Outremer 4.Zero: Umweltfreundlich um die Welt

Edler Elektro-Kat

Jimmy Cornell (80) ist bekannt für seine Innovationslust und seine positive Sicht auf Umweltschutz und umweltschonendes Reisen. Der Gründer der Atlantic Rally for Cruisers ARC, die seit 1986 jährlich ausgetragen wird und mittlerweile über 200 Fahrtenyachten von den Kanaren in die Karibik führt, hat bei der Organisation einer neuen Rallye maßgeblich mitgewirkt. Sie nennt sich Grand Large Yachting (GLY) World Odyssey 500, führt um die ganze Welt und findet statt, um an die erste Weltumseglung von Ferdinand Magellan zu erinnern, die vor 500 Jahren stattfand. Absolvieren wollte Jimmy Cornell sie mit einem Kat. Gebaut wurde der Zweirümpfer von der französischen Edelschmiede Outremer, die neben guten, gleichzeitig soliden Segeleigenschaften für eine emissionsfreie Motorisierung gesorgt hat.

© Werft

Warum sich Jimmy Cornell für Outremer entschieden hat, liegt u. a. daran, dass er große Verbundenheit mit der Grand Large Yachting Gruppe empfindet, denn zu ihr gehört neben den renommierten Werften Gunboat, Allures, RM und Outremer auch die Marke Garcia. Und mit ebendieser Werft hat er bekanntermaßen die inzwischen legendäre und bei Blauwasserseglern begehrte Garcia Exploration 45 entwickelt.

Doch dann hat es ihn an Bord eines Katamarans gezogen. Als Basis für den 4.Zero, der nunmehr als eigene Modellreihe fungiert, dient der Outremer 45. Seine Abmessungen stimmen mit denen des umweltfreundlichen Kats überein. Der Unterschied liegt im Gewicht. Beim 4.Zero beträgt das Leergewicht 600 Kilo weniger als beim Outremer 45. Voll beladen kann der Cornell-Kat nochmals 600 Kilo mehr vertragen als sein „konservativer“ Bruder. Dass so viel Gewicht eingespart werden kann, liegt daran, dass keine schweren Dieselmotoren verbaut werden, sondern deutlich leichtere E-Motoren. Dass gleichzeitig CO2-Emissions-Freiheit erreicht wird, ist besonders erwähnenswert. Die Motoren verfügen über 10 kW-Leistung und laden sich während des Segelns wieder auf. Diese Fähigkeit, Energie durch die Motoren zu erzeugen, wenn der Kat segelt, verleiht ihm ein hohes Maß an Autonomie, dem kaum Grenzen gesetzt sind, außer durch das Wetter.

Für die Einrichtung gibt es zwei verschiedene Vorschläge, entweder mit jeweils zwei Schlafkabinen in den Schwimmern oder mit einer großen an Steuerbord und zwei an Backbord. Bei beiden Layouts sind zwei Nasszellen vorgesehen. Für den Salon im Brückendeck ist nur eine Ausbauvariante bekanntgegeben. Sie stellt die Sitzgruppe mit L-Sofa und rechteckigem Tisch nach Backbord und baut die Pantry steuerbord auf, mit Blick ins Cockpit. Dort gibt es eine weitere komfortable Sitz-Ecke mit einem zweiten Tisch. 

Jimmy Cornell hat sich inzwischen aus gesundheitlichen Gründen entschlossen, die Weltumseglung nicht zu vollenden und vor wenigen Wochen seinen Kat verkauft. Neuer Eigentümer ist Malcolm Wood, ein passionierter Umweltfilmer.

Technische Daten:

Konstruktion: Barreau / Neumann
Design: Patrick Le Quément
Interieur: Darnet Design
Länge: 14,63 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: 1,25 m / 2,00 m
Motor: 2 x 10 kW E-Antrieb
Groß: 69 m2
Selbstwendefock: 41 m2
Gennaker: 115 m2
Spi: 150 m2

www.catamaran-outremer.com

3 Kommentare zu „Outremer 4.Zero: Umweltfreundlich um die Welt“

  1. avatar kalle sagt:

    “zero emissions”: Ich frage mich ja wie der ökologische Fußabdruck für die Herstellung und Instandhaltung dieses Kats ist. Und was tanken die wenn sie in der Marina am Landstrom hängen?

    Zero Emission muss das Ziel sein. Aber wenn jemand ruft “Ich habs geschafft!” und die Herstellung dabei gar nicht berücksichtigt wird klingt das auch ein gutes Stück nach Marketing. Das Ding besteht als Plasteboot ja quasi aus Erdöl. Und ob die Werft bei der Produktion auf Ökostrom setzt? Möglich, hätte dann aber vermutlich hier auch eine Rolle gespielt.

    Wer rechnet mal aus wie sich der ökologische Fußabdruck von Segelyachten zusammensetzt, von der Herstellung übers Fahren bis zum Abwracken? Oder gibts das schon? Würde mich interessieren.

    4
    1
  2. avatar Joerg sagt:

    Jimmy Cornell hat die Reise meines Wissens aus Energie-technischen Gründen in Ceuta aufgegeben. Bin gespannt ob die Probleme inzwischen gelöst sind und der neue Eigner weiter kommt….

  3. avatar Axel Braun sagt:

    Laut seinem eigenen Blog hat Cornell die Weltumrundung aufgegeben, weil der Energiebedarf des Kats nicht aus eigener Kraft (Wind, Hydro, Solar) zu decken war….
    https://www.noonsite.com/news/electric-shock-jimmy-cornell-abandons-fully-electric-powered-circumnavigation/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

20 − vierzehn =