Neuer Zerstörer: “USS Zumwalt” mit Wavepiercer Look und Wulstbug

Böse Bombe

Eigentlich sollte heute der 3,3 Milliarden Dollar teure Zerstörer “USS Zumwalt” getauft werden. Die Feier musste aber wegen des US-Haushaltstreits verschoben werden. Dafür zeigte die Werft Bilder von dem 183 Meter langen Kriegsschiff mit seinen bösen Linien.

USS Zumwalt

Wavepiercer Bug mit Wulst bei dem modernsten Zerstörer der Welt “USS Zumwalt”. © US Navy/General Dynamics Bath Iron Works/Michael C. Nutter

Die eckige Form ohne rechtwinklig zum Wasser angeordnete Flächen soll die Tarnkappenfunktion effektiver machen. Besonders radikal sieht der Wulst unter dem Wavepiercer Bug aus. Er soll auch bei 30 Knoten Fahrt eine maximal stabile Schwimmlage erzeugen.

Das Schiff wurde auf der Bath Iron Work Werft in Maine gebaut und sollte ursprünglich 32 Schwestern bekommen. Bisher sind die Planungen aber nur auf drei Einheiten reduziert worden.

USS Zumwalt

Markante Bugform. © US Navy/General Dynamics Bath Iron Works/Michael C. Nutter

USS Zumwalt

Scharfe Linien, eckige Aufbauten. © US Navy/General Dynamics Bath Iron Works/Michael C. Nutter

 

 

 

Fakten zum Wulstbug

– Das verstärkte Volumen im Vorschiff verbessert die Seegängigkeit.
– Der Wasserwiderstand wird durch die Tropfenform um etwa zehn Prozent verringert.
– Das eigene Wellensystem des Schiffes wird positiv verändert. Die bremsende Effekt der Bugwelle nimmt ab.
– Die Erfindung wird dem Chefingenieur der US Navy David Watson Taylor zu gesprochen und wurde schon im ersten Weltkrieg eingesetzt.
– Das deutsche Schlachtschiff “Bismarck” war auch mit einem Wulstbug ausgestattet

Warum gibt es bei Segelyachten keinen Wulstbug?

Elvström Coronet 38, Wulstbug

Elvström Coronet 38 mit Wulstbug. © tradeaboat

– Die Elvström Coronet 38 wurde Anfang der 80er Jahre mit einer Nase am Bug ausgerüstet. Die Konstruktion setzte sich aber nicht durch.
– Der Bug entwickelt seine Vorteile bei einer konstanten Geschwindigkeit. Das ist bei Segelyachten selten der Fall.
– Auch bei Krängung würde sich die Anströmung verändern und eher ein Bremseffekt eintreten.

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Carsten Kemmling

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31 Kommentare zu „Neuer Zerstörer: “USS Zumwalt” mit Wavepiercer Look und Wulstbug“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Geil, fast so cool wie die B+V Designeryacht.

    PS: Beim Ein/Austauchen des Wulstbugs verliert das Ding ganz schnell seine Effizienz und unsere kleinen Yachten stampfen ja bekanntlich doch öfter mal.

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    • avatar andreas borrink sagt:

      Kuckstu hier:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Zumwalt-Klasse

      Das Zumwalt Projekt ist schon fast 20 Jahre alt und wurde wegen der immensen Kosten immer wieder aufgeschoben. Die Entwürfe geistern schon lange im Netz rum. Das militärische Konzept dahinter ist inzwischen obsolet oder wenigstens zweifelhaft.

      Viel interessanter ist die Frage, wo Monsieur Starck wohl die Inspiration zu seiner “A” hergenommen hat…..!?

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  2. avatar Obama sagt:

    …erscheint mir ein günstiger Preis für unser aller Freiheit und als Schutz gegen das Böse und den Theorismus auf den Weltmeeren….

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    • avatar michelle sagt:

      barack, we all suffer from shutdown and you go surfin’ the web? shame on you, damn black bloody bastard!

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      • avatar Seven sagt:

        Das gehört sich nicht und vor allem gehört es nicht hier her! Fehlerhaftes verhalten an Farben,Ethnie, Geschlecht oder Wohlstand fest zu machen ist so was von erbährmlich ! ….und dafür solltest du Dich schämen!

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  3. avatar liebersegeln sagt:

    Ganz zu schweigen von den Slamminglasten auf den Wulst beim Stampfen.
    Der Wulstbug dürfte aber schon bei krängung mehr hinderlich als nützlich sein. Und für welche Geschwindigkeit legt man so ein Ding bei einem Segelboot aus?
    Aber mal ne andere Frage: Gilt für Amerikaner (auch für die Navi) Patentrecht? Müssen die auch europäische Patente respektieren? Auf den Bildern sieht es so aus als würden die Linien des Bugs die Patente einer norwegischen Werft verletzen. (Es gibt tatsächlich Patente auf Linienverläufe bei Schiffsrümpfen)

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  4. avatar Sailing4Ever sagt:

    Aber, wird durch die längere Wasserlinie nicht die Rumpfgeschwindigkeit auch höher? Gibt es eigentlich Segelboote mit Trimmklappen hinten? Manche Motorboote haben sowas, um eher ins Gleiten zu kommen.

    Das es sich nicht durchgesetzt hat, könnte auch einfach am ungewohnten Anblick, den Hafenrechnungen nach Bootslänge oder dem schlechteren Aufsteigen vom Steg auf den Bug liegen. Es gibt ja so’n Spruch: Was der Bauer nicht kennt …. Das muss nicht an schlechterer Fahrdynamik liegen.

    Von Flettnerrotoren war auch lange nichts zu hören. Die letzten, die damit probiert hatten, war so ein Kat in Kiel.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Uni-Kat_Flensburg

    Gruß
    Hannes

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    • avatar T.K. sagt:

      Ne ne, das thema ist durchaus noch aktuell:

      Siehe hier (2010)

      http://en.wikipedia.org/wiki/E-Ship_1

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    • avatar Sven sagt:

      Doch Trimmklappen am Heck sind hochaktuell. Seit etwa 2002 nutzen die Int. 14 ft Dinghis http://ger.international14.org/ T-förmige Ruderblätter. Also Ruderblätter mit einer zusätzlichen waagerechten Fläche welche in verschiedenen Winkeln angestellt werden können. Da auch Boote, welche sich in Gleitfahrt befinden eine Heckwelle erzeugen, ist das Thema Wellenbildung auch dann noch interressant.
      Wer Lust hat schaue sich das auf der Hanseboot an. Dort stellt die Klassenvereinigung aus.

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  5. avatar hurgahmann sagt:

    Ich könnte mir vorstellen das das Gerät nicht nur aus hydrodynamischen Gründen so gross ausgefallen ist. Irgendwo muss das Aktive Sonar ja auch noch hin

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    • avatar OH25 sagt:

      Vollkommen richtig. Das hat nichts mit einem Wulstbug zu tun, auch wenn es optisch ähnlich wirkt. Unter dem Wulst befindet sich ein Sonar (aktiv und passiv) vermutlich gibt es noch ein weiteres Sonar (passiv) zum hinterherschleppen. Einen solchen Wulst findet man bei fast allen Zerstörern und Fregatten mit Fähigkeiten zur U-Bootabwehr, auch bei deutschen Einheiten. Der Grund für die große Tiefe des Wulstes (Teil des Schiffes mit dem größten Tiefgang) ist damit zu erklären, dass das Sonar auch nach achtern (unter dem Schiff durch) orten kann. Die hydrodynamischen Eigenschaften des Wulstes sind sicherlich eher negativ, werden aber durch eine möglichst stromlinienförmige Gestaltung optimiert.

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  6. avatar Alex sagt:

    Fakten zum Wulstbug, wenn ich das noch richtig im Kopf hab.
    Der Wulstbug erzeugt ein eigenes Wellensystem welches mit dem Wellenberg genau in das Wellental vom Wllensystem des Schiffsrumpf passt. Dadurch wird die Bugwelle vom Schiff quasi gelöscht, was den Wiederstand erheblich verringert.
    Segelboote fahren mit unterschiedlicher Kränkung und daher auch unterschiedlicher Wasserlinie und Form. Daher ist das nix für segelnde Verdränger.

    Zum Glück stehe ich aber auf Gleiter und muss mir über das eigen Wellensystem keinen sonderlichen Kopf machen. Höchsten dass ich möglicht schnell rauf komme.

    Und Ihr regt euch auf, wenn ein Boot nicht für 20k EUR zu haben ist. 😉

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  7. avatar seilor sagt:

    Hier geht es nicht zufällig gerade um die neue Tötungsmaschine einer naiven Weltmacht, die gerade die eigenen Beamten nicht bezahlen kann … wenigstens die Rüstungslobby funktioniert dort aber noch, wenn ich mir den Wiki-Artikel durchlese, in welchem übrigens weit mehr Infos stehen …

    Aber das Ding ist weder innovativ, noch schön … und da Kriegsgerät schonmal gar nicht sexy. Hat Segelreporter die Zielgruppe gewechselt ohne es mitzuteilen?

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  8. avatar Karl sagt:

    Der Wulstbug ist vermutlich mit das unspannendste an der Kiste:

    http://arstechnica.com/information-technology/2013/10/the-navys-newest-warship-is-powered-by-linux/

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  9. avatar Tim sagt:

    Das ist kein Wulstbug sondern Sonardom!

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  10. avatar <°((( ~~< sagt:

    Hihi, sehr interessant, aus dem Alter, wo man sich für bombastisch-superlativistische Militärtechnik interessiert, dürften ja doch die meisten der Mitleser des SR raus sein.

    Rein designmäßig liegt das Teil tatsächlich irgendwo auf Höhe des amerikanischen Bürgerkrieges oder einer frühen Jule-Verne-Verfilmung

    Nun ist unsereiner ja Laie und liest doch da tatsächlich “Tarnkappenfunktion”. Im Raketenzeitalter, wo schon vor zwanzig Jahren Satelliten in der Lage waren, KFZ-Kennzeichen zu erkennen, fragt sich der naive Laie, mit welcher zukunftsweisenden Technik sie so ein 180m-Teil wohl erfolgreich verstecken werden? Das braucht aber eine große Tarnkappe…

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    • avatar stefan sagt:

      …es geht ja aber nicht darum, dass man diese Schiffe nicht “sehen” kann. Heute werden Raketen gegen Schiffe per Radar gesteuert und meist aus großer Entfernung abgeschossen. Da ist es schon entscheidend , ob so ein Schiff ein erkennbares Ziel im Radar ist, oder nicht.

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    • avatar bowman sagt:

      Tarnkappenfahrzeuge werden ohne rechte Winkel gebaut, denn rechte Winkel führen zu einer Reflexion zum Ausgangspunkt des Radarstrahls, siehe Radarreflektor.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Winkelreflektor_(Radar)

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      • avatar SR-Fan sagt:

        Das mag wohl stimmen, wenn die Rakete aber aufsteigt und das Zielradar von ihr ausgeht, stimmt der Reflexionswinkel auch wieder bei schrägen Flächen.

        VG

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  11. avatar Friedrich sagt:

    Zum Wulstbugversuch bei segelyachten sollte man noch den 1-Tonner Kühnezug Goldkatze ergänzen, mit der Manfred Böttcher mal eine AC-Kampagne in den 80er Jahren versucht hat. Scheint sich damals auch nicht wirklich bewährt zu haben, denn die Quali hat das Schiff nicht geschafft. Sie segelt aber mit ihrem Eigner immer noch, allerdings ohne Wulstbug, aber mit ihrem ganzen sonstigen recht skurrilen Äußeren. Und das gar nicht so schlecht.

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  12. avatar Ein Gedanke sagt:

    Nur ein Gedanke:

    Ein wulstiger Bug dessen primäerer Zweck nicht in der Optimierung der strömungsmechnischen Eigenschaften des gesamt Konzepts liegt sonderen der optimalen strömmungsmechanischen Umbauung des dort drin – vermutlich – platzierten Sonarts (Echolot).
    Traditionnell wird wohl so ein Gerät im Bug platziert und möglichst Tief unterm Schiff, für das “Rundumgehör”.

    …nur ein Gedanke für mehr Schnack an dieser Stelle…

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    • avatar Ein Gedanke sagt:

      …Sonars…

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    • avatar Juratagreen sagt:

      Richtig. wie Tim schon gesagt hat ist dies kein richtiger Wulstbug.
      Er liegt dafür zu tief unter der CWL. Ein Wulstbug soll für ein Wellental und eine abwärts gerichtete Strömung im Bereich der eigentlichen Bugwelle sorgen. Dafür muss er vor dem Bug (nicht darunter) liegen und im Bereich der Bugwelle abwärts verlaufende Seitenschnitte haben. Diese Form ist sehr schön an vielen Modernen Superjachten und Containerschiffen zu erkennen.
      http://ts3.mm.bing.net/th?id=H.4806112477446978&pid=1.7
      Dieser tiefliegende Wulst dient wohl tatsächlich der Aufnahme des Sonars und hat einen geringen Effekt auf die Bugwelle.

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    • avatar Juratagreen sagt:

      Ps. Ein Sonar ist kein Echolot sondern ein Geräusch-Ortungsgerät, dass bei Bedarf auch die Echos von selbst ausgesendete Schallimpulse orten kann.

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      • avatar Ein Gedanke sagt:

        Ein Echolot ist der funktionsweise nach ein aktives Sonar. Nicht nur per Definition.

        Aber das ist ja auch so sch.. egal.

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  13. avatar SD sagt:

    Moden kehren immer wieder. Gab es schon vor 100 Jahren—

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e8/WP_SMS_Lübeck_1912.jpg/800px-WP_SMS_Lübeck_1912.jpg

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