Noch mehr Empfehlungen: Drei Serien nahe am Wasser mit Nostalgie-Charme

Rohe Kartoffeln zerquetschen!

Noch mehr Abwechslung beim Serien gucken über die Ostertage? Nach drei Serienempfehlungen aus den letzten Jahren, stellen wir heute drei Serien vor, die längst Kultcharakter besitzen.

Der Seewolf

Worum geht es?

1969/70 ließen das ZDF und der französische Sender ORTF eine weitere Verfilmung von Jack Londons Roman “Der Seewolf” produzieren. Der Schriftsteller Humphrey van Weyden geht bei einem Schiffsunglück vor San Francisco über Bord und wird von dem brutalen Kapitän Wolf Larsen gerettet. Larsen zwingt van Weyden, an Bord zu arbeiten. Zwischen den beiden entspinnt sich einer langer Kampf.

Das Buch gehört zu Londons Frühwerken und hat hinter der vordergründigen Abenteuerhandlung auch eine philosophische Ebene. Kapitän Larsen hat sich hart aus der Armut emporgearbeitet. Diese Härte lässt ihn allerdings schließlich auch scheitern. Der humanistisch eingestellte van Weyden stellt den Gegenpol dar und übersteht die Strapazen.   

Wie finden wir die Serie?

Besonders am Ende weicht die Verfilmung mit Raimund Harmstorf und Edward Meeks in den Hauptrollen deutlich von der Romanvorlage ab. Dennoch gilt sie als herausragend unter den zahlreichen filmischen Umsetzungen. Das liegt zum einen an der Qualität der Schauspieler, zum anderen daran, dass die Serie mit ursprünglich vier Folgen in Spielfilmlänge genug Raum für Rückblenden und die Zeichnung der Figuren hat.

Wo findet man die Serie? 

“Der Seewolf” ist 2004 erstmals auf DVD erschienen. Zwei Jahre später kam eine digital remasterte Fassung auf den Markt. 2012 folgte eine Version auf Blu-Ray.   

Der Seewolf
Deutschland/Frankreich /Rumänien 1971
4 Teile zu je 90 Minuten
2 DVDs

Das Rätsel der Sandbank

Worum geht es?

1984 verfilmte Radio Bremen den Spionageroman “Das Rätsel der Sandbank” des irischen Schriftstellers Erskine Childers. Er spielt 1904, wenige Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, vor dem Hintergrund des Flottenwettrüstens zwischen Deutschland und England. Ein junger britischer Segler besucht mit seiner Yacht “Dulcibella” das ostfriesische Wattenmeer und kommt zufällig einem militärischen Geheimnis auf die Spur.

Wie finden wir die Serie?

“Das Rätsel der Sandbank” gilt als Prototyp des Spionageromans und ist nebenbei äußerst lesenswert. Die zehnteilige Serie nimmt sich viel Zeit für eine sehr nahe Umsetzung der Vorlage, und weicht nur aus dramaturgischen Gründen hin und wieder vom Original ab. Mit Burghart Klaußner, Peter Sattmann und Isabel Varell war die Serie prominent besetzt, aber für Segelfans spielte in Wirklichkeit die “Dulcibella” die Hauptrolle. 

Die “Dulcibella” heißt in Wirklichkeit “Timpe Te” und wurde 1946-48 auf der Husumer Schiffswerft im Stil eines mecklenburgischen Fischerboots gebaut: ein geklinkerter Doppelender mit gaffelgetakeltem Kutterrigg und Schwert, perfekt für Tidengewässer. Anders als in anderen Filmen dient das schöne Boot hier nicht als Kulisse, sondern die Navigation ist immer wieder tragender Bestandteil der Handlung.

Wo findet man die Serie?

Im Zuge der Digitalisierung der Archive brachte die ARD “Das Rätsel der Sandbank” 2008 im Rahmen ihrer Serie “Große Geschichten” als DVD-Box neu heraus. Eine zweite, ergänzte Auflage folgte 2018. Mit Glück findet man die Box noch in Onlineshops von einschlägigen kleinen Museen und Buchläden, ansonsten muss man sich in Antiquariaten auf die Suche begeben. Es lohnt sich.

Das Rätsel der Sandbank
Deutschland 1984
10 Teile zu je 45 Minuten
4 DVDs

Die Schatzinsel

Worum geht es?

Die Abenteuer- und Piratengeschichte schlechthin. Im England des 18. Jahrhunderts quartiert sich ein seltsamer Gast im “Admiral Benbow” ein. Der Sohn des Wirts, Jim Hawkins, findet heraus, dass Billy Bones als Pirat und dem legendären Kapitän Flint segelte. Bones treibt die Sorge vor einem Einbeinigen um, der eines Tages tatsächlich im “Admiral” auftaucht. Kurze Zeit später erscheint ein Blinder, der Billy Bones den “Schwarzen Fleck” überreicht. Vor Schreck stirbt Bones. Jim Hawkins findet in der Truhe des ehemaligen Piraten eine Schatzkarte und schafft es mit seiner Mutter vor den Piraten zu fliehen, die ebenfalls hinter der Schatzkarte her sind. Es beginnt die abenteuerliche Suche nach der Insel, auf der Flint seinen Piratenschatz versteckt haben soll.

Wie finden wir die Serie?

Die vierteilige Serie entstand 1966 in einer Gemeinschaftsproduktion von ZDF und dem französischen Sender ORTF. Das Alter sieht man der Serie natürlich an. Die Figuren wirken verkleidet, die Kulissen sind als Kulissen erkennbar. Aber das verleiht der Serie auch einen gewissen Charme. Im Gegensatz zu anderen Verfilmungen des Stoffes konnte die Handlung des Buches in den über fünf Stunden Laufzeit ohne große Kürzungen übernommen werden. Und das bereitet beim Zusehen durchaus Spaß – nicht nur für Nostalgiker.

Wo findet man die Serie?

2005 erschien eine restaurierte Version auf 2 DVDs, die heute noch erhältlich ist.

Die Schatzinsel
Deutschland, Frankreich 1966
4 Teile zu je 90 Minuten
2 DVDs

Ein Kommentar „Noch mehr Empfehlungen: Drei Serien nahe am Wasser mit Nostalgie-Charme“

  1. avatar Andreas Borrink sagt:

    Ein wenig Trivia zum Rätsel der Sandbank: Die junge Isabell Varell war wirklich klasse als Clara – später hat sie sich dann auf so Pilcher-Zeugs und Schlagerträllerei verlegt und diese Leistung nie wieder abgerufen. Der tolle Titelsong hätte auch jeden Bondfilm geschmückt:

    https://www.youtube.com/watch?v=TfcuzCW6SWo

    Burkhardt Klaußner spielt auch heute noch regelmässig am Schauspielhaus. Alle seine großartigen Darstellungen erinnern immer wieder irgendwie auch an den Davies. Peter Sattmann (Carruhers) fährt immer noch zur See, zwischenzeitlich als Traumschiff-Kapitän….naja. Den dubiosen Kapitän von Brüning gab Dietmar Mues, der bei dem tragischen Unfall in Eppendorf umkam. Ebenso wie der Autor Günter Amendt, der sich u.a. als ausgezeichneter Dylan-Chronist hervortat.

    Jede Menge Geschichte – “Das Rätsel der Sandbank” sollte man gesehen haben……..

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