Rettung: Fünf Monate ungeplant auf See – Zwei havarierte Seglerinnen mit Hunden gerettet

Verschollen im Pazifik

Zwei vermisste amerikanische Seglerinnen sind im Pazifik von der US-Marine gerettet worden. Sie trieben seit Ende Mai mit ihren Hunden gut 5000 Meilen umher. Ein ausgefallener Motor soll der Grund gewesen sein.

Jennifer Appel breitet freudig die Arme aus und wirft den Marine-Soldaten Kusshände zu, als sich das Beiboot der “USS Ashland” nähert. Aufgeregt springen zwei Hunde auf dem Vordeck umher. Die Freude über die Rettung ist groß. Nur das zweite Crewmitglied Tasha Fuiaba befindet sich offenbar unter Deck. So sieht es auf dem Video aus, mit dem die US Navy von der Rettungsaktion berichtet.

Appel und die Hunde sehen putzmunter aus. Dabei treiben sie seit fünf Monaten ziellos auf dem Pazifik umher. Ihre Geschichte ist ein Rätsel: Die beiden Frauen wollten am 30. Mai von Honolulu nach Tahiti segeln, gerieten dann in einen schweren Sturm und dabei soll die Maschine beschädigt worden sein.

Tasha Fuiaba

Tasha Fuiaba klettert an der Bordwand der “USS Ashland” hoch. © US Navy: Jonathan Clay

Seitdem war die Yacht offenbar manövrierunfähig. Dabei sieht sie auf den ersten Blick noch sehr seetüchtig aus. Das Großsegel ist für einen Havaristen noch einigermaßen ordentlich am Baum zusammengebunden. Die Rollgenua scheint intakt. Warum konnte die Crew nicht segeln und ließ sich bis zur Position gut 900 Meilen südöstlich von Japan treiben?

Maschine startet nicht

Die Mutter von Jennifer Appel äußert sich in einem ABC-Interview wie folgt: “Es gingen einige Dinge auf dem Schiff gingen kaputt. So brach der Mast, und die Maschine startete nicht, als sie Energie benötigten.” Außerdem sei schon am ersten Tag auf See das Mobiltelefon ihrer Tochter auf See verloren gegangen.

Die Bilder zeigen, dass der Mast definitiv nicht gebrochen ist. Aber der starke Bewuchs am Rumpf bestätigt die lange Zeit auf dem Wasser. Nach zwei Monaten auf See soll die Besatzung damit begonnen haben, Notrufe wohl per Funk abzusetzen, aber niemand habe sie gehört. Sie befanden sich zu weit auf See und offenbar auch nicht im Bereich der wichtigen Schiffsrouten. Erst die Sichtung durch eine Fischerboot-Crew vor Japan habe die Rettung durch die Navy ermöglicht.

Das Überleben auf dem ungeplant langen Trip ist gelungen, weil die Crew laut einem Navy-Bericht für gut ein Jahr Trockennahrung wie Haferflocken, Nudeln und Reis gebunkert haben soll. Außerdem habe ein Wasser-Filter Gerät geholfen, womit möglicherweise eine Entsalzungsanlage gemeint ist. 

Dog rescued after he and his owners were lost at sea

Zeus, einer der beiden Bordhunde, wird gerettet. © US Navy: Jonathan Clay

Die 75-jährige Mutter fiel aus allen Wolken, als sie den Telefonanruf ihrer Tochter erhielt. Fünf Monate war die Skipperin nicht erreichbar, dabei hatte die Mutter schon eine Woche nach dem Ablegen der Yacht die Küstenwache kontaktiert und eine Suchaktion in Gang gesetzt.

Sie habe immer Hoffnung gehabt, dass die Tochter am Leben ist. Schließlich sei sie in handwerklichen Dingen sehr begabt, und könne selber gut reparieren. Die Schäden am Boot waren dann aber offenbar doch zu gravierend.

Jennifer Appel stands on a boat and shakes hands with USS Ashland Command Master Chief Gary Wise.

Jennifer Appel dankt dem Kapitän der “USS Ashland” für die Rettung © US Navy: Jonathan Clay

A US Navy boat approached a sailboat in the middle of the Pacific Ocean where two women had been stranded for five months.

Das Tochterboot der “USS Ashland” setzt zur treibenden Yacht über. © US Navy: Jonathan Clay

 

 

 

 

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8 Kommentare zu „Rettung: Fünf Monate ungeplant auf See – Zwei havarierte Seglerinnen mit Hunden gerettet“

  1. avatar Thomas sagt:

    Na da bin ich mal gespannt, wie sich das Rätsel löst 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Non solo pane sagt:

    Geil! Die Hunde haben die Seglerinnen gerettet?

    “Zwei havarierte Seglerinnen mit Hunden gerettet“

    – Ohne Worte –

    Total tolle Tiere! Schönes Wochenende! 😁

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 5

  3. avatar oh nass is sagt:

    Selbst wenn der Mast einen Knacks hat (wonach das nicht aussieht), könnte man ja mal ein Jury-Rig bauen. Und muss nicht monatelang von Trockenfutter leben. Merkwürdige Geschichte, das.

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  4. avatar Fred Maro sagt:

    klingt mehr als unglaubwürdig. Einziger echter Grund wäre Blockade oder Bruch der Steuerung.
    Alles andere wäre reparabel oder improvisierbar.
    Bitte an der Story dran bleiben.

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  5. avatar pjotr sagt:

    wieviele hunde waren denn beim ablegen an bord? na spass beiseite: hawaii liegt auf 20N und tahiti auf 19S, d.h. die zahlen auf dem gps werden erstmal kleiner und dann wieder größer…. da kann frau schon mal durcheinander kommen. und dann versetzt die strömung und der wind richtung westen…

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  6. avatar Jonas sagt:

    Es gab schon in der Vergangenheit einige Fälle wo jemand angeblich so und so lange auf See überlebt hat, und sich retten lies und was sich im Nachgang als Lügenmärchen zwecks Eigenvermarktung entpuppte.

    Aber das wird sich auch hier sicher noch herausstellen.

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