Sichtung: Russisches U-Boot geistert in der Ostsee herum – Fahrtenyachten im Blick?

Ziel und Auftrag: unklar

Kein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass unter der Wasseroberfläche die Russen lauern. Anfang der Woche wurde vor Fehmarn bei Einbruch der Dunkelheit ein U-Boot gesichtet.

Die Ostsee dürfte nicht gerade ein Traumrevier für U-Boot-Fahrer sein mit einer durchschnittlichen Tiefe von 52 Metern. Wenn man dann noch den 9 Kilometer schmalen Streifen zwischen Fehmarn und dem Festland mit Wassertiefen zwischen 20 und 30 Metern als Spielplatz wählt, bleibt nicht mehr viel Platz zum Manövrieren.

Der Kapitän des russischen U-Bootes „Vladikavkaz“ sieht das aber offenbar als angemessene Herausforderung. Am späten Sonntag wurde er mit seinem 73 Meter langen Gefährt, auf dem eine 57-köpfige Besatzung Dienst tut, im Fehmarnbelt gesichtet.

Patrouillenboot als Aufpasser

Ganz so heimlich ging der “Besuch” nicht  vonstatten. Ein russischer Schlepper folgte auf Standby, um mögliche Navigationsfehler mit der Gefahr des Auflaufens zu kaschieren. Und die Dänen hatten ein Patrouillenboot zum Aufpassen geschickt.

Aber was die Russen nun genau hier wollen, ist nicht bekannt. Ziel und Auftrag sind unklar. Die Kieler Nachrichten zitieren den Leiter der Abteilung Maritime Strategie und Sicherheit beim Institut für Sicherheitspolitik an der Uni Kiel, Sebastian Bruns: „Es ist offensichtlich, dass derartige maritime Aktivitäten aus russischer Sicht geeignet sind, mit überschaubaren Mitteln Eindruck zu machen. Diese Erkenntnis dürfte dazu beitragen, dass die russische Marine zukünftig mehr Schiffe einsetzen kann.“

Man mag nur hoffen, dass die Russen ihre Aufgabe im Griff und unschuldige Fahrtenyachten im Blick haben. Schließlich soll die 1990 in Dienst gestellte “Vladikavkaz” nach einem Upgrade Ende 2015 über Wasser 17 Knoten und getaucht 20 Knoten Speed erreichen.

U-boot Opti

Unerwarteter Besuch an der Luvtonne. Das Optimisten Rennen wurde abgebrochen. © Matias Capizzano

Schließlich haben nicht alle U-Boot-Kommandanten ihre Geschosse im Griff, wenn es um die Ortung der Freizeit-Schiffahrt geht. Das mag das obige Video zeigen. Aber gesichert ist der Vorgang von 2014 vor der argentinischen Küste als ein U-Boot inmitten einer Optimisten-Flotte auftauchte. Die Regatta musste abgebrochen werden. Die Kinder kamen aber mit dem Schrecken davon

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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6 Kommentare zu „Sichtung: Russisches U-Boot geistert in der Ostsee herum – Fahrtenyachten im Blick?“

  1. avatar Jochen sagt:

    Denke kaum das das Uboot durch den Fehmarnsund gefahren ist. Es muß wohl eher Fehmarnbelt heißen. Ist von der Wassertiefe nämlich ein gewaltiger Unterschied!

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      Stimmt, so’n Quatsch. Muss natrülich Fehmarnbelt heißen. Thx. Edit

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  2. avatar Michael Hübner sagt:

    Ist jetzt die Russenphobie auch bei den Seglern angekommen? Kann mich erinnern, daß bei einer 505DM in den Siebzigern auf der Kieler Förde ein U-Boot der Bundesmarine im Regattafeld auftauchte…..wenn man gerade im Trapez steht ist das auch kein angenehmes Gefühl – stand das in einer Zeitung? Schließlich war damals Kalter Krieg….

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  3. avatar Wick sagt:

    Zu viel “Jagd auf Roter Oktober” gesehen? 🙂 Ziel und Auftrag sind wohl auch bei den NATO-U-Booten unklar, die im gesamten Ostseeraum operieren.

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  4. avatar Paul sagt:

    Dart 18 is more!!!
    Unser Klassenmotto perfekt in Szene gesetzt!
    Danke für das Video!

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