los, einhand natürlich und, nein, er schipperte nicht Richtung Westen wie die meisten anderen im Hafen, sondern nach Norden. Dino wollte zunächst nach Island!

500 sm westlich von Irland erwischte es Dino und die „Lua“ eiskalt: Das Ruder brach in einem Sturm und alle Versuche, ein Notruder zu bauen, schlugen fehl. Er setzte Mayday ab und wurde kurz darauf von einem deutschen Frachter auf hoher See geborgen, der auf dem Weg in die USA war.

Der Azorianer verließ sein Schiff schweren Herzens. Aber er berichtet später: “Ich hoffte und spürte irgendwie, dass ich seimeinene LUA wiedersehen werde“. Er schreibt mit Filzstift in großen Buchstaben seine Kontaktdaten auf den Salontisch, sichert Segel und Rigg so weit möglich und geht von Bord.

Lua, Dino Silvo, wiedergefunden, Yacht

Etwas ramponiert, aber die Lua schwimmt © coast guard

Kaum in den USA bittet er die britische „Yachting Monthly“ eine Art Suchmeldung an ihre Leser zu richten. „Findet meine Lua!“

Wieder zurück in Großbritannien, berechnet Dino, dass sein Schiff mit Strömung und vorherrschenden Windrichtungen irgendwo an der schottischen Küste antreiben müsste. Dort wartet er gemeinsam mit seiner angereisten Freundin eineinhalb Monate lang, nervt Dutzende Fischer, fährt dauernd mit anderen Seglern hinaus auf See und findet… nichts.

“Plötzlich ein Geisterschiff im Nebel!”

Szenenwechsel. Vor der nördlichen irischen Küste bei Donegal tuckert Michael McVeigh mit seinem Charterschiff auf dem Rückweg von einem Tauchtrip mit Gästen durch dichtesten Nebel zurück Richtung Mulroy Bay. „Plötzlich taucht dieses Geisterschiff vor mir auf!“ erzählt Michael. „Es sah wirklich mitgenommen und verlassen aus, also sind wir hin.“

Zwei seiner Gäste klettern rüber auf die „Lua“, finden verschimmeltes Essen und Dinos Nachricht auf dem Tisch. McVeigh  hat in der Zwischenzeit seinen Fund der Küstenwache gemeldet und die beruhigt ihn. Der Skipper sei gerettet worden und suche wohl noch nach seinem Schiff. Zwei Stunden später schleppt ein Fischer die „Lua“ in die Mulroy Bay.

Zurück nach Schottland. Dort sitzt Dino buchstäblich auf gepackten Koffern, will am nächsten Tag zurück in seine Heimat fliegen. „Da kommt dieser Anruf, dass meine Lua intakt gefunden worden sei,“ strahlt Dino. „Und was besonders wichtig war: ich musste keine exorbitante Bergungsrechnung bezahlen, sondern hatte einfach Glück mit der Solidarität der Seeleute untereinander. Das war der schönste Tag in meinem Leben!“

Zum Dank für das Auffinden der „Lua“ hat Dino den Finder Michael auf seine Heimatinsel eingeladen. „Und wer weiß, viellicht segeln wir dann dort zusammen ein paar Schläge auf der Lua!“ meint Dino glücklich.

Mit Informationen von Yachting Monthly

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Michael Kunst

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