Schutz vom Segelmacher: UK Sails und North nutzen freie Kapazität – Clown Sails coole Masken

"H(o)usten wir haben ein Problem"

Auch Segelmacher haben es dieser Tage nicht leicht. Ihre Standard-Produkte sind gerade nicht so gefragt, das Know How aber schon. Einige sind in die Produktion von Masken eingestiegen. Clown Sails hat eine besondere Idee.

Frank Schönfeld mit spezieller Regnoc Maske. © Clown Sails

Wenn die Segelwelt still steht, leidet naturgemäß das Interesse am Kauf des klassischen Wind-Antriebs. Deshalb nutzen einige Segelmacher ihre frei gewordenen Kapazitäten, um den nötigen Bedarf zu decken.

Die ersten Bilder von der Produktion eigener Masken und Schutzbekleidung für Krankenhäuser stellte UK Sailmakers. Auch North Sails in Annapolis fertigt inzwischen einen Mundschutz.

© Clown Sails

In Hamburg ist Frank Schönfeldt mit seiner Clown Sails Segelmacherei in die Produktion der Masken eingestiegen, auch um seiner Belegschaft Arbeitsplätze zu sichern. Dabei hat er wie gewohnt einen witzigen Dreh hinbekommen. Der nie um einen lockeren Spruch verlegene Meistersegler versieht seine Produkte mit Logo und Wunschdesign. (Preise 10 € normal. Mit Wunschstickerei 15€ Bestellung: info@clownsails.de).

 

Dabei sammelt er Sprüche, die sich auf die Tücher drucken lassen. Der erhoffte Effekt: Masken können zum coolen Kleidungsstück werden, so wie es in vielen asiatischen Ländern auch schon vor der Corona-Krise der Fall war.

© Clown Sails

Bisher haben europäische Gesellschaften eher ein psychologisches Problem mit dem Tragen des Gesichtsschutzes. Das könnte sich aber ändern, wenn sich die Verordnungen zur Tragepflicht häufen.

Seit Montag werden in Österreich Masken beim Betreten von Supermärkten verteilt, und Jena hat als erste Stadt Deutschlands eine Schutzmasken-Pflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen und im Nahverkehr eingeführt.

North Sails Onedesign Experte Will Bomar mit bunter Maske in Annapolis © North Sails

Über die tatsächliche Wirksamkeit zur Bekämpfung der Pandemie wird zurzeit heftig diskutiert. So sind eigentlich nur die feinmaschigen Masken wirksam, weil sie Virentröpfchen fast vollständig abhalten. Solche Masken sind allerdings Mangelware und dem medizinischen Personal vorbehalten.

Schutzbekleidung aus der UK Sails Loft in den USA. © UK Sailmakers

Einfacher Textilschutz soll eigentlich nur bedingt gegen die mögliche Ansteckung helfen. Allerdings heißt es inzwischen bei der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können.

Der größte Effekt ist aber, dass auch nicht wissentlich infizierte Menschen die überwiegend durch Tröpfcheninfenktion übertragenen Viren weniger in der Umwelt verteilen können.

UK Sails hat darüberhinaus die Produktion für Schutzbekleidung aufgenommen um Krankenhausangestellte damit auszurüsten. Die Lofts in Norwegen, New York, Kanada und Irland haben ein Modell entwickelt, mit dem sie helfen können.

Die Schnitte für die Schutzkleidung. © UK Sails

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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