Near Miss vor St. Tropez: Schockierte Segler nach Begegnung mit einem Löschflugzeug

Crash-Gefahr

Fahrtensegler im Mittelmeer müssen sich mit einer neuen Gefahr auseinandersetzen: Löschflugzeuge. An der Cote d’Azur ist es zu einem erschreckenden Vorfall gekommen.

Griechenland, Türkei, Italien: Die Waldbrände in Südeuropa sind außer Kontrolle. Immer neue Brandherde verschärfen die Lage. Extreme Hitze bis zu 44 Grad und langanhaltende Trockenheit haben zur bedrohlichen Situation geführt. Seit Montag wüten die Feuer auch in Frankreich. Bei St. Tropez an der Cote d’Azur mussten Tausende Menschen evakuiert werden. Brände fressen sich durch ein Naturschutzgebiet bis zur Küste. Mehr als 5000 Hektar Fläche sind schon vernichtet.

Near miss. Ein Löschflieger bei St. Tropez rast mit rund 190 km/h knapp an einem Cruiser vorbei. © Sécurité civile

Für die Bekämpfung werden Flugzeuge vom Typ Canadair CL-415 eingesetzt. Und diese werden immer mehr zu einer Gefahr für Segler, da sie bis zu 190 km/h schnell knapp über der Wasserfläche fliegen, um Löschwasser aufzunehmen.

Die französischen Behörden haben mit Warnungen an die Schifffahrt auf die Bedrohung durch die Flieger reagiert. Aber nun wäre es fast doch zu einem großen Unglück gekommen. Ein Cruiser-Paar hat ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie nahe ihnen ein Löschflugzeug bei St. Tropez gekommen ist.

Im Tweet zeigen sie bei der Passage der ersten Canadair noch Spaß an dem Nervenkitzel und erkennen offenbar nicht die Gefahr auch für die Piloten. Aber der zweite Tiefflieger lässt dann doch eher schockierte Segler zurück.

Um solche Dramen zu vermeiden, hat der Präfekt für den Seeverkehr im französischen Mittelmeer eine Verordnung herausgegeben, in der die Wasseraufnahme-Zonen definiert sind und die Risiken beschrieben werden. Man solle sich mindestens 500 Meter von den gefährdeten Bereichen freihalten. Aber der Near Miss hat gezeigt, wie schnell ein Unfall passieren kann.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Wasserbomber einer Yacht den Mast abgerissen hätte. 2017 wurde solch ein Vorfall dokumentiert:

So nahe kommen die Flieger auch ankernden Yachten:

Tipp: André Mayer

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

3 Kommentare zu „Near Miss vor St. Tropez: Schockierte Segler nach Begegnung mit einem Löschflugzeug“

  1. avatar esmussmehrgesegeltwerden sagt:

    Auch hier gilt für die Verkehrsteilnehmer
    – Ausschau halten
    – eindeutigen Kurs halten bzw. eindeutige Ausweichmanöver fahren
    – wissen, was der andere kann und was nicht

    Solche Löschflugzeuge sind durchaus ganz gut manövrierfähig, auch im Moment der Wasseraufnahme. Das sind schon Profis, die im Moment leider (!) sehr viele Flugstunden sammeln. Und die wissen auch, wieviel Platz ihr Flieger braucht. Nur den Platz muss man ihnen auch lassen.

    Anflug gerne gegen den Wind (unter 5kn beliebig)
    eher in Zone mit weniger Wellen
    spiegelglattes Wasser vermeiden die Piloten, weil sich dann die Höhe auf den letzten Metern schlecht einschätzen lassen

    aus: https://gacc.nifc.gov/nrcc/dispatch/aviation/ApprovedScooperOpsPlan.pdf

    Length of the water source should generally be 1 to 2.5 nautical miles and at least
    six feet deep. Length needed is dependent upon wind direction and strength, terrain, altitude,
    and temperature. The time on the water is typically 15 to 20 seconds, (actual fill time is 11
    seconds).

  2. avatar Oceanus sagt:

    Auf dem Video sieht es eher nach einem kleinen Motorboot mit Bimini aus, als nach einer Yacht (unter Segel).
    Diese Boote werden ja vielfach am Mittelmeer auch ohne Führerschein verchartert.
    Damit einher geht ja dann oft nur so mittelmäßige nautisches Verhalten…

    Wahrscheinlich war für den Piloten das Boot aufgrund der Größe nicht gut zu sehen und/oder hat keinen klaren Kurs gezeigt.

  3. avatar Foo sagt:

    OT: man kann keine Menschen evakuieren. Man kann nur Orte evakuieren (Menschen von dort entfernen). Evakuieren bedeutet “entleeren”.

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