Orca-Angriffe: Beängstigende Begegnungen und was dahinter stecken könnte

Die wollen nur spielen?

Sie rammen Segelyachten, lassen Crews um ihre Sicherheit bangen und Forscher rätseln. Seit Monaten sorgt das seltsame Verhalten von Orcas vor der Atlantikküste der Iberischen Halbinsel für Diskussionen und Verunsicherung. 

Eine kleine Familie von Orca-Walen. Bild: Shutterstock / Elise Lefran

Es ist später Nachmittag. Katharina und Brandon haben es fast geschafft. Die anspruchsvolle Passage durch die Straße von Gibraltar liegt so gut wie hinter ihnen. Bei leichtem Wind und strahlendem Sonnenschein lief bisher alles glatt. Einige Stunden zuvor waren sie mit ihrer Alpa 11.50 in La Línea de la Concepción gestartet. Das Ziel: Lanzarote. Vorerst. Katharina beginnt gerade unter Deck zu kochen, als der erste Stoß die Anyway trifft und sich die Segelyacht um 180 Grad dreht. Ein dumpfes Geräusch, das Schreien ihres Freundes Brandon an Deck – viel mehr bekommt sie zunächst gar nicht mit. An Orcas denkt da noch keiner von beiden. Dann geht alles ganz schnell: Brandon schaltet den Autopiloten aus, greift ins Ruder und fängt an, langsam gegenzulenken, um das Boot wieder auf Kurs zu bringen. Doch irgendetwas scheint das Ruder zu packen – reißt es ihm aus der Hand. Dann tauchen die ersten schwarzen Rückenflossen neben ihrem schwimmenden Zuhause auf.

Einer der Orcas, die das Boot von Katharina und Brandon angriffen. Bild: Privat / Katharina / Brandon

Ähnlich wie Katharina aus Hamburg und ihrem amerikanischen Freund Brandon erging es in den letzten Monaten auch zahlreichen anderen Crews vor der marokkanischen, spanischen und portugiesischen Atlantikküste und in der Straße von Gibraltar. Orcas touchierten, rammten, drehten ihre Boote – und hinterließen nicht selten erhebliche Schäden. 

212 solcher Vorfälle sind der Arbeitsgruppe „Grupo de trabajo Orca Atlántica – GTOA“ inzwischen bekannt (Stand: 24. September 2021). Sie wurde eigens gegründet, um sich der ungewöhnlichen Ereignisse anzunehmen. Fast alle Vorfälle betrafen Segelboote. 

„Die Interaktionen begannen im Juli letzten Jahres in Südspanien, dann bewegten sich die identifizierten Schwertwalgruppen in den Süden Portugals und wanderten entlang der gesamten portugiesischen Küste, bis sie Nordspanien erreichten, wo sich die Interaktionen im September konzentrierten. Ab Oktober wurden wieder Interaktionen aus Portugal gemeldet, aber weniger konzentriert und weniger schnell aufeinanderfolgend“, fasste das Team den Verlauf der Ereignisse zusammen. Nach einer kurzen Pause im Dezember ging es im Januar bereits weiter mit den Orcavorfällen. Im Frühjahr 2021 konzentrierten sich die Vorfälle im Bereich der Straße von Gibraltar. Im weiteren Verlauf des Jahres verlagerten sich die Zwischenfälle in Richtung Norden die Küste hinauf. Wahrscheinlich folgen die Tiere den Thunfischschwärmen, von denen sich die Tiere in dieser Zone laut Biologen beinahe ausschließlich ernähren.

Schwertwale sind die Spitzenprädatoren der Meere und sehr intelligente, geschickte Jäger. Bild: Shutterstock / Tory Kallman

Ehrenamtlich nehmen die Forscher der Gruppe seit Monaten die Schilderungen der Crews auf, inspizieren die Schäden, analysieren Foto- und Videomaterial und konnten so herausfinden, dass bisher zwei Schwertwalgruppen und insgesamt sieben Tiere für die vermeintlichen Angriffe verantwortlich sind. Ihr Verhalten folgt nach Angaben der Arbeitsgruppe einem klaren Muster: „Sie nähern sich dem Schiff unauffällig am Heck und fangen an, das Boot zu inspizieren, dann zu berühren, es anzustoßen, vor allem am Ruder, sie üben Hebelkräfte aus, drehen das Boot – entweder bis etwas kaputtgeht, normalerweise das Ruder, oder die Crew das Boot stoppt und die Tiere das Interesse verlieren und verschwinden.“ Etwa 30 Prozent der betroffenen Boote seien von den Orcas letztlich beschädigt worden. 

Darunter auch die Alpa 11.50 von Katharina und Brandon. Innerhalb weniger Augenblicke hatten die Meeressäuger das Ruder so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass dies nicht mehr benutzbar war und die Anyway manövrierunfähig durchs Meer trieb. Die beiden Segler riefen die Küstenwache und mussten schließlich ins spanische Tarifa geschleppt werden. Auch Wochen nach dem Vorfall, der sich Ende März in der Straße von Gibraltar etwa sechs Seemeilen von der marokkanischen Hafenstadt Tanger entfernt ereignete, kann Katharina die Geschehnisse noch ganz genau wiedergeben, die ihre Reise, die sie eigentlich über Lanzarote bis nach Miami hätte führen sollen, jäh unterbrachen. 

Die Begegnung mit den Orcas sei eine vollkommen surreale Erfahrung gewesen. „Auf der einen Seite war es wahnsinnig faszinierend, die Tiere zu sehen. Auf der anderen Seite war die Situation natürlich sehr beängstigend, weil ich gemerkt habe, dass man überhaupt gar keine Chance hat gegen die Tiere und man selber der Gast auf dem Wasser ist“, erinnert sich die Hamburgerin. 

Die Ausstrahlung von Schwertwalen sei auch für ihn mit kaum etwas anderem vergleichbar, sagt Fabian Ritter von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). Als Spitzenprädatoren müssten die Meeressäuger im Prinzip vor nichts Angst haben. Selbst Angriffe von Orcas auf weiße Haie seien bereits beobachtet worden. „Man hat ein bisschen das Gefühl, sie wüssten genau, wer sie sind. Und mit so einem Selbstverständnis treten sie eben auch bei diesen vermeintlichen Angriffen auf. Es sind mächtige Tiere und scheinen sich dessen absolut bewusst zu sein“, so der Meeresbiologe und Walforscher. 

Die Verteilung der Angriffe bis Mai 2021

Das Verhalten selbst, das die Orcas derzeit immer wieder vor ­Spanien und Portugal an den Tag legen, sei allerdings eindeutig etwas Neues. Berichte darüber, dass Orcas Segelboote rammten, gab es in der Vergangenheit nur sehr vereinzelt, weiß Ritter und gibt zu bedenken, dass sich oft auch nicht nachprüfen lasse, ob es sich in ­diesen Fällen um Aggression oder vielleicht doch Versehen oder ­Ähnliches gehandelt habe. „Die Attacken auf Boote vor den Küsten Spaniens und Portugals und an der Straße von Gibraltar durch Orcas sind völlig untypisch“, bestätigt Ulrich Karlowski, Diplombiologe und Vorstand der Deutschen Stiftung Meeresschutz. Auch mit Angriffen von Orcas auf Menschen, die es in Delfinarien – nicht aber in der freien Wildbahn – gegeben habe, seien die aktuellen Fälle keinesfalls vergleichbar. 

Noch gibt das ungewöhnliche Verhalten der Schwertwale den Experten viele Rätsel auf. Das internationale Forscherteam der Arbeitsgruppe will deshalb noch keine Angaben zu möglichen Ursachen machen. Die Hypothesen, die zum Teil auch bereits für Schlagzeilen sorgten, sind vielfältig. Die wohl spektakulärste besagt, dass einzelne Gruppenmitglieder durch Fischer verletzt worden seien und sich die Orcas nun auf einer Art Rachefeldzug befänden. Eher denkbar scheint es für viele Forscher aber mittlerweile, dass es sich bei den Interaktionen mit Segelbooten entweder um reines Spielverhalten oder Stressreaktionen aufgrund von Nahrungsmangel oder Lärmbelastungen handelt. 

Auch die Corona-Pandemie werde hier ins Spiel gebracht, erklärt Ulrich Karlowski. „Nachdem es viele Monate sehr ruhig in ihrem Lebensraum war, könnte der wieder zunehmende Schiffsverkehr Auslöser dieser ungewöhnlichen Aggressivität gewesen sein.“ Die etwa 50 Individuen zählende Gibraltar-Population stehe ohnehin unter starkem Stress durch den dort herrschenden Schiffsverkehr, Lärm, Verschmutzung und Überfischung. Immer wieder komme es auch zu Konflikten mit Fischern, die mit den Tieren um ihre Lieblingsbeute, den Roten Thunfisch, konkurrieren. Bislang hätten sich diese Orcas allerdings sehr friedfertig gezeigt.

„Schließt man Spielverhalten beziehungsweise Training aus, dann ist die Körpersprache der Tiere eindeutig“, sagt der Biologe. „Sie fühlen sich massiv gestört und drücken ihren Unwillen dadurch aus, dass sie in vom Schiffskörper für sie attackierbare Objekte wie das Ruder beißen. Damit wollen sie erreichen, dass sich die Boote aus ihrem Lebensraum entfernen.“

Als Ursache gänzlich ausschließen lassen sich ihm zufolge aber auch Infektionen oder Vergiftungen mit Umweltgiften wie PCB nicht. 

Walforscher Fabian Ritter findet es problematisch, überhaupt von tatsächlichen Angriffen oder Zeichen der Aggression zu sprechen. „Wenn Orcas mit ihrem Selbstverständnis, mit ihrer Körperkraft und mit ihren geistigen Fähigkeiten Menschen oder Segelboote attackieren, aggressiv angreifen und schädigen wollten, dann würden sie anders vorgehen. Und dann hätte so ein Segelboot oder ein Mensch da draußen nicht die geringste Chance.“ Seiner Meinung nach handelt es sich eher um ein spielerisches Verhalten.

„Für einen Segler, der auf einem fünf oder zehn Meter langem Segelboot steht und von einem ebenso langen Orca angegangen wird, dessen Ruder abgebissen wird und der dann hilflos ist, ist das natürlich bedrohlich. Aber es ist kein gezielter Angriff auf ein Objekt, um bewusst einen Schaden herbei­zuführen.“ 

Diesen Eindruck hatte auch Katharina – trotz des entstandenen Schadens und banger Momente. „Wenn ein Orca wirklich wütend und aggressiv ist, dann sieht das mit Sicherheit anders aus. Das war schon sehr spielerisch. Es ist natürlich nicht besonders schön, wenn vier oder fünf Tonnen mit einem spielen, aber man hat durch die Berührungen am Ruder gemerkt, dass keine volle Kraft oder komplette Zerstörungswut dahintersteckte“, berichtet sie. 

Schwertwale (Orcinus orca),

auch Orcas oder Killerwale genannt, sind die größten Vertreter der Delfinfamilie. Obwohl sie zu den am weitesten verbreiteten Säugetieren der Welt gehören, ist immer noch relativ wenig über sie bekannt. Sie leben in Familiengruppen, sogenannten „Pods“, zusammen, die sich in ihrem Verhalten und Speiseplan zum Teil stark voneinander unterscheiden. Nach dem Tod eines Clanmitglieds können die intelligenten und sozialen Tiere ein sehr ausgeprägtes Trauerverhalten zeigen. Die Orcapopulation in der Straße von Gibraltar ist vom Aussterben bedroht. Schwertwalmännchen sind größer als die Weibchen. Sie können knapp zehn Meter lang werden. Auch die charakteristische schwertförmige Rückenflosse ist bei ihnen deutlich höher. Die Meeressäuger erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 55 km/h. Der älteste bekannte Orca wurde geschätzte 105 Jahre alt. 

Für die Spielverhaltenhypothese spricht nach Ansicht des Experten von Whale and Dolphin Conservation auch, dass die Orcas in vielen Fällen von den Booten abließen, nachdem die Menschen sie zum Stillstand gebracht und aufgehört hatten, Gegenwehr zu leisten. „Dann ist sozusagen die Attraktivität des Spielzeugs weg und das Ganze damit vorbei.“

Sehr auffällig sei an dem Verhalten der Schwertwale, dass es sich insbesondere auf das Ruder bezieht, so Ritter. Die Orcas würden immer wieder von hinten an die Boote heranschwimmen, ins Ruder beißen und die Boote manipulieren. „Und ich glaube, das ist das, was den Orcas Spaß macht. Die haben natürlich sehr schnell rausgekriegt: Wenn sie das Ruder bewegen, bewegt sich das ganze Ding. Und dann erfolgt auch eine Reaktion von den kleinen Zweibeinern auf dem Boot. Möglicherweise ist das alles etwas, das sie im spielerischen Übermut oder auch mit einer gewissen Intention herbeiführen wollen.“ 

Wichtig zu betonen ist Fabian Ritter zudem, dass es sich allem Anschein nach bisher immer um dieselben Tiere beziehungsweise Tiere aus einem bestimmten Verband handelt, die die Boote angehen, wie die Auswertungen der Foto- und Videoauf­nahmen zeigten. In viele Fälle waren drei unaus­gewachsene Männchen verwickelt. Innerhalb der ohnehin kleinen Orcagemeinschaft von ein paar ­Dutzend Tieren hätten also vermutlich lediglich ein paar Mitglieder Gefallen daran gefunden, Segelboote zu manipulieren. Es sei möglich, dass es sich tatsächlich um „pubertierende Rabauken“ handele, die sich etwas ausgedacht haben, auf den Geschmack gekommen sind und dieses Verhalten dann beibe­halten haben. Die Mutter scheine das zu dulden. „Mindestens einmal hat auch ein älteres Weibchen aus der Gruppe mitgemacht und die jungen Orcas sicherlich noch in dem bestärkt, was sie tun“, berichtet Ritter. 

Da Orcas in kleinen, hochspezialisierten und extrem stabilen sozialen Familieneinheiten leben, die sogar eigene Dialekte besitzen können, sind viele ihrer Verhaltensweisen erlernt und werden oft von Generation zu Generation weitergegeben. Nach Einschätzung des Meeresbiologen wird es deshalb spannend zu beobachten, ob das Verhalten in Zukunft erneut auftritt und sich möglicherweise jüngere Tiere dann wieder daran beteiligen. Noch dürfe man als Segler allerdings darauf hoffen, dass das Ganze irgendwann ein Ende hat, „weil die Orcas einfach keine Lust mehr dazu haben oder sich das Verhalten irgendwie auswächst“.

Cornelius, Corbinian, Fabian und ihre Bavaria 38 erwischt es Ende Mai vor Barbate nahe der Straße von Gibraltar. Auch sie werden von den mächtigen Meeressäugern umhergeschoben, gerammt, können die Acasadue nicht mehr kontrollieren. Ihr Versuch, die Tiere durch das Einschalten des Motors zu vertreiben und Kurs auf Tarifa zu nehmen, scheitert – scheint die Orcas sogar noch zu anzuspornen. 

Auf eine erneute Orca-Begegnung wären Fabian Hermann, Cornelius Büchner und sein Sohn Corbinian inzwischen besser vorbereitet: „Es ist wichtig zu wissen, wie man sich zu verhalten hat“ . Bild: Privat / Fabian Hermann

„Ich war dann unten am Funkgerät und habe mit der Küstenwache gesprochen“, erzählt Cornelius wenige Tage später. „Wenn du nichts mehr siehst und nur noch merkst, wie das Boot von der einen zur anderen Seite geschubst und gedreht wird, dann ist das ziemlich spooky. Wir segeln alle schon ziemlich lange, aber einen solchen Kontrollverlust auf See haben wir noch nie erlebt. Du bist einfach ausgeliefert.“

Doch anders als Katharina und Brandon kommen Cornelius, Corbinian und Fabian am Ende glimpflich davon. Zu verdanken haben sie das wohl auch den Tipps der Küstenwache, die sie noch rechtzeitig umsetzen können, bevor Schäden entstehen. Auf ihr Anraten nehmen die drei Segler schließlich die Segel runter, jegliche Fahrt aus dem Boot, schalten elektronische Geräte aus. Nur das Ruder halten sie angesichts der Wucht der Stöße nicht, wie von den Behörden angeraten, in der Mitte, sondern lassen es irgendwann los – die richtige Entscheidung, wie sie nach einem Gespräch mit Biologin Rocio Espada Ruiz von GTOA wissen. Von jetzt auf gleich ziehen die Orcas ab. Der Spuk ist vorbei.

Um die Wahrscheinlichkeit von Schäden an Booten, Menschen und Orcas zu reduzieren, erstellte die Arbeitsgruppe GTOA mittlerweile einen Aktionsplan mit Handlungsempfehlungen für Segler. In diesen flossen nach eigenen Angaben die Aussagen der Crews aus den vergangenen Monaten sowie die Erkenntnisse aus Foto- und Videoanalysen der Vorfälle ein. Die Erfahrung zeige, dass die Orcas das Interesse an den Booten verlieren, wenn die im Plan vorgeschlagenen Schritte befolgt werden.

Demnach sollen Segler ihr Boot im Falle einer Orcainteraktion unbedingt stoppen, die Segel bergen, nach Möglichkeit das Ruder loslassen, sich von beweglichen Teilen an Bord fernhalten und Hilfe rufen. Zudem wird darauf hingewiesen, sich den Tieren möglichst wenig zu zeigen. Vermutlich Bezug nehmend auf das Verhalten von Seglern, die im Frühjahr aktiv versucht hatten, Orcas abzuwehren und unter anderem eine Seenotfackel ins Wasser warfen, formulierte die Atlantic Orca Working Group einen klaren Appell: „Schreien Sie die Tiere nicht an, berühren Sie sie nicht mit irgendetwas, werfen Sie keine Dinge nach ihnen“. Ruth Esteban vom Walmuseum Madeira ist Mitglied der Arbeitsgruppe. Sie erklärt: „Je ruhiger sich die Menschen verhalten, desto ruhiger sind auch die Tiere.“

Um die Forschungsarbeit zu unterstützen und zum Beispiel bei der Identifizierung der Tiere zu helfen, bitten die Wissenschaftler betroffene Crews, die Schwertwale nach Möglichkeit zu foto­grafieren oder zu filmen, sich Notizen inklusive Datum, Uhrzeit und Position zu machen – und die Infos der Arbeitsgruppe zur Verfügung zu stellen.

Auch Fabian Ritter von Whale and Dolphin Conservation empfiehlt, sich so passiv wie möglich zu verhalten, den Motor auszuschalten und das Ruder am besten lose zu lassen, damit die Orcas keinen Widerstand spüren. „Aber das Wichtigste ist, glaube ich, tatsächlich, zum Stillstand zu kommen, weil das Interesse der Orcas so mutmaßlich früher abebbt oder sie vielleicht gar nicht erst auf die Idee ­kommen, irgendwas mit dem Ruder zu machen, um das Boot in eine andere Richtung zu schicken.“ An Bord der Acasadue ging dieser Plan auf.  

Sicherheitsprotokoll der GTOA für den Fall einer Interaktion mit Orcas: 

1.
STOPPEN Sie das Boot (nehmen Sie die Segel runter) und lassen Sie das Steuerrad los, wenn die Bedingungen und die Position es zulassen.

2.
Kontaktieren Sie die Behörden (per Telefon über 112 oder per Funk auf Kanal 16).

3.
Nehmen Sie die Hände vom Steuerrad und halten Sie sich von allen Teilen des Bootes fern, die herunterfallen oder sich stark drehen könnten.

4.
Schreien Sie die Tiere nicht an, berühren Sie sie nicht mit irgendetwas, werfen Sie keine Dinge nach ihnen und lassen Sie sich möglichst wenig blicken, insbesondere jenseits der Bordwand des Bootes.

5.
Wenn Sie ein Smartphone oder anderes Gerät besitzen, nehmen Sie die Tiere auf, insbesondere die Rückenflossen, damit die Tiere später identifiziert werden können.

6.
Prüfen Sie erst nach einer Weile, wenn Sie keinen Druck und keine Stupser mehr am Ruder spüren, ob es sich dreht und funktioniert.

7.
Wenn Sie eine Beschädigung feststellen, die die Weiterfahrt beeinträchtigt, fordern Sie Hilfe an.

8.
Notieren Sie: Name des Bootes, Datum/Uhrzeit, Position.

Ein Kommentar „Orca-Angriffe: Beängstigende Begegnungen und was dahinter stecken könnte“

  1. avatar Roland Weber sagt:

    Guten Tag, mein Name ist Roland Weber aus Wien, habe ein Abo von Euch.
    Habe ab Mai 2024 vor meine neue Pogo 36 von der Bretagne in die Adria zu überstellen, angesichts der Orca Angriffe
    An der Küste Spanien / Portugal mache ich mir einige Sorgen.
    Solte ich darüber nachdenken das Boot ins Mittelmeer transportieren zu lassen ?
    Grüße Roland Weber roland-weber@chello.at

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