Neue Studie: Der Blick aufs Meer – Warum Segler so glückliche Menschen sind

Lieber Blau als Grün

 

Grün UND Blau –vielleicht die perfekte Lösung? © tahiti tourisme

Wir haben es doch schon immer geahnt: Der Blick aufs blaue Meer entspannt deutlich mehr als die Aussicht auf den grünen Schwarzwald. Eine weitere Erklärung, warum die Zeit auf dem Boot so gut tut.

Sie kennen das: Studien und Forschungsarbeiten, die einem genau das nochmals mit Statistiken, Beobachtungen und vermeintlichen Fakten beweisen, was man sowieso schon längst wusste. Oder zumindest ahnte. Man seufzt wissend, verdreht vielleicht sogar ein wenig die Augen und… schaut dann doch auf die Statistiken, ihre Ergebnisse und Empfehlungen. 

Eines dieser immer wiederkehrenden Themen lautet: „Wie glücklich macht uns eigentlich das Meer?“ Gerne auch abgewandelt in „warum uns die Meeresfarbe Blau so beruhigt“ oder „warum acht von zehn Urlauber lieber ans Meer als in den Schwarzwald wollen.“ 

Entspannend, beruhigend, vitalisierend

Wer sich ein wenig für die Materie interessiert, könnte schon an dieser Stelle alle die bekannten – und letztendlich gerade von uns Seglern besonders geschätzten! – Antworten auf die o.g. Fragen herunterleiern. Das Meer wird seit jeher als Ort der Ruhe und Entspannung empfunden. Seine Weite und kaum vorstellbare Größe wirken sich entspannend auf unseren Geist aus.

Für den eher meditativen Aspekt sorgen das Rauschen der Wellen, die sich am Strand brechen oder das Glitzern der Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche. Ganz zu schweigen vom meist frischen, als rein empfundenen Geruch, der uns am oder auf dem Meer einen der wichtigsten Sinneseindrücke liefert. 

Alle Nuancen von Grün bis Blau – das Meer und sein Himmel haben reichlich zu bieten © freepik

Schon C.G. Jung, der Begründer der analytischen Psychologie, war sich sicher, dass die Meere in unseren Träumen für das Unbewusste stehen. Und Goethe machte in seiner Farbenlehre darauf aufmerksam, dass sich das Blau der Ozeane in all seinen Nuancen als besonders beruhigend erwiesen habe. 

Mit entsprechender „Vorsicht“ sollte man also die x-te Studie zum Thema betrachten, die nun von „Science Direct“ veröffentlicht wurde. Und doch gibt es hier interessante Nuancen zu beobachten. 

Die Forscher haben im Besonderen untersucht, welchen Einfluß der „Blick aufs Meer“  im Vergleich zum „Blick aufs Grün“ hat. Sie ahnen es schon: die Aussicht bis zum Horizont oder zumindest auf große ozeanische Wasserflächen wirkt sich deutlich stressreduzierend aus. Oder im Wissenschaftssprech: Höhere Sichtbarkeiten im blauen Raum waren mit einer geringeren psychischen Belastung verbunden. 

Lieber mit Meerblick

Somit wurde jetzt also wissenschaftlich belegt, warum Segler so sympathische und besonders glückliche Menschen sind – eben weil wir öfter aufs Blau der Wasseroberfläche schauen, wenn wir auf dem Boot sind (wenn auch meistens, um die nächste Böe besser einzuschätzen zu können). Dieser Blick ins Blaue soll Stress deutlich reduzieren und macht uns zu den lockeren, entspannten und gelassenen  Typen, die wir ja nun mal sind. 

Doch die beiden Forschungsteams von der „University Canterbury“ in Neuseeland und von der Michigan State University USA gingen noch einen Schritt weiter. Sie beschäftigten sich mit der Frage, welchen Einfluss der Meeresblick auf die Gesundheit  haben kann.

Dazu wurden Bewohner der neuseeländischen Hauptstadt Wellington untersucht und befragt, die in der dicht besiedelten City wohnen. Und entweder Blick auf die Tasmanische See, den Pazifischen Ozean haben oder auf das Grün in einem der zahlreichen Parks schauten. 

Meer, Blau, Stress

Blick bis zum Horizont ist urbanem Umfeld vorzuziehen © holiday check

Das (auf dieser Website) nicht ganz so überraschende Ergebnis: Unter Einbeziehung statistischer Werte wie Alter, Dauer der vor Ort gelebten Zeit, allgemeiner Gesundheitszustand etc. wird deutlich, dass Menschen, die aufs Blaue Meer schauen, deutlich gesünder leben als solche mit Blick aufs Grün. 

Die Wissenschaftler führen dies klar auf einen niedrigeren Stressfaktor bei den“Meer-Guckern“ zurück. Anders formuliert: Wer wie Segler so oft wie nur möglich übers Meer bis zum Horizont schaut, kann schneller Stress abbauen und somit die gesundheitsschädlichen Wirkungen dieser Volkskrankheit reduzieren bzw. eliminieren. 

Lieber Blau 

Eine Antwort auf die Frage, warum das beim Blick aufs Grün nicht funktioniere, haben die Forscher ebenfalls parat: Im Blickfeld der Park- und Wiesenliebhaber gab es nie „unverbaute Natur“. Soll heißen: wäre der Blick auf die Wälder der Parks nicht von Gebäuden oder anderem „unterbrochen“ worden, wäre das weniger gesundheitsschädlich. Genau wie bei den grünen Wassern in Buchten, entlang weißer Sandstrände oder in polynesischen Atollen, auf die wir SeglerInnen ja auch dauernd schauen.

Was lernen wir daraus? Macht weiter wie bisher! Schaut und stiert bevorzugt aufs große Blau oder glasklare Grün der Ozeane (und Binnenmeere) und verlasst euch auf die gesundheitsfördernden und stressreduzierenden Wirkungen dieser Aussicht.  Die ja nun wissenschaftlich bewiesen sind!

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Ein Kommentar „Neue Studie: Der Blick aufs Meer – Warum Segler so glückliche Menschen sind“

  1. avatar addi sagt:

    Hm. Der Schwarzwald ist, wie der Name sagt, schwarz. Ich kann das bestätigen, ich sitze gerade in Freiburg im Garten in der Abendsonne und schaue hinüber in die Berge.
    Immerhin, schön warm ist es.
    Aber schwarz ist auch nicht besser, als grün, und ja, bald sitzen wir wieder aufm Kahn und schauen an den weißen Segeln vorbei ins Blaue!
    Schöner Artikel, zum Träumen und zur Vorfreude!

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