Revier Unterelbe: Wo Groß- und Freizeitschifffahrt sich treffen – Infos und Tipps für Segler

Die Tide bestimmt den Kurs

Einmalig vielseitig, spannend und schön: Die Unterelbe zwischen Hamburg und Cuxhaven stellt eine Wasserlandschaft zur Verfügung, die beides bietet: geschütztes Binnenrevier und Tor zur weiten Welt.

Auf der Elbe treffen Segelboote auf Container­riesen © Ekkehard Erben

Wer sein Boot in einem Yachthafen im Hamburger Westen liegen hat und nur einen kurzen Ausflug unternehmen möchte, segelt ins Mühlenberger Loch, dreht einige Runden und sucht sich ein lauschiges Plätzchen an einer Landestelle am Schweine- oder Neßsand, fern des Großstadttrubels. Voraussetzungen sind ein passendes Zeitfenster, das den Tidenverlauf berücksichtigt und ein reviergeeignetes Boot mit flexiblem Tiefgang, Kimmkielen oder besonders wenig Tiefgang, wie man es von Multihulls kennt. Mit größeren Kiel-Yachten bleibt man auf der Elbe und flaniert die lange Promenade bis nach Wedel entlang, begleitet von neidischen Blicken der An-Land-Gebliebenen.

Wer sein Wochenende oder gar seinen Urlaub auf der Elbe verbringen möchte, hat die Qual der Wahl: Wohin zuerst? In die alte Hansestadt Stade, dessen historischer Stadtkern immer wieder einen Besuch wert ist, oder weiter elbabwärts bis nach Otterndorf, wo Jahrhunderte, bevor die Hanse überhaupt gegründet wurde, Wikinger ihr Unwesen trieben und noch heute Germanische Fünfkämpfe stattfinden, die Groß und Klein barbarische Freude bereiten. Oder doch lieber für ein leckeres Matjesessen nach Glückstadt, danach weiter bis Brunsbüttel, um Frachtern beim Schleusen zuzugucken, und einen Tag später rüber nach Cuxhaven zum Krabben pulen?

60 Meilen zwischen Großstadtgetümmel und unendlicher Weite

Gut hundert abwechslungsreiche Kilometer liegen zwischen dem City-Sporthafen am Hamburger Baumwall und der Kugelbake in Cuxhaven, wo die Elbe endet und die Nordsee beginnt. In diesem Abschnitt wird der Fluss von Ebbe und Flut bestimmt und wechselt entsprechend der Tide seine Strömungsrichtung. Bei Ebbe strömt das Wasser mit der Fließrichtung nach Cuxhaven, bei Flut gegen die Fließrichtung zurück in die City.

Der Wechsel von Hoch- zu Niedrigwasser geht einher mit einem Wechsel des Landschaftsbildes. Mit fallendem Wasserspiegel werden aus wasserumsäumten, grünen Schilfgründen monoton-graue Wattlandschaften, mal schlickig, mal sandig, mal bretthart und mit Steinen durchsetzt. Diese Metamorphosen machen das Segeln sehr reizvoll, nicht zuletzt, weil sich mit jedem Gezeitenwechsel auch die Routen ändern können.

An einem Tag ist eine Fahrrinne, die in den angepeilten Hafen hineinführt, tief genug, dann wieder muss ein Ersatzhafen gefunden werden, weil das Wasser früher als erwartet weggelaufen ist. Manches Mal gibt es nur noch ein Hineinkommen, aber kein Auslaufen mehr.

Wer die Tidenströme nicht berechnet oder sich vertut, muss damit rechnen, ungewollt in einem Hafen hängen zu bleiben oder am Rande der Elbe trocken zu fallen. Dann heißt es: Nicht ärgern, sondern so tun, als hätte man genau das beabsichtigt und das Nichtstun genießen!

In die großen, tidenunabhängige Marinas, wie man sie z. B. in Wedel, Brunsbüttel oder Cuxhaven findet, kommt man jederzeit hinein. Dort pulsiert das Leben, schon weil es – wie im Hamburger Yachthafen (der paradoxerweise im schleswig-holsteinischen Wedel beheimatet ist) – bis zu 2000 Liegeplätze gibt und daher stetes Treiben herrscht.

Sehr viel ruhiger geht es in den kleineren, gezeitenabhängigen Häfen zu. Sie haben häufig nur einige wenige Stege, dafür umso mehr Natur zu bieten.

Am beschaulichsten werden die Ausflüge, wenn man ankert oder sich bewusst abseits des „Mainstreams“ trockenfallen lässt, was trotz hoher Naturschutzauflagen sogar im Stadtgebiet von Hamburg möglich ist. Allerdings nur noch an einigen wenigen Stellen.


Unterelbe-Infos

Neues Richtfeuer vor Blankenese

Aktuell wird die Fahrrinne zwischen Mühlenberger Loch und Lühekurve von 225 auf 385 Meter erweitert. Sinn und Zweck dieser acht Kilometer langen Verbreiterung ist es, Platz für zwei große Schiffe zu schaffen, die sich hier begegnen können. Durch die so genannte Begegnungsbox soll der Ablauf im Hamburger Hafen flüssiger werden.

Mit der Fahrrinnen-Erweiterung verändert sich deren Verlauf, was wiederum eine Verlegung des Blankeneser Richtfeuers zur Folge hat. Beide neuen Leuchttürme, die in diesem Sommer aufgestellt wurden, liegen ca. 125 Meter weiter Richtung Südost als ihre Vorgänger. Das neue Unterfeuer steht wie gehabt im Wasser und ist über eine Brücke zugänglich, das neue Oberfeuer wurde im Yachthafen des Mühlenberger Segel-Clubs errichtet und ist mit 62,25 Metern der vierthöchste Leuchtturm Deutschlands.

Naturschutzgebiete im und entlang des Stroms

Das Südufer der Unterelbe gehört zu Niedersachsen, das Nordufer teilen sich Hamburg und Schleswig-Holstein. Alle drei Bundesländer haben sich den Naturschutz auf ihre Fahnen geschrieben, jedoch unterschiedliche Verordnungen erarbeitet.

Ende 2018 trat die Verordnung Elbe und Inseln des Landkreises Stade in Kraft. Anhand sehr restriktiver Vorschriften sollen der Aufenthalt und das Befahren des gleichnamigen Naturschutzgebiets geregelt werden. Gleichermaßen betroffen sind Uferbereiche wie Sände, darunter der Neß-, der Schwarztonnen-, der Lühe- und der Hanskalbsand. Vielfach dürfen weder die Ufer noch das Inselinnere betreten werden. Das gilt z. B. für den Hanskalbsand, auf dem es nur noch im nördlichsten Zipfel ein paar Anlandestellen für Kanufahrer gibt. Was darüber hinaus erlaubt oder verboten ist, lässt sich auf der Website des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) nachlesen.

Auch der Hamburger Segler Verband hat sich des Themas Naturschutz an der Unterelbe angenommen und ein PDF erstellt.

Infos bzgl. der schleswig-holsteinischen Naturschutzgebiete findet man hier.


Das Revier der Unterelbe ist erstaunlich vielseitig und idyllisch © Ekkehard Erben

Ankern ist Idylle pur

Zahlreiche Nebenfahrwasser der Elbe, der Krückau- und Pinnau-Mündungen und der Stör eignen sich als Ankergründe.

Hahnöfer Nebenelbe

Egal, von wo aus Hamburger Elbe-Segler starten, spätestens nach einer Stunde haben sie die Hahnöfer Nebenelbe, eines der schönsten Ankerreviere der Elbe, erreicht. Wissen sollte man allerdings, dass die vorgelagerte Insel Hanskalbsand (die zu Niedersachsen gehört) seit fast Dezember 2018 Teil des Naturschutzgebietes Elbe und Inseln ist, mit der Konsequenz, dass Anlanden und Betreten für Segler verboten ist. Das Anlanden an den Strand des Schweinesandes (der zu Hamburg gehört) ist jedoch erlaubt, das weitere Erkunden der Insel allerdings nicht.

Wer einen kleinen Hunger verspürt und keinen Kocher dabei hat, kann die Gastliegeplätze des Altländer Yachtclubs in Neuenschleuse nutzen und im Restaurant einkehren. Die Zufahrt ist betonnt.
www.ayc-york.de

Wedel-Schulau

In Pole-Position liegt, wer seinen Anker für einen kurzen Zwischenstopp vor dem Wedeler Badestrand ausbringt. Zwar muss man sich damit abfinden, dass mit jedem vorüberziehenden Dampfer spürbarer Schwell aufkommt, doch der freie Blick aufs Fahrwasser und das bunte Treiben am Strand und am Schulauer Fähranleger entschädigen für die Schaukelei. Steht der Wind richtig, kommt man sogar in den Genuss der Nationalhymnen, die Willkommhöft für passierende Ozeanriesen abspielt. www.schulauer-faehrhaus.de

Dwarsloch

Neben Seglern verirren sich vor allem Motorrad- und Fahrradfahrer in den Haseldorfer Yachthafen – einerseits, weil er idyllisch eingebettet in Bruchwald und Deichlandschaft liegt, andererseits, weil die Imbissbude „Röökerkist“ knusprige Pommes liefert.

Gut gesättigt sucht sich der Segler einen schönen Ankerplatz in der Haseldorfer Binnenelbe, die neben dichten Schilfwäldern auch etliche Sandinseln aufweist. In diesem Bereich befand sich einmal das größte Süßwasserwatt Europas. Teile davon sind glücklicherweise noch immer erhalten! Auch im Hafen findet man eventuell einen Gastliegeplatz. Das Hafenbecken fällt allerdings bei Niedrigwasser ebenfalls komplett trocken.
www.wsc-haseldorf.de

Pagensand

Die Elbinsel Pagensand (was so viel wie Pferdeinsel heißt) liegt zwischen der Pinnau- und der Krückau-Mündung. Durch Zusammenlegung mit einer Nachbarinsel und das Aufbringen von ausgebaggertem Elbschlick wurde sie im Laufe des letzten Jahrhunderts immer größer; mit dem Vorteil, dass sie heute viele gute Ankerplätze aufweist. Eine Gastronomie gibt es leider nicht mehr, seit der letzte Landwirt, der gleichzeitig die Kneipe führte, die Insel verlassen hat. Pagensand ist Naturschutzgebiet, gehört im südlichen Bereich zur Gemeinde Haselau, im nördlichen zur Gemeinde Seestermühe und an der Nordspitze zu Kollmar. Für die Anlandung und Behördenfahrzeuge gibt es einen Anleger. www.seestermuehe.de/tourismus/elbinsel-pagensand

Rhinplate

Ein Abstecher nach Glückstadt gehört zum Muss eines Elbe-Törns. Bevor man jedoch in den Hafen einläuft, empfiehlt sich ein Zwischenstopp in der Glückstädter Nebenelbe hinter der vorgelagerten Rhinplate. Wie Pagensand ist auch die Rhinplate durch Elbausbaggerungen und Sandaufspülungen immer größer geworden. Heutzutage präsentiert sich die ehemalige Sandbank als stattliche Insel. Weil es dort so schön ist, sind die Ankerplätze sehr begehrt. Außerhalb der Ferienzeiten sollte man jedoch einen Platz ergattern können. Falls nicht, bleibt ja immer noch der Hafen von Glückstadt. Der Kontakt zum Hafenwart wird über die Seglervereinigung Glückstadt hergestellt.
www.sv-glueckstadt.de

Die Stör hinter dem Sperrwerk

Der größte Nebenfluss der Elbe auf schleswig-holsteinischer Seite ist die Stör. Seit 1975 schützt ein Sperrwerk in der Mündung nahe Borsfleth Fluss und Hinterland vor Sturmfluten. Während der Berufsverkehr auf der Stör kontinuierlich abnimmt, fühlen sich Wassersportler auf ihr immer wohler. Der Fluss mäandert stark und ist in saftig grüne Wiesen eingebettet. Den Fahrwassern folgend, kann man sich in seine Nebenarme vortasten und – bestaunt von neugierigen Schafen – abseits der Ortschaften ankern. Informativ ist die Website der Seglervereinigung Itzehoe.
www.svi-itzehoe.de

Abendstimmung auf der Elbe vor den grünen Hänge Blankeneses © Ekkehard Erben

Von schönen Häfen und netten Hafenrestaurants

Manche Häfen steuert man an, um lecker essen zu gehen, andere empfehlen sich durch ihre traumhaft schöne Landschaft oder netten Innenstädte. Doch welcher Unterelbe-Hafen bietet was?

Finkenwerder

Auf der ehemaligen Elbinsel Finkenwerder werden Traditionen hochgehalten. Selbst die Jugend spricht Platt, Folklore-Gruppen wie die Finkwarder Speeldeel haben Konjunktur. Andererseits ist dieser Hamburger Stadtteil außergewöhnlich modern, denn Integration wird großgeschrieben. Viele der aktuell 12.500 Einwohner sind zugezogen, die meisten arbeiten bei Airbus. Der zweitgrößte Flugzeugbauer der Welt prägt das Stadtbild, einerseits hat er sich sehr breit gemacht, sogar Teile des Mühlenberger Lochs für die Werks-Landebahn in Anspruch genommen, andererseits einen spannenden Kontrast zwischen alter Bausubstanz und moderner Industrie-Bebauung geschaffen.

Wer sein Schiff in der tidenunabhängigen Marina Rüsch liegen hat, sieht beim Auslaufen zunächst nur das Alte, samt bröckelnder U-Boot-Bunker-Mauer, bevor er scharf nach Backbord in die Elbe einschwenkt und die Fertigungsanlagen von Airbus direkt vor der Nase hat. Immer an den hohen Spund- und Hallenwänden entlang segelt man weiter Richtung in Mühlenberger Loch, wo sich die Elbe zu einem kleinen Binnensee entwickelt. www.marinaruesch.de

Nach dem Törn trifft sich die Seglerszene beim Griechen. Das Dionysos liegt am Finkenwerder Norderdeich.

Wedel

Dass der Hamburger Yachthafen im Mündungsgebiet der Wedeler Au errichtet wurde, geht auf eine Idee aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurück. Schon damals dachte man über eine Alternative für den Hamburger Yachthafen nach, der vormals in Waltershof, neben Finkenwerder, beheimatet war. Mit dem Ausbau des Hamburger Containerhafens wurde die Umsiedlung nach Wedel schließlich notwendig. Das war in den 1960er Jahren.

Anfangs umfasste der neue Yachthafen nur etwas mehr als 400 Liegeplätze. Seither ist seine Kapazität jedoch ständig erweitert worden. Inzwischen finden mehr als 1950 Yachten einen geschützten Platz. Damit ist der Hamburger Yachthafen zu einem der größten tidenunabhängigen Yachthäfen Europas avanciert. Von der Terrasse des Restaurants Tonne 122, das mittig zwischen dem Ost- und Westhafen thront, hat man einen guten Überblick über die gesamte Anlage.
www.hamburger-yachthafen.de

Stade

Um bis in die Innenstadt von Stade zu gelangen, muss man fast eine Stunde lang die Schwinge aufwärts motoren. Zeit und Mühe lohnen sich, denn der alte Seehandelsort, der lange um seine Anerkennung als Hansestadt kämpfen musste, bietet viel: Einen idyllischen Hafen, an dessen neuer, futuristischer Bebauung entlang des östlichen Hafenbeckens sich die Geister scheiden, einen liebevoll restaurierten, historischen Ortskern mit Kopfsteinpflaster-Gassen, gute Restaurants, gemütliche Cafés und attraktive Geschäfte. Dank des engagierten Tourismus-Teams wird für auswärtigen Gäste viel geboten, beispielsweise ein jährlich stattfindendes Altstadtfest.
www.stade-tourismus.de

Glückstadt

Alle, die Fisch lieben, sollten unbedingt nach Glückstadt segeln. Wenn möglich im Frühsommer, denn im Juni beginnen die Matjeswochen. Segler, die auf eigenem Kiel anreisen, kommen am schnellsten zu ihrem schmackhaften Matjestopf, wenn sie im Lokal Zur Alten Mühle einkehren. Es liegt direkt im Hafengebiet.
www.glueckstadt-tourismus.de
www.restaurant-zur-alten-muehle.de

Freiburg

Genau gegenüber vom Kernkraftwerk Brokdorf, am Südufer der Elbe, liegt Freiburg. Vielleicht ist der Atommeiler der Grund dafür, dass ausgerechnet diese ehemalige Kreisstadt Umweltschutz besonders großschreibt. Weite Flächen zwischen Wischhafen und Otterndorf wurden zum Naturschutzgebiet erklärt und dürfen von Wassersportlern nur an wenigen Stellen angelaufen werden. Die Weißwangengänse, die auf ihrem Vogelflug hier rasten, sollen ungestört bleiben.

Freiburg selbst zeigt sich ausgesprochen gastfreundlich und lädt zum Bummel ein. Man erreicht seinen tidenabhängigen Hafen über den Freiburger Hafenpriel. Passend zu ihrem kleinen, attraktiven Hafen beschreibt die Seglervereinigung Freiburg/Elbe das Segeln auf der Unterelbe folgendermaßen: „In den relativ kleinen Häfen, die teilweise mitten in den idyllischen Ortschaften liegen, ist Massentourismus wahrlich ein Fremdwort. Größere Yachten sind auf Grund ihres Tiefgangs und der meist kleinen Liegeplätze eher ungeeignet und daher selten anzutreffen. So besitzt der typische Elbsegler meist ein Boot mit 8-10 m Länge, das auch oder gerade bei anspruchsvolleren Bedingungen seine Stärken zeigt. Mit der Jolle sollte man spätestens in Cuxhaven Schluss machen, denn hier trifft man schon auf offene See“. Perfekt auf den Punkt gebracht!
www.sv-freiburg.de

Brunsbüttel

Für einen Abstecher nach Brunsbüttel gibt es viele gute Gründe. Der hauptsächliche: Hier beginnt der Nord-Ostsee-Kanal, den die meisten Hamburger Segler nutzen, um in die Ostsee gelangen, weil der Weg außen um Dänemark herum lang ist und die meisten Nordseehäfen trockenfallen, so dass man seine Etappenziele akribisch auf die Tide abstimmen muss.

Auch der alte Yachthafen von Brunsbüttel ist tidenabhängig, denn er liegt noch vor der Schleuse. Im Kanal wurde ein neuer, tidenunabhängiger Yachthafen errichtet. Abgesehen von der gebotenen Bewegungsfreiheit befindet er sich nahe der Schleuse, was mit Vor- und Nachteilen verbunden ist. Einerseits herrscht Unruhe aufgrund der Schleusungen, andererseits ist es spannend, zu beobachten, wie sich riesige Berufsschiffe in die engen Schleusenkammern hineinmanövrieren. Zur Einstimmung empfiehlt sich ein Blick auf die Webcam, die die Stadt Brunsbüttel aufgestellt hat.
www.brunsbuettel.de

Infos zur Schleusenverfügbarkeit gibt es vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel.

Otterndorf

Die Gemeinde Otterndorf ist zweigeteilt. Der ursprüngliche Ortskern mit seinen gut erhaltenen historischen Backstein-Gebäuden wie dem Kranichhaus, dessen älteste Bauteile aus dem Jahre 1585 stammen, und das heute als Museum für das alte Land Handeln dient, liegt einige Meilen im Landesinneren. Der neue Teil, ein Freizeitpark, wurde – wie sein Name Achtern Diek schon vermuten lässt, in Elbnähe errichtet. Er besteht aus mehreren künstlich geschaffenen Süßwasserseen samt zugehöriger Ferienaussiedlung und ist vor allem für Familien mit Kindern interessant, denn für Spaß und Sport wird gut gesorgt.

Vergleichsweise beschaulich geht es im Yachthafen zu. Er liegt in der Mitte beider Ortsteile und hält circa 30 Gastliegeplätze vor. Je nach Tiefgang des Bootes ist beim Befahren auf den Wasserstand zu achten. Der Hafen fällt trocken, jedoch nur in Teilen, und ist bei Hochwasser selbst für größere Boote zugänglich.
www.seglerverein-otterndorf.jimdofree.com 
https://yhgo.jimdofree.com

Cuxhaven

Das Nordseeheilbad Cuxhaven dient traditionell als Sprungbrett für längere Hochseetörns – oder einen Kurztrip nach Helgoland. Offiziell beginnt die Nordsee an der Kugelbake, einem 30 Meter hohen, hölzernen Seezeichen. Im Ursprung bedeutet Bake Leuchtturm. Die jetzige Kugelbake ist dieser Aufgabe jedoch enthoben, sie wird nur noch nachts angestrahlt, um Touristen zu erfreuen.

Die wirkliche Attraktion von Cuxhaven ist die Nordseeküste mit ihrem Kilometer langen und breiten Sandstrand. Wo weiter elbaufwärts moddrig-weicher Elbschlick das Watt beherrscht, lockt der Cuxhavener Strand mit sauberem, trittfestem Grund, auf dem es sich wunderbar und ausgiebig spazieren gehen lässt.

Um danach schnell wieder für die nächste Wattwanderung fit zu werden, bietet sich ein Besuch der Seglermesse an. Vom Yachthafen bis zur wohlbestückten Kaffeetafel ist es nur ein Katzensprung.
www.seglermesse-cuxhaven.de

Auf dem engen Raum wird jede Kreuz zu einer schweißtreibenden Angelegenheit © Ekkehard Erben


Die Elbe bringt Segler zusammen

Entlang der Hamburger Elbufer gibt es erfreulich viele Vereine, deren Mitglieder sich zwar unterschiedliche Satzungsziele gesteckt haben, die aber letztlich alle nichts lieber wollen als segeln.

1 SC RHE

Beim Vereinsgebäude des SC RHE handelt es sich um das ehemalige Wohnhaus der Verleger-Familie Springer. Ein geschichtsträchtiges Haus für den ältesten Segelclub Deutschlands. Er wurde 1855 in Königsberg in Preußen gegründet, konnte als Mitglieder unter anderem Prinz Heinrich von Preußen und Paul von Hindenburg begrüßen und hält gute Seemannschaft in Ehren.
Segelclub RHE, Grotiusweg 75/77, 22587 Hamburg, www.sc-rhe.de

2 BSC

Zünftig residiert der Blankeneser Segel-Club. Sein Vereinshaus liegt im Jollenhafen zu Füßen des malerischen Blankeneser Treppenviertels. Es handelt sich dabei um einen Ponton, der sich mit dem Tidenstrom hebt und senkt.
Blankeneser Segel-Club e.V., Jollenhafen Blankenese, 22587 Hamburg, www.bsc-hamburg.de

3 MSC

Der Jollenhafen des Mühlenberger Segel-Clubs umfasst 250 Liegeplätze für Jollen, kleinere Yachten und Tuckerboote. Seit vielen Jahren gilt der MSC als Erfolgsschmiede für junge Regattatalente.
Mühlenberger Segel-Club e.V., Elbuferweg 135, 22609 Hamburg, www.msc-elbe.de

4 SVAOe

„Wir halten Segeln und „Auf-dem-Wasser-Sein“ für die schönste Freizeitbeschäftigung“, lauten Motto und Zielsetzung der Segler-Vereinigung Altona-Oevelgönne. Der Traditionsverein ist vor einigen Jahren von Oevelgönne nach Neumühlen umgezogen.
Segler-Vereinigung Altona-Oevelgönne e. V., Neumühlen 21, 22763 Hamburg, www.svaoe.de

5 NRV

Seinen Hauptsitz unterhält der Norddeutsche Regatta Verein an der Alster, ein kleines Jugendhaus jedoch am Mühlenberg mit Blick auf die Elbe. Der Segelclub, der 1866 von einer deutsch-englischen Freundesgruppe gegründet wurde, gab sich zunächst den sperrigen Namen „Germania Segel-Club zur Förderung des Segelns auf der Alster, Elbe und Ostsee“, bevor man sich ein Jahr später für die einfachere Variante Norddeutscher Regatta Verein entschied.
Norddeutscher Regatta Verein, Schöne Aussicht 37, 22085 Hamburg, www.nrv.de

6 HSC

Unter den knapp 1950 Eignern, die den Hamburger Yachthafen nutzen, sind zahlreiche Mitglieder des Hamburger Segel-Clubs zu finden. Für ihre Vereinsversammlungen treffen sie sich jedoch in ihrem Stammhaus in der Hamburger Innenstadt. Es steht auf der Gurlitt-Insel, der einzigen Insel der Alster.
Hamburger Segel-Club e.V., An der Alster 47a, 20099 Hamburg, www.hamburger-segel-club.de

7 TUS Finkenwerder

Rund 2500 Mitglieder zählt der Turn- und Sportverein Finkenwerder von 1983. Er unterhält 17 Sparten, eine davon ist Segeln. Hier wird viel für die junge Segler getan, darunter Opti-Training, Kenter-Übungen und Teilnahme an Jugendkutter-Regatten.
Turn- und Sportverein Finkenwerder von 1893 e.V., Focksweg 14, 21129 Hamburg, www.tusfinkenwerder.de

8 AYC

Der Altländer Yachtclub ist ein noch junger Verein, er wurde erst 1970 gegründet und unterhielt bis zur Fertigstellung des neuen Hafens von Neuenschleuse drei Jahre lang provisorische Liegeplätze. Heute kann er 120 Yachten unterschiedlichster Größe mit einem Tiefgang von bis zu 1,80 Metern aufnehmen.
Altländer Yachtclub e.V., Am Buschteich 13, 21739 Dollern, www.ayc-jork.de

9 SVFH

Für einen SVFH-ler bedeutet Segeln nicht nur Zeit auf dem Wasser zu verbringen, sondern auch am Schiff zu schrauben. Alle Mitglieder sind segelbegeisterte Handwerker. Seit der Gründung im Jahr 1965 ist die Zahl auf über 170 angestiegen – und es gibt wohl kein Teil eines Schiffes mehr, das noch nicht beim SVFH gebaut wurde.
Segelverein Finkenwerder-Hamburg e.V., Rüschweg 22, 21129 Hamburg, www.svfh.de

10 SVWS

Am Strandbad, mit Blick auf die Elbe, steht das Clubgebäude des Segel-Verein Wedel-Schulau. Das besondere Engagement seiner 600 Mitglieder gilt der Jugendarbeit und der Ausrichtung von Regatten.
Segel-Verein Wedel-Schulau e. V., Strandbaddamm 18, 22880 Wedel, www.svws.de

3 Kommentare zu „Revier Unterelbe: Wo Groß- und Freizeitschifffahrt sich treffen – Infos und Tipps für Segler“

  1. avatar Keine Ahnung sagt:

    Brunsbüttel: “Im Kanal wurde ein neuer, tidenunabhängiger Yachthafen”

    “Neu” seit wann? 40 Jahren??

    Seltsamer Text. Frage mich wieviel davon einfach zusammengegoogelt wurde und ausgeschmückt wurde.

    Wer bitte geht in Haseldorf in die Imbißbude um danach “gut gestärkt” in der Binnenelbe zu Ankern????

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    • avatar Fastnetwinner sagt:

      Es gibt leider immer Leute, die vom Besserwisserei und Negativität geprägt sind. Der Grund dafür, dass es SR gibt ist jedoch bekanntlich SR-Zitat: “Segeln ist cool. Segler sind cool. Weltoffene, lässige Typen.” Deshalb sind wir auf SR.
      Im Umkehrschluss versuchen die Leser hier wegzukommen von, ebenfalls SR-Zitat: “Schein-Fetischisten, Schneckendreher und Sicherheitsfanatiker … Behörden-Willkür, Verordnungswahn und Arbeitsdienste…”

      Freu Dich doch zuerst einmal für den schönen Artikel den Silke da verfasst hat. Völlig Latte ob mit oder ohne Google oder hybrid. Natürlich sind da Fehlerchen drin, das ist doch aber egal, solange das grundsätzliche Bild dazu einlädt sich einmal besser mit dem Revier auseinanderzusetzen. Wenn ich Dich, “Keine Ahnung”, das nächste Mal im Dwarsloch oder auf Sherry Island treffe, dann mache Dich doch bitte erkennbar, dass andere und ich von Dir Abstand halten können.

      PS: Ich dachte die Rolle des Miesepeters hier auf dem Revier wird fest von den Lotsen und den Kollegen vom WSPK1 beansprucht. Habe ich wieder was dazu gelernt.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

  2. avatar Tischlersen sagt:

    In der Aufzählung der Vereins fehlen aber einige !
    Die Elbe hört ja nicht am Pagensand auf !

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