Seenot: 7,50m-Boot mit deutschem Skipper vermisst

Verschollen wegen Beratungsresistenz?

Ein 33 jähriger Deutscher und zwei Frauen, deren Namen und Nationalität noch nicht bekannt sind, haben vor 10 Tagen letzte Lebenszeichen gegeben. Suche ist im Gange, Hoffnungen schwinden.

Die 7,50 Meter lange "Munetra" im Hafen von "Bluff" © NZ coast guard

Die 7,50 Meter lange “Munetra” im Hafen von “Bluff” © NZ coast guard

Über den Muttonbirds-Islands im Süden Neuseelands wurde gestern eine mehrtägige Helikopter-Suche ergebnislos abgebrochen und eine großflächige Aktion mit einem Orion-Flugzeug der neuseeländischen Airforce westlich der Stewart-Islands schlug ebenfalls fehl, soll aber heute fortgesetzt werden.  „Das Seegebiet, in dem eine etwaig havarierte Yacht seit mindestens fünf Tagen treiben könnte, ist enorm groß,“ erklärte gestern ein Verantwortlicher der Rettungsaktion. „Die Hoffnung, hier ein 7.5m-Boot zu finden, schwindet von Stunde zu Stunde!“

Die „Munetra“ lief bereits am 16. April aus dem Hafen des Örtchens „Bluff“ aus, um einen fünftägigen Törn in der südlichen Inselwelt Neuseelands zu unternehmen. Der 33 jährige deutsche Skipper lebt seit mehr als vier Jahren in „Southland“.

Die Identität seiner beiden Begleiterinnen an Bord des 7,5 m-Bootes wollen die lokalen Polizeibehörden noch nicht bekannt geben, weil „man sich noch nicht hundertprozentig sicher ist“ und Angehörige nicht unnötig beunruhigt werden sollen.

Keinen Plan, schwaches Funkgerät

Der deutsche Skipper sei im Vorfeld dieses Törns bereits mehrfach durch „unseemännisches Verhalten“ aufgefallen: So habe er auch für diese Tour keinen Törnplan im Hafen hinterlassen, lediglich einen ungefähren Rückkehr-Zeitpunkt – „in fünf Tagen“ – angegeben. Außerdem sei er nur mit einem unzureichenden Hand-VHF-Funkgerät ausgerüstet gewesen.

Überhaupt soll der Skipper als „beratungsresistent“ und dickköpfig bekannt gewesen sein. „Man konnte ihm sagen was man wollte,“ berichtet Meri Leask, Funkerin im Hafen von „Bluff“ gegenüber der Lokalpresse, „Er hatte seine ganz eigene Art, Dinge anzupacken und nahm keine Ratschläge an!“

Meri Leask war offenbar die letzte Person, die mit dem Skipper auf der  „Munetra“ Funkkontakt hatte. Schon am ersten Tag habe sich der Skipper wenige Stunden nach Auslaufen gemeldet und über starken Wind aus Osten berichtet. Meri Leask riet ihm, Windschutz in eine Bucht anzulaufen und sich von dort nochmals zu melden.

Obwohl diese Rückmeldung ausblieb, schlug man allerdings in „Bluff“ keinen Alarm. Erst vor fünf Tagen zeigte sich der Arbeitgeber des Deutschen besorgt, da dieser nicht wie vereinbart am Arbeitsplatz erschienen sei.

Vor drei Tagen wurde schließlich mit der Suchaktion begonnen. „Die Chancen sind nur noch gering, Schiff und Besatzung wiederzufinden – falls sie tatsächlich in Seenot geraten sind,“ erklären die Behörden.

Über den Grund, warum die Suche erst relativ spät in die Wege geleitet wurde, gibt es noch keine offiziellen Aussagen.

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Seenot: 7,50m-Boot mit deutschem Skipper vermisst“

  1. avatar bulalla sagt:

    Vielleicht hilft dieser Artikel weiter: http://www.radiozwickau.de/nachrichten/lokalnachrichten/suche-nach-zwei-frauen-aus-sachsen-in-neuseeland-1045586/
    Die zwei 19jährigen Frauen scheinen aus Görlitz zu kommen.

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