Schweres Unglück: Bora treibt Bavaria 50 auf die Mole von Rimini – vier Opfer

R.I.P.

Eine Bavaria 50 Cruiser ist am Dienstag Nachmittag von der 40 Knoten starken Bora auf die Hafenmole von Rimini gespült worden. Vier Segler sind gestorben.

Am Hafen von Rimini hat sich ein schweres Unglück ereignet, als die Crew einer italienischen Bavaria 50 Cruiser in schwerer See die Kontrolle verlor.  Italienische Medien berichten, dass “Dipiù” von ihrem Heimathafen Ravenna Richtung Trapani auf Sizilien unterwegs war, als sie von dem 40 Knoten starken berüchtigten Nordost-Wind Bora erwischt wurde.

Die zerstörte Bavaria 50 Cruiser auf der Mole von Rimini. © Coast Guard

Nach etwa 40 Meilen soll die sechsköpfige offenbar sehr segelerfahrene Crew entschieden haben, Rimini anzulaufen, um den stärker werdenden Wetter-Bedingungen mit bis zu fünf Meter hohen Wellen auszuweichen und Schutz zu suchen. Beim Anlaufen der Marina stand sie per Funk in Verbindung mit dem Hafenpersonal, und alles schien gut zu laufen, bis dann die Maschine ausgefallen sein soll.

Die Crew schaffte es nicht mehr, durch schnelles Segelsetzen eines Teils der Rollfock die Manövrierfähigkeit wiederherzustellen. Das Ufer war offenbar zu nahe. Das Schiff wurde von der schweren See auf die Steine geworfen und verlor nach wenigen Minuten sein Rigg.

Der Cruiser liegt kopfüber auf den Steinen. © Coast Guard

Die italienische Küstenwache startete eine umfangreiche Rettungsaktion für die Crew und konnte zwei Segler per Hubschrauber ins Krankenhaus bringen. Sie sind schwer verletzt sollen aber außer Lebensgefahr sein.

Offenbar sind allerdings vier Cremitglieder verstorben. In der Nacht war noch unter der Mithilfe von Helikoptern nach Überlebenden im Wasser gesucht worden, aber am Morgen wurden schließlich die leblosen Körper in der Nähe der Yacht gefunden.

Unter den Opfern befindet sich ein 69-jähriger Italiener, der vor einigen Jahren die Welt umsegelt hat, der 67-jährige Miteigner, seine 37-jährige Tochter und ein weiterer noch nicht offiziell identifizierter Mann. Die Crew stammt überwiegend aus Verona.

Die Yacht auf den Felsen kurz bevor das Rigg abbricht. © Coast Guard

Die italienischen Retter im Einsatz.© Coast Guard

 

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11 Kommentare zu „Schweres Unglück: Bora treibt Bavaria 50 auf die Mole von Rimini – vier Opfer“

  1. avatar Firstler sagt:

    Auf jeden Fall erstaunlich, dass man mit 50 Fuß und fully-crewed eine Legerwallküste ansteuert. Wirklich sehr tragisch das Unglück….

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    • avatar christoph sagt:

      Der Hafen von Rimini ist zwar wie die gesamte Adriaküste in diesem Bereich bei Nord nordöstlichem Bora eine Legerwallküste. Dennoch ist der Hafen von Rimini eigentlich gut anzulaufen da man besonders bei Wind mit leicht östlicher Komponente In Lee hinter dem äußeren Wellenbrecher geschützt die Segel bergen kann.
      Die Crew der Bavaria hatte ausgesprochenes Pech dass sie bei Maschienenausfall ausgerechnet dies nur sehr kurzen Äußeren Molenkopf getroffen hat. Sonst hätte man wahrscheinlich sogar ohne Maschine noch hinter den Molenkopf gieren können um in dessen wind und wellenschatten dann gezielt zu stranden.
      Dass die Crew noch versucht hat ein Segel auszurollen zeigt ja eigentlich das sie besonnen reagiert haben.
      Sehr Traurig

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    • avatar TomTom sagt:

      Absolut richtig. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass man bei Wind und Welle aus NE vor Rimini sogar noch die 5m-Linie überfahren muss, bevor man auch nur ansatzweise in den Schutz des Wellenbrechers kommt.
      Die Bav. 50 hat in der Standardversion, wenn ich mich recht entsinne, 2,25m Tiefgang. Da bleibt bei 5m Seegang (stand in einem anderen Artikel und kling bei diesen Bedingungen plausibel) die berühmte Handbreit nicht mehr übrig. So erscheint mir eine Grundberührung mit Karacho und nachfolgendem Kielverlust denn auch das wahrscheinlichste Szenario.

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    • avatar TomTom sagt:

      Das “absolut richtig” bezog sich auf den Kommentar von Firstler.

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  2. avatar Christian sagt:

    Auf dem Foto der gestrandeten Yacht sieht man, dass die Yacht eine Sturmfock gesetzt hat, also auch ohne Motor manövriertauglich hätte sein müssen. Allerdings hat sie keinen Kiel mehr. Bei den hohen Wellen und der geringen Wassertiefe kann die Ursache auch in einer Grundberührung in einem Wellental und einem Kielverlust liegen.
    Bei den geringen Wassertiefen vor Rimini war das Anlaufen dieses Hafens bei auflandigem stürmischem Wind und hoher Welle auf jeden Fall äusserst riskant.

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  3. avatar pjotr sagt:

    eine bavaria ohne kiel? schon wieder?

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    • avatar pjotr sagt:

      etwas ausführlicher: tragödie. punkt. anscheinend ist da einiges richtig schief gegangen und es läßt sich trefflich spekulieren. da will ich nicht mitmachen. was ich auf den bildern gesehe habe: einen phänomenalen einsatz der rettungskräfte die sich erheblicher gefahren ausgesetzt haben und es unter den widrigsten bedingungen geschafft haben ein loch in den rumpf zu sägen. und das der kiel weg ist. vielleicht bin ich old school, aber der kiel sollte unter allen umständen dran bleiben. punkt.

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      • avatar Jorgo sagt:

        Kann mir keine Yacht vorstellen wo der Kiel bei so brutaler Gewalt am Schiff bleibt,…höchsten bei einem Stahl-oder Alubau.

        Im übrigen bin ich der Meinung, dass Firstler absolut recht hat. Rimini eignet sich nicht
        zum Anlaufen bei auflandigem Sturm.Wir waren, wie gesagt, vor Kurzem selbst dort.
        Vor der Mole ist es nur 5-6m tief – da steht dann Grundsee!
        Eine unglückliche Verkettung und überaus tragisch

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  4. avatar Jorgo11 sagt:

    Wir sind genau vor einer Woche die gleiche Strecke gesegelt. Der Motorausfall kurz vor dem Hafen wundert mich nicht denn die ganze Küste ist gesät mit Fischernetzen,teilweise liegen sie sogar vor den Einfahren. Hatten selbst mehrfach herumschwimmende Reste von Kunstoffnetzen in der Schraube….zum Glück bei ruhigem Wetter. Ein ganz schrecklicher Unfall! Man sollte diese Küste nach Möglichkeit nur in einigem Abstand befahren.

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  5. avatar Jorgo11 sagt:

    @pjotr: doofer Kommentar jetzt.

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