Wie eng die Verflechtung der USA mit Dänemark trotz der Grönland-Krise ist, zeigt das aktuelle Projekt mit autonomen Segelyachten in Nord- und Ostsee. Das US-Unternehmen Saildrone ließ vier Segler 2025 erfolgreich vor der dänischen Küste kreuzen und zieht nun Bilanz. Der nächste Entwicklungsschritt ist angekündigt.

Saildrone-Gründer Richard Jenkins hatte von Anfang an eine militärische Nutzung im Sinn, als 2013 seine erste unbemannte Saildrone den 2.200-Seemeilen-Törn von San Francisco nach Hawaii in 33 Tagen allein mit Windkraft absolvierte. Er schreibt im Rückblick über seine Hoffnung und Enttäuschung nach dem erfolgreichen Test: „Als ich 2014 versuchte, das Konzept an die US-Marine zu verkaufen, war diese alles andere als überzeugt. ‚Wir haben große Schiffe mit großen Kanonen, wie könnten wir da ein kleines, unbemanntes Segelboot einsetzen?‘“

Danach konzentrierte er sich auf meteorologische und ozeanografische Messungen. Die Flotte der segelnden Drohnen wuchs. Sie lieferten wichtige Daten aus abgelegenen Seegebieten, die etwa für die Verbesserung der Hurrikanvorhersagen wertvoll waren. Hauptkunde wurde die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die zentrale US-Behörde für alles, was sich zwischen dem Meeresboden und der Sonne abspielt – eine Mischung aus Wetterdienst, Ozean-Forschungszentrum und Umweltpolizei.
Der 49-jährige Brite aus Lymington, der schon mit 16 über den Atlantik segelte, die Entwicklungsphase der Moth-Klasse zum Foiler hautnah erlebte und 2009 mit der eigenen Konstruktion Greenbird den Landsegelrekord brach (202,9 km/h), betreibt seine Firma aus dem kalifornischen Alameda in der San Francisco Bay Area und ist längst nicht mehr auf das Geschäft mit Wetterdaten angewiesen.

Jenkins hatte ein gutes Timing, weil er rechtzeitig nach Donald Trumps Amtsantritt das Potenzial seiner Segelflotte im militärischen Umfeld bewies. Während Elon Musk im Auftrag des Präsidenten die Kettensäge schwang und eine Budgetkürzung bei der NOAA um 1,65 Milliarden US-Dollar befürwortete (27 Prozent) – die er schließlich nach großen Widerständen auf 6 Prozent zurücknehmen musste –, schaffte Jenkins den Turnaround zum Militärunternehmen.

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