Rassismus: Streit um vielfach kritisierten Vereinsstander – Änderungsantrag scheitert

Tradition oder Rassismus?

Angefacht durch die Proteste im Frühjahr entbrannte in einem US-amerikanischen Segelverband eine heftige Debatte um den mit Rassismus assoziierten Vereinsstander. Die Mitglieder entschieden sich in einer knappen Abstimmung nun für die Beibehaltung.

Schon lange ist vielen Seglern der Stander der Charleston Ocean Racing Association (CORA) ein Dorn im Auge. Das Problem: Er zeigt einen blauen Streifen mit vier weißen Sternen auf rotem Grund – und erinnert damit an die Konföderierten-Flagge, auch Südstaatenflagge genannt. Und die wiederum ist eng mit Rassismus und Sklaverei verbunden.

Denn unter ihr stritten die Südstaaten, die sich 1861 von den Vereinigten Staaten von Amerika abgespaltet und die „Confederate States of America“ gegründet hatten, im Bürgerkrieg für den Erhalt der Sklaverei. Heute wird die Flagge unter anderem von Rechtsradikalen bewusst als rassistisches Bekenntnis genutzt. Vielerorts wurden in den vergangenen Monaten deshalb entsprechende Symbole entfernt.

Und auch in der Charleston Ocean Racing Association verschärfte sich die ohnehin seit vielen Jahren schwelende Debatte um den problematischen Stander durch die jüngsten Anti-Rassismus-Proteste noch einmal erheblich. Laut US-Medien berichtete Andrew Guhl, Kommodore der Organisation, von einer E-Mail-Flut. Während einige Mitglieder in der Flagge lediglich ein harmloses Symbol der Clubtradition sehen, übten andere massive Kritik. Zahlreiche Mitglieder erklärten, sich für die Ähnlichkeit zur Konföderierten-Flagge zu schämen, andere drohten mit einem Austritt aus der Organisation.

„Dieses Problem braute sich schon seit einiger Zeit zusammen, und viele Mitglieder sind der Meinung, dass die Flagge nicht die Offenheit repräsentiert, die wir hier bei der CORA leben“, sagte Guhl. „Angesichts dessen waren wir der Meinung, dass es an der Zeit ist, darüber abzustimmen.“

Der Antrag, die gegenwärtige Flagge nicht weiterzuverwenden und stattdessen eine neue zu entwerfen, scheiterte nun allerdings an der fehlenden Zustimmung einiger Vereinsmitglieder. Zwar wurden im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung 37 von 59 Stimmen für die Annahme des Änderungsantrags abgegeben, die notwendige Zweidrittelmehrheit damit allerdings knapp verfehlt. Drei Stimmen fehlten.

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