Recycling: Segelboot aus Flipflops und Plastiktüten – Auf dem Weg zur UN-Versammlung

Müll-Boot mit Botschaft

Aus Plastikmüll macht Segelboot – das ist die Idee hinter der Dhau Flipflopi, die gerade ihre Jungfernfahrt an der afrikanischen Ostküste hinter sich gebracht hat.

Wohin mit dem Plastikmüll aus den Ozeanen? Auf diese Frage hat das Flip Flop Project eine kreative Antwort gefunden: Das Team um Gründer Ben Morrison baute in Kenia aus angespülten Flip-Flops und Plastiktüten ein seetüchtiges Segelboot.

Die Dhau Flipflopi aus recycletem Plastikmüll

Die Dhau Flipflopi aus recycletem Plastikmüll © Finnegan Flint/The Flipflopi

Was sich zunächst nach einem haarsträubenden Bastelprojekt anhört, hat bootsbautechnisch gesehen Hand und Fuß. Kiel, Spanten und Planken der nach traditionellen Plänen gebauten Dhau bestehen aus eingeschmolzenem Plastik.

Die erste Reise nach der Testphase führte die Flipflopi Ende Januar/Anfang Februar von der Insel Lamu vor der kenianischen Küste nach Sansibar – eine Strecke von mehr als 300 Seemeilen.

Industriedesigner Leonard Schürg zeigte sich nach dem Törn in einem Interview mit dem Sender Radio Eins zufrieden: »Die Dhau segelt wirklich gut. Die Sicherheit ist nicht unser Problem, eher die relativ hohen Kosten.«

Plastikmüll mit positiver Botschaft

Der nächste Törn führt nach Mombasa, wo die Flipflopi auf einen Lkw verladen wird, der sie in die Hauptstadt Nairobi zur Umweltversammlung der Uno bringt, die vom 11. bis 15. März stattfindet.

Die Dhau Flipflopi in Mombasa in Kenia

Die Dhau Flipflopi in Mombasa in Kenia © Finnegan Flint/The Flipflopi

Das Flip Flop Project soll dort exemplarisch zeigen, dass man aus dem vielen Plastikmüll etwas machen kann. Industriedesigner Schürg möchte eine positive Botschaft vermitteln.

Für die tragenden Bauteile wie Kiel, Spanten und Planken wurden Plastiktüten und Flaschen eingeschmolzen, in Stahlformen gegossen und danach wie im traditionellen Bootsbau in Form gebracht.

Das Deck und der Rumpf sind mit einer Schicht aus recycelten Flip-Flops überzogen, die dem Boot seine charakteristischen Regenbogenfaben geben. Flip-Flops machen etwa ein Drittel des in Kenia angespülten Plastikmülls aus.

Historischer Bootstyp Dhau

Beim Bau greift das Team auf lokale Expertise zurück. Die Dhau ist ein Schiffstyp, der bereits seit Jahrhunderten in den Gewässern zwischen Indien, dem mittleren Osten und Ostafrika im Einsatz ist und dessen Seetüchtigkeit bekannt ist.

Die Flipflopi – 10 Meter lang und 5 Tonnen schwer – dient dabei nur als Prototyp einer größeren Version, die 20 Meter lang werden soll und die Botschaft potenziell auf der ganzen Welt verbreiten kann.

Mehr Informationen: The Flip Flop Project

Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *