Sanktionen gegen Superyacht-Russen: Wem gehören die teuersten Schiffe?

Yachten an der Kette

Seit Putins Einmarsch in die Ukraine sind die Unterstützer und Nutznießer des Systems, die Oligarchen, in den Blickpunkt des Interesses geraten. Ihre Yachten werden gesucht und an die Kette gelegt. Wie viele sind es?

Die Superyacht-Branche erhält dieser Tage eine Aufmerksamkeit, auf die sie normalerweise gerne verzichtet. Task Forces sind damit beschäftigt, Besitzverhältnisse der großen Schiffe aufzuschlüsseln. Denn viele von ihnen gehören reichen Russen.

Seit Russland den Krieg gegen die Ukraine begonnen hat, versuchen EU, USA und Großbritannien Sanktionen gegen Putin und seine Oligarchenfreunde durchzusetzen. Mehr als 400 Personen und Organisationen stehen auf den Listen. Die globale Jagd nach ihren Reichtümern ist in vollem Gange.

Aber wie kommt man an ihr Vermögen? Woher weiß man, ob an den Schaltpulten hinter verspiegelten Scheiben wirklich sanktionierte Russen sitzen?

Aktuell steht insbesondere die 140 Meter lange und 700 Millionen teure “Scheherazade” im Fokus. Die 2020 von Lürssen ausgelieferte Superyacht gehört zu den Top Ten der längsten Yachten und es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass sie tatsächlich Vladimir Putin himself gehören könnte.

Das Schiff liegt in der Marina di Carrara bei Pisa im Dock. Und italienische Behörden untersuchen, ob sie tatsächlich Hinweise auf Putin finden, um das Schiff für die Dauer der Sanktionen blockieren zu können. Russische Oppositionelle aus dem Nawalny-Lager sind haben keinen Zweifel, wie sie in einem Video deutlich machen.

5000 Superyachten

Selten ist die Zuordnung eines Eigners zu seiner Yacht so einfach wie bei der “Sailing Yacht A”. Der russische Düngemittel- und Kohle-Milliardär Andrei Melnitschenko hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sich tatsächlich die größte Yacht unter Segeln hat bauen lassen. So war es für die Italiener ein Leichtes, das Schiff schon vor zehn Tagen zu beschlagnahmen, als es in Trieste lag.

Die Sailing Yacht A in der Karibik. © Thomas Mayer 1968, Wikimedia Commons

Wie geht die Jagd weiter? Wie viele Superyachten befinden sich tatsächlich in russischem Besitz? Wie wirkt sich der Druck auf den geheimnisvollen, kleinen, aber umsatzstarken Nischen-Markt aus?

Insgesamt wurden bisher nur acht Superyachten tatsächlich festgesetzt.

Unterstütze SegelReporter

Mitglied in 5 Minuten werden und ab dann SR im Magazin-View lesen

Lieber Leser,

der SegelReporter Club wurde aufgesetzt, um neue Projekte zu finanzieren. Wir haben noch viele Ideen und großen sportlichen Ehrgeiz, den Großen die Stirn zu bieten.

Mit knapp 1,- € pro Woche bist Du bei einer
12-monatigen SR Club-Mitgliedschaft dabei.

  • Täglich alle Highlights des Segelsports, deren Erklärung und Einordnung mit einem Klick von einer deutschen Webseite
  • Ohne Beschränkungen alle SegelReporter Artikel lesen
  • Lesefreundlicheres, einspaltiges Artikel-Layout
  • Lesbar auf allen digitalen Medien

Die SegelReporter

» Fragen und Antworten zum SegelReporter Club

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

fünf × vier =