Speedsailing: Hydroptère.ch auf dem Genfer See

Bruch bei Rekordversuch

Das junge Hydroptère.ch-Team mit Helmen – besser is' das!©maxxcomm

Das junge Hydroptère.ch-Team mit Helmen – besser is' das!©maxxcomm

Das junge, fünfköpfige Hydroptère.ch-Team rund um Steuermann Daniel Schmäh war knapp davor, das begehrte Blaue Band zu ergattern. Sie brauchten bei lang erwarteten, besten Windbedingungen nach ihrem Start in Genf nur 1:20 h bis zur Wendemarke vor Bouveret am anderen Ende des Sees. Dort lagen sie mit 20 virtuellen Minuten vor Philippe Cardis auf seiner Decision 35, der den Rekord mit 4:53:19 h in 2007 aufstellte.

Wie vorausgesagt drehte der Wind leicht, so dass die „Rückfahrt“ bei etwas spitzerem Winkel als der Hinweg, aber eben nicht hart am Wind ähnlich schnell geklappt hätte.

„Wir waren auf full speed, das Schiff „flog“ perfekt auf seinen Hydrofoils, als wir einen ziemlich brutalen Stecker fuhren. Das Boot wurde abrupt gestoppt und der Rumpf sowie die vordere Verstrebung splitterten bzw. brachen,“ berichtet die Crew. Es gab keine Verletzten, die Hydroptère.ch wurde von Begleitbooten in den Hafen geschleppt; derzeit wird geprüft, wie stark die strukurellen Schäden sind.

Schweizer Rekordraser

Mit full Speed Richtung "Blaues Band" ©maxxcomm

Die Hydroptère.ch hat in den vergangenen Wochen bereits mehrfach bewiesen, dass sie zumindest über kurze Strecken das schnellste Schiff auf dem Genfer See ist. Mit 25,25 kn erreichte sie etwa einen neuen Stundenrekord, doch für das heiß begehrte Blaue Band braucht man eben nicht nur den reinen Speed als Mischung aus Boots- und Steuermann-Performance, sondern zudem perfekte Wetterbedingungen und das gewisse Quentchen Glück.

Hydroptère.ch ist Teil des mittlerweile weltweit bekannten Projektes Hydroptère rund um Alain Thibault, der mit der „großen Schwester“ Hydroptère in Los Angeles derzeit auf ein Wetterfenster wartet, um den Geschwindigkeitsrekord auf der Strecke L.A. – Honolulu/Hawaii zu brechen. Die Schweizer Variante von Hydroptère (Übersetzung aus dem Französischen =Tragflügelboot) gilt als wissenschaftliches Versuchsobjekt im Bereich Wind- und Wasserkraft.
An Hydroptère.ch werden zudem Materialien getestet, die später unter ungleich härteren Bedingungen auf der großen Hydroptére in den Weltmeeren zum Einsatz kommen. Seit einigen Jahren agieren beide Projekte, nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Sponsoren, unabhängig voneinander.

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Michael Kunst

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