SR-Interview: “Gorch Fock”-Thriller Autor und ex Rekrut Jan von der Bank

„Wer nicht klettert, ist ein Weichei.“

Die “Gorch Fock” mit gerefftem Großsegel vor Kap Hoorn. Die bis zu 30 Meter hohen Rahen flößen viel Respekt ein. © Bundeswehr, Yvonne Knoll

Nach dem tödlichen Sturz einer Offiziersanwärterin aus der „Gorch Fock“-Takelage ist das Schulschiff der Bundesmarine erneut in die Schlagzeilen geraten. Der Untersuchungsbericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus deckt auf, dass es an Bord zur „Meuterei“ von vier Rekruten gekommen sein soll, als sie nach dem Unfall nicht mehr zu den Rahen aufentern wollten. Die Dreimast-Bark soll jetzt zu ihrem letzten Hafen in Argentinien umkehren um ein Ermittlungsteam aufzunehmen.

SegelReporter sprach mit dem Kieler Segler und Autor Jan von der Bank über die Zustände an Bord. 1987 leistete er selber in der “Gorch Fock”-Segelcrew für vier Monate seinen Wehrdienst ab und reiste von Kiel über den Atlantik bis nach Acapulco. Von der Bank beschäftigt sich jetzt wieder intensiv mit dem Thema, da er für seinen zweiten maritmen Thriller recherchiert hat, der auf der „Gorch Fock“ spielt. “Leichenfänger” soll Ende März in den Buchhandel kommen.

Das Aufentern in die Rahen der „Gorch Fock“ wird offiziell von der Marine als freiwillig bezeichnet. Ist das auch so in der Realität?

Von der Bank: Die Marine muss sich ordentlich ins Zeug legen, um den Offiziers-Nachwuchs zu sichern. Da automatisch jeder Kadett auf der „Gorch Fock“ fahren muss, muss theoretisch auch jeder in den Mast. Damit diese Aussicht keinen der potentiellen Bewerber abschreckt, sein Kreuzchen in die Heuerliste zu setzen, wird offiziell gesagt “Ja, machen Sie sich mal keine Sorgen, wenn Sie nicht wollen, müssen Sie da nicht rauf!” In der Realität wird dann aber doch quasi darauf bestanden.

Bei Sturm an Deck. Offiziersanwärter der Bundesmarine müssen auf dem Schulschiff Dienst tun.© Bundeswehr, Yvonne Knoll

Und was nicht explizit von einem Ausbilder eingefordert wird, besorgt der Gruppenzwang. Wer nicht klettert, ist ein Weichei! Das trifft vermutlich insbesondere für die weiblichen Kadetten zu, die natürlich unter dem Generalverdacht stehen, sie könnten den “hohen physischen und psychischen Anforderungen” nicht gewachsen sein, und noch eher über die eigenen Angst- und Kräftegrenzen hinausgehen.

Die Vorgesetzten an Bord sollen „stell dich nicht so an“ gesagt haben? Gibt es einen subtilen Druck? Oder ist die ganze Story vielleicht zu sehr aufgebauscht?

Von der Bank: Das mit dem „stell dich nicht so an“ kann ich mir gut vorstellen. Das deckt sich mit meinen Erinnerungen. Und “subtil” ist auch nicht gerade das Wort, das mir bei meinen Erinnerungen an die Marine als erstes einfällt! Für mich selber war das alles damals wahrscheinlich nicht so schlimm – ich war schwindelfrei und wollte ja unbedingt auf die alleroberste Rah. 40 Meter über dem Wasser- geil! Als die Manöverpositionen verteilt wurden und ein freier Posten auf der Royal aufgerufen wurde, habe ich darum auch ganz laut “Hier!” geschrien. Aber einige andere waren da deutlich unsicherer.

Ganz anders wird die Sache mit dem Druck erst, wenn man sich Folgendes vorstellt: jemand, der sich ohnehin nicht allzu wohl in der Takelage fühlt, soll an einer Stelle klettern oder arbeiten, an der er oder sie zwei drei Tage vorher eine Kameradin, vielleicht sogar enge Freundin in den Tod hat stürzen sehen. Da ist es doch klar, dass reihenweise Leute nicht mehr klettern wollten. Die standen einfach unter Schock. Es ist gut vorstellbar, dass die Offiziere bzw. die ausbildenden Unteroffiziere das völlig unterschätzt haben.

Kap Hoorn querab. Die “Gorch Fock” rundete am 14 Januar erstmals in ihrer 52-Jährigen Geschichte Kap Hoorn. © Bundeswehr, Yvonne Knoll

Die Schiffsführung hat doch den gesamten Lehrgang umgehend von Bord geschickt

…aber nicht wegen der anfänglich rührig zitierte “Führsorgepflicht”. Man kann nun an der aktuellen Entwicklung der Dinge ablesen, dass der Grund offenbar die “Beinahe-Meuterei” war.  Alleine diese Begriffswahl spricht ja Bände darüber, wie sehr die Situation eskaliert sein muss. Und wie viel Unvermögen seitens der Offiziere und Unteroffiziere im Spiel war. Die waren zuvor weder im Stande, die Ängste und Spannungen ihrer Untergebenen richtig einzuschätzen, noch sie zu lösen.

Nach dem Unfall haben „Gorch Fock“-Offiziere den Afghanistan-Vergleich gebracht. „Dort sterben auch Kameraden“. Kann man das vergleichen?

Von der Bank: Man darf nicht vergessen, dass die Gorch Fock ein Ausbildungsschiff ist. Dieses Argument zuzulassen hieße, dass auch auf jedem Truppenübungsplatz in der Lüneburger Heide Rekruten unter den Panzer kommen dürfen, ohne dass das hinterfragt wird. Für die Verantwortlichen wird das dann natürlich unbequem!

Wie anstrengend ist es, den 30 Meter hohen Mast zu entern? Ist es wirklich gefährlich?

Von der Bank: Das geht schon ganz schön auf die Knochen, auch für einen zwanzigjährigen Kerl, der ich damals war. Obwohl ich von der Jollensegelei  her eigentlich ganz gut im Saft stand, hatte ich in der ersten Woche Segelvorausbildung – das ist der Abschnitt, bei dem jetzt das Unglück passiert ist – permanent das Gefühl, körperlich an der Grenze zu sein. Vor allem der Muskelkater in den Unterarmen war schlimm.

Er kommt vom vielen Auf- und Zumachen der Fäuste beim Klettern und war so schlimm, dass ich nach einer Woche das Gefühl hatte, gar nicht mehr richtig greifen zu können. Das ist speziell in einer Situation unangenehm, wenn man in 30 Metern Höhe beim Klettern an den Püttingswanten herum muss, die führen schräg nach außen um die Saling herumführen.

Ganz nah dran am Hoorn. Die Positiv-Meldung wird von Negativ-Schlagzeilen überdeckt. © Bundeswehr, Yvonne Knoll

Dann hängt man frei mit dem Körper nach hinten und kann sich beim Umgreifen zum nächsten Tritt nur noch mit einer Hand festhalten. Für Frauen ist das bestimmt noch schlimmer, vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten erst 19, 20 sind und direkt von der Penne kommen.

Der derzeitige Kommandant hat auf der Suche nach einer Erklärung für den Todesfall im November folgenden Satz gesagt: “Als Junge bin ich auf die Kirschbäume in Nachbars Garten geklettert, und war auch wieder schnell genug runter, wenn er kam. Die heutige Jugend sitzt nicht mehr in Kirschbäumen, sondern vorm Computer.” Wie ist das zu werten?

Von der Bank: Das ging PR-mäßig eher nach hinten los. In gewisser Weise ist da zwar sicher was dran, aber heißt es dann nicht auch, dass man die Ausbildung anpassen und nicht stur so weiter machen darf, wie vor vierzig Jahren?

Wie ist es da oben auf der Rah, wenn es wirklich stürmt? Besteht da eine latente Todesgefahr?

Von der Bank: Eigentlich ist es da oben ziemlich genial. Da ist man dann ja auch mit seinem Gurt gesichert. Bei uns war das früher noch ein einfacher Strick mit Karabinerhaken, den wir uns mit einem Palstek um den Bauch binden mussten… Im Sturm war ich nur einmal in der Takelage, in der Nordsee, bei ca. 9 Windstärken haben wir die Obersegel abgeborgen. Da achtet man schon sehr auf seine Handgriffe, und es treibt einen auch niemand zur Eile.

Ich glaube, dass die Gefahr tatsächlich am Anfang der Ausbildung am größten ist, wenn die Leute sich selber und ihre Kraftreserven noch nicht so recht einschätzen können, und wenn auch die Ausbilder noch im “Schleifer-Eifer” sind, und die Neuen noch nicht kennen.

Glück gehabt. So nah kommt man dem Felsen selten. Dennoch steht die Reise der “Gorch Fock” unter keinem guten Stern. © Bundeswehr, Yvonne Knolln

Warum bist du damals während der Ableistung des Wehrdienstes auf die „Gorch Fock“ gegangen? War es der erhoffte „Traumurlaub“?

Von der Bank: Wenn ich später jemandem erzählt habe: “Ich war auf der Gorch Fock und bin über den Atlantik, durch den Panamakanal und bis Acapulco gesegelt”, dann haben die immer leuchtende Augen gekriegt und gesagt “Was für eine tolle Reise!”. Aber das war es nicht! Es war fürchterlich!

Ich habe damals Tagebuch geführt über all die blöden Erlebnisse mit dem festen Vorsatz, später niemals auf diese romantische Verklärerei hereinzufallen und zu sagen: “Ach, im Nachhinein war’s doch ganz schön!” Die Leute sehen immer nur das tolle weiße Schiff und dieses sorgsam gepflegte Klischeebild vom “Botschafter in Weiß”… Aber das ist eine riesige Lüge… Ich habe das Schiff damals tatsächlich nur noch “die schwimmende Lüge” genannt.

Wieso? Was war los?

Von der Bank: Am Anfang war ich voller Begeisterung für die Idee, auf einem Windjammer zu segeln und entsprechend mit großem Eifer dabei. Aber das hat sich sehr schnell gegeben. Einsatzbereitschaft wird nicht honoriert. Marine, Militär allgemein, funktioniert wohl immer noch nach dem Motto: “Dienst nach Vorschrift”, und das intellektuelle Niveau wird oft genug dem kleinsten gemeinsamen Nenner geopfert. Ich weiß nicht, wie oft ich hintereinander die gleiche Tür weiß anstreichen musste. Das war reine Beschäftigungstherapie.

Seefahrerromantik beim Sonnenuntergang über dem berühmten Felsen. Die Realität sieht auf dem Schulschiff oft anders aus. © Bundeswehr, Yvonne Knoll

Zudem waren die hygienischen Verhältnisse damals sehr grenzwertig. Wir waren in den Tropen unterwegs, im Panamakanal bei 40 °C und 90% Luftfeuchtigkeit. Aber wir haben in den vier Monaten nur einmal frisches Bettzeug bekommen. Jeden Morgen musste man die stinkigen, völlig eingeölten Laken und Kissen ungelüftet mit in die Hängematte einwickeln. Deren feste Verschnürung wurde per Hängemattenmusterung kontrolliert, bevor sie in einer engen Last gelagert wurden. Abends, wenn man die Chose geöffnet hat, stach einem ein scharfer Amonniak-Gestank ins Gesicht, dass die Augen tränten! Wir hatten nachher alle Hautausschlag!

Wie ist es mit der viel beschworenen Kameradschaft an Bord?

Von der Bank: Es wurde extrem viel geklaut. Man konnte kein Akkuladegerät in die Steckdose stecken, ohne daneben sitzen zu bleiben. Kameras, Uhren, Geldbeutel, ja sogar gebügelte Uniformteile wurden gezockt. Eine Untersuchung der Seesäcke, die man beim Verlassen des Schiffes nach all den Anzeigen hätte durchführen müssen, gab es nicht. Die Schiffsführung hatte offensichtlich kein Interesse, so eine unschöne Aktion anzupacken. Da war die gerade Bügelfalte in der Uniformhose viel wichtiger.

Wird der Mythos „Gorch Fock“ gerade entzaubert?

Von der Bank: Was gerade aktuell mit der Gorch Fock passiert, ist vielleicht schon lange überfällig. Der Mythos wird entzaubert, und es brauchte leider erst einen weiteren Todesfall, um das Fass mit der ganzen schmutzigen Wäsche zum Überlaufen zu bringen. Dafür sprechen auch die Vorwürfe, es sei zu sexuellen Übergriffen gekommen. Die sind in diesem Kontext eher kritisch zu sehen. So etwas passiert ja leider auch an Land in jeder Kaserne und hat eigentlich nichts mit diesem Schiff zu tun. Es ist jetzt ein Reflex der Presse, diese Storys auch mit zu nehmen.

Als die Offiziersanwärterin im November von der Rahe fiel, musst du gerade tief in deiner „Gorch Fock“-Buch-Thematik verstrickt gewesen sein. Ist dir das Unglück besonders nahe gegangen?

Nach dem Tod einer Kadettin im November ist die “Gorch Fock” jetzt wieder in schwere See geraten. © Bundeswehr, Yvonne Knoll

Von der Bank: Ja, das kann man so sagen. Ich habe gerade eine Szene geschrieben, wo jemand aus dem Mast fiel und ums Leben kam. Dann habe ich in einer Arbeitspause auf Spiegel-Online geklickt und die Meldung vom echten Todesfall gelesen. Ich war so geschockt, dass ich erstmal zwei Tage nicht weiter schreiben konnte. Man geht als Autor im TV oder Buch schon recht großzügig mit der Schilderung von Tod und Gewalt um. Wenn dann die Realität einen links außen überholt, ist das dann umso bitterer. Immerhin hat es mich für die weitere Arbeit an dem Buch sensibler gemacht. Einige Szenen wären ohne den realen Todesfall sicher weit weniger differenziert ausfallen.

Warum kommt diese Geschichte von der Meuterei gerade jetzt ans Licht, wo vor drei Tagen noch triumphal die erste Kap Hoorn Umrundung in der 52-Jährigen Geschichte der „Gorch Fock“ verkündet worden war?

Von der Bank: Das ist eine gute Frage! Ich glaube nicht, dass es Zufall ist.  Ich kann mir gut vorstellen, dass politische Interessen dahinter stehen, die Aufklärung des Todesfalles unter dem Schlagwort der “Beinahe-Meuterei” gerade jetzt in die Pressemaschine zu füttern. Die Marine gönnt sich ja mit so einem Windjammer einen unglaublichen Luxus, ein Aushängeschild, wie sie es gerne selber nennen.

Beim Heer zum Beispiel werden überall Kasernen dicht gemacht und Soldaten mit mangelhafter Ausrüstung und Ausbildung in echte Kriege geschickt, weil keine Gelder da sind. Da fragt sich manch einer bestimmt: Brauchen wir ein Schulschiff, das für 10 Millionen Euro Unterhalt im Jahr spazieren fährt und bei angeblich diplomatischen Empfängen den Bürgermeister von Ushuaia und Valparaiso mit Häppchen füttert? Vor allem, wenn keine Kadetten mehr mitfahren. Da wurde die stolze Meldung von der Kap Hoorn – Umrundung gleich mal mit einem kräftigen Schuss vor den Bug beantwortet. Untersuchungsausschuss! Umkehr in den Hafen und warten auf das Eintreffen von Ermittlern. Das ist starker Tobak für den Stolz der Marine!

Ist denn die Ausbildung auf einem Segelschulschiff überhaupt noch nötig und zeitgemäß?

Von der Bank: Das ist innerhalb der Bundeswehr durchaus umstritten, auch wenn sich die Marine derzeit alle Mühe gibt, es anders darzustellen. Eigentlich hat die berufliche Realität eines Marine-Offiziers heutzutage rein gar nichts mehr mit dem Rahsegeln zu tun, wie es auf der Gorch Fock zelebriert wird. Aufentern und in der Takelage herumklettern zu können, diese Kenntnisse müssen Offiziere später nur auf einem einzigen Schiff anwenden, nämlich auf der Gorch Fock.

Die ansonsten viel zitierte Seemannschaft und Teamfähigkeit, die hier angeblich vermittelt wird, kann man auf hundert andere Arten trainieren, die einen Bruchteil kosten würden – und vermutlich nicht halb so gefährlich sind! Aber die sind natürlich auch nicht halb so traditionell und marinemäßig!

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Carsten Kemmling

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29 Kommentare zu „SR-Interview: “Gorch Fock”-Thriller Autor und ex Rekrut Jan von der Bank“

  1. avatar Christian sagt:

    tolles, informatives und meinungsfreudiges Interview. Sowas ist der Grund, warum Segelreporter eine ausgezeichnete Webseite ist. Und wenn ich mir den Seitenhieb erlauben darf: das hat eine ganz andere Klasse als Grabufke!

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  2. avatar Alex Nord sagt:

    Meinungsfreudiges Interview? Prima Vokabel – kannte ich noch nicht. ;-))

    Wow und Grabufke jetzt als Meßlatte für alle Artikel bei SR. Welche Ehrung für Grabufke.

    Vermutlich ist die Ausbildung auf einem Segelschiff nicht mehr zeitgemäß und viel zu gefährlich für künftige Marine-Kommandanten. Klasse wäre wenn man die Gorch Fock privat rentabel betreiben könnte. Da würden sich sicher viele junge Menschen finden, die darauf Lust hätten, wenn der militärische Druck wegfallen würde. Ich hab einige Monate “Hand gegen Koje”auf einer Barquentine gesegelt und jeden Tag genossen. Aber mich hat auch keiner genötigt in die Masten zu turnen. Vielleicht ist das der entscheidende Unterschied?
    Alex Nord

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    • avatar Klabautermann sagt:

      Schade nur wenn dann keiner mehr in den Masten rumturnen möchte. Dann geht Ihr wahrscheinlich wieder zu Fuß, oder?
      Toll wenn jeder machen darf was er möchte und alle mitmachen. Frag mal Deinen Chef ob ihm das auch gefällt.
      Keinen weiteren Kommentar vor soviel Weltfremdheit.
      Geht wieder spielen.

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  3. avatar Christian sagt:

    @Alex: Du wärst auch meinungsfreudig, wenn die Vokabeln “vermutlich”, “wäre” , “würde”, “vielleicht” nicht wären… 😉

    In der Sache stimme ich dir zu: Ja, Segeln ohne militärischen Druck wäre gut fürs Segeln und für die Menschheit.

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    • avatar Alex Nord sagt:

      Mhh, “könnte” stimmen. “Vielleicht”
      “Vermutlich” habe ich mich nicht getraut, weil ich dachte, das “würde” “vielleicht” die Stimmung hier wieder anheizen. 😉

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  4. avatar Plan B sagt:

    Hab gerade auf nem Ticker gelesen, das Ellison die G:F gekauft hat und sie mit vier Wings und Foils versieht…und Sie anschliessend durch die Bass Straight schüsselt?

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    • avatar Carsten sagt:

      so sind sie die SR-Leser. Immer ganz nah dran am Geschehen 🙂
      Mal sehen, was da dran ist an der Story. Ich höre mich mal um.

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      • avatar Backe sagt:

        Carsten, bitte mach diese Story erst, wenn Larry mir das Geld für die GF überwiesen hat … Sonst platzt mein Deal mit ihm noch, und der Contender wird nicht, wie er mir versprochen hat, AC-Klasse beim 35. Americas Cup. ;.)

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  5. avatar Plan B sagt:

    Die Bombe ist geplatzt! heute morgen gegen 4.30 gab Backe bekannt: der Deal ist vollzogen! Somit wird die GF in den nächsten Stunden bei der BW ausser Dienst gestellt und nach San Francisco überführt. Im Hintergrund führt Ernesto fieberhaft Gespräche mit einer kleinen Ostsee-Gemeinde (diese möchte noch nicht genannt werden). Objekt der Begierde: Die Passat. Ernesto hierzu: Ja die Passat ist etwas grösser und schwerer als Die GF wird aber deutlich höhere Etmale mit Südpolarmeer erzielen. Allerdings werden wir uns vorbehalten ob nach dem geplanten Umbau das Boot, je nachdem in welche Vermessungsformel es passen sollte, nach San Francisco oder Barcelona verbracht wird. Insider befürchten allerdings eine Finte! So heisst es, die Passat solle als neues Aushängeschild doch wieder unter deutscher Flagge am Horn von Afrika, erstmals nur noch junge Soldatinnen ausbilden und somit Deutschland noch besser repräsentieren. Es bleibt spannend.

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  6. avatar Stefan sagt:

    Es passt alles zusammen!

    Bei den großen bekannten Segeltuchherstellern sind vor kurzem Angebotsanfragen für rund 2.600 Quadratmeter Membransegel eingegangen. Interessent sei ein nicht weiter spezifizierter italienischer Staatsbürger. Ebenfalls soll bei Judel & Vrolijk eine Anfrage gelandet sein mit der Bitte um Prüfung und Berechnung inwieweit bei Rahentakelung der Einsatz von mehreren Spis sinnvoll ist.

    Zu vernmuten ist, dass die italienische Marine dahinter steckt und ihre Amerigo Vespucci fit macht für eine nonstopp Tallship Regatta um die Welt.

    Die Passat, die GF und nun die Vespucci – ob die Russen auch in das Rennen einsteigen?

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  7. Pingback: Jan von der Bank

  8. avatar Sanjin Osterman sagt:

    gorch fock, eine legende aber wie auch immer gibts auch hier schattenseiten… nicht ein jedermann ist dafür geboren und vorallem nicht wenn das ganze hineinfällt in die wehrpflicht… der kampf mit den elementen kann schon mal voerloren gehn, aber das weiss jeder der die eiskalte gischt in seinem gesicht gespürt hat. Segeln ist so alt wie die menschheit selbst deshalb auch kein wunder das manch ein vorgestzter won einem was abverlangt was nicht jeder bringen kann. Deshalb sind so manche tragödien auch unvermeidbar. segeln ist beinhart und kann auch tödlich sein, jeder der das weiss, fragt sich was leute die mit dieser tatsache nicht leben können/wollen auf so einem boot verloren haben. wenn ich nicht in der lage bin, eine situation die alltäglich auf so einem schiff ist, zu bewältigen dann hab ich auch die falschen entscheidungen getroffen. also was soll das ganze gezedere, ich stand auch schon am mast beim fullsurf aber aus freien stücken und wenn ich deshalb jetzt nicht hier wäre, wäre das meine eigene entscheidung, und ich würde nicht wollen das einer meine entscheidung in frage stellt und jemand anprangert der nur seine pflicht getan hat!!!

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  9. avatar Pamirlover sagt:

    Segeln auf einem Windjammer dient heutzutage in erster Linie der Seemannschaft. Wenn früher auf einem der stählernen Kap- Hoorn- Windjammer ein Mann von oben kam ( diese wurden nicht wie der “Affenfelsen” GF mit über 200 Mann, sondern mit 28- 36 Mann gesegelt und waren fast durchweg Viermastbarken ), war das nur eine Notiz im Logbuch wert; und damals gab es keine Karabiner uns sonstiges Zeug!
    Auch waren diese Schiffe nicht so “kentersicher” gebaut wie die GF, die ja keine Ladung, sondern nur Ballast fährt, und sind dennoch zumeist ans Ziel ihrer Reise gelangt. Noch bis 1957 wurde die Ausbildung seemännischen Nachwuchses auf den Halbschwestern “Pamir” und “Passat” in der La- Plata- Fahrt erfolgreich betrieben und endete bekanntlich erst mit dem Untergang der “Pamir”, der entgegen des Seeamtspruches nicht zu verhindern war, da der Hurrikan auf höchst ungewöhnlichen Wegen unterwegs war… man sollte die Geschichte der GF nun nicht mehr aufbauschen, als es wert ist. Wer Offizier werden möchte ( freie Entscheidung ), sollte auch vor den über 40 Metern hohen Masten der GF nicht bange sein- in Afghanistan kann man sich später auch nicht aussuchen, ob man Lust hat zu kämpfen. Dennoch tut mir natürlich die Familie der ums Leben gekommenen Kameradin leid.
    Schade, daß die “Passat” nicht mehr segelt…
    P.S. Amerigo Vespucci segelt nur auf Vorwind- Kursen gut!

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  10. …mal zurück in die Realität!

    Wo in der Takelage ist denn der Unfall passiert? Ich kenne Menschen aus der ehemaligen Stammbestzung ( Segelmacher), die auch nicht in den Mast gegangen sind, weil sie zu klein waren und von der Saling nicht ins Fußpferd gekommen sind!

    Wie mann hört war das Unfallofper auch nicht garede wirklich groß/lang. Sorry; aber Mädels von 1,59m Köpergröße haben da oben wirklich nix zu suchen! Und, jeder der sie da hinschickt ist ein absoluter Idiot!

    Typisch BW/ Marine – fahren sich mit den Schnellbooten in die Seite, schießen sich mit der eigenen Kanone das Ankergeschirr von der Back oder rauschen in Norwegen auf die Steine…..

    …eben einfach keine Profis!

    Claus

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    • avatar Backe sagt:

      Hallo Claus,
      da ich ja inzwischen etwas tiefer in die Materie vorgedrungen bin, hier eine kleine Anmerkung:
      Aus einem Marinebericht geht hervor, dass der Unfall im November beim Umklettern der Bramsaling passiert ist, also der oberen der beiden Salingsplattformen.
      Dort klettert man frei hinten überhängend die schrägen Püttingswanten hinauf und muss um die Salingskante nach den mit Teerbändseln ummantelten Wantenspannern der nächstoberen Wantenpartie greifen.
      Sehr fiese Stelle, bei der ich persönlich auch immer Schiss hatte (ich war ganz oben auf der Royal eimngesetzt), weil man beim Umgreifen ungesichert an nur einer Hand hängt.
      Außerdem hatte ich in den ersten Tagen der Vorausbildung (also beim Klettern-Üben im Hafen) immer das total beschissene Gefühl, meine Hände nicht mehr richtig zur Faust schließen zu können… Schuld war der Muskelkater im Unterarm, der vom permanenten Greifen beim Klettern herrührte.

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  11. avatar Lasse sagt:

    Hallo,

    Es heißt Deutsche Marine und nicht Bundesmarine, die gibt es nämlich eine Zeit nicht mehr…..Auch wenn sie zur Zeit aus der die Schilderungen stammen, also 1987 (!) noch gab. Da fragt man sich doch warum man nicht etwas aktuellere Erfahrungen berichtet, denn dir Seefahrt verändert sich ja noch heute……
    Jeder der sich weigert aufzuentern der gehört im nächsten Hafen abgesetzt, der hat halt den falschen Beruf gewählt, pech gehabt. Ich senke doch auch nicht die NC Anforderungen an ein Medizinstudium damit jeder Depp Arzt werden kann. So kann auch nicht jeder zur Bundeswehr egal ob Heer, Luftwaffe oder Marine.
    Wir haben mit der Gorch Fock schon ein Segelschulschiff auf das wir verdammt stolz sein können und wir sollten uns hüten sie loszuwerden oder einzutauschen!
    So viel von mir,
    Lasse

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  12. avatar Backe sagt:

    @ Lasse:
    1. Die Seefahrt auf der Gorch Fock hat sich eben NICHT verändert, und genau das ist der springende Punkt. Nichtmal als Frauen in die Crew kamen, hat man das Ausbildungskonzept, das im wesentlichen dem von vor dem WW2 entspricht, verändert. Das Einzige, was sich geändert hat ist: Es gibt an Bord jetzt eine Lüftung der Mannschaftsdecks, und es werden im Rigg Klettergurte getragen statt der von mir erwähnten Karabiner-Tampen.
    2. Der Numerus Clausus für Medizinstudenten wird sehr wohl gesenkt, wann immer zu wenig Bewerber für das Studium da sind, bzw. wieder angehoben, wenn die Nachfrage steigt. Er ist mithin ein quantitatives Instrument, kein qualitatives! Übrigens kenne ich einen Neurochirurg, der ein Abi mit 3,2 hat und heute einen prima Job macht. Vermutlich einen besseren, als mancher 1,0 Abiturient.
    3. Nicht jeder kann zur Bundeswehr? Falsch. Realität ist, dass die BW froh sein kann, in Zeiten von Kriegseinsätzen und Budgetkürzungen noch ihre Leute zusammen zu bekommen, und dass eben doch JEDER genommen wird, der nicht schielt oder lallt. Das war übrigens schon zu meiner Zeit so, was wiederum eine Menge über die Qualität der heutigen Ausbilder aussagt.
    4. Verdammt stolz sein … ist genau die stupide Haltung, die wir in diesem Fall im Keller lassen sollten. Wir brauchen, wenn es um moderne, sichere und zukunftsweisende Ausbildungskonzepte (auch und vor allem in der Marine) geht, eben gerade keinen STOLZ mehr, keinen Traditionalismus und keine Folklore. Im übrigen habe ich nicht gesagt, dass die GF abgeschafft gehört. Das tun momentan andere. Vor allem im Verteidigungsausschuss.

    @ Claus:
    Ich stimme dir mit deinem letzten Satz vollkommen zu. Wer die einschlägige Berichterstattung verfolgt, der weiß dass in der Marine einiges passiert – und das meiste davon aus Dummheit, Stolz oder Unbelehrbarkeit. Man denke nur an die beiden im Wasser treibenden Kameraden, die während eines Nato-Manövers in der Ostsee von einer britischen Fregatte gerettet hätten werden können. Der Kommandant der deutschen Fregatte, zu der sie gehörten, bestand jedoch darauf die Rettung selber durchzuführen (es sollte hinterher kein Gerede geben!), obwohl die Fregatte erheblich weiter entfernt war. Die Folge: Die beiden wurden zwar gerettet, starben aber an Unterkühlung.
    Marine, bzw. Bundeswehr allgemein, verfährt nach dem Wahlspruch “Tarnen, täuschen, verpissen”. Und das zieht sich bis in die obersten Entscheidungsränge durch – wie man an den jüngst aufgedeckten Skandalen um die GF, die Feldpost oder den erschossenen Kameraden einmal mehr sieht.

    @ Pamirlover:
    Ob deine Einlassungen zum Untergang der Pamir haltbar sind, sei mal dahin gestellt …
    Aber zur Behauptung “Wer Offizier werden möchte, sollte auch vor den über 40 Metern hohen Masten nicht bange sein…” habe ich etwas zu sagen: Zeig mir mal den jungen Mann oder die junge Frau, der oder die schon einmal in einer 40-Meter hohen Takelage geklettert ist, BEVOR er oder sie sich als Offizier bewirbt. Genau das wäre nämlich die Voraussetzung dafür ZU WISSEN, worauf sie sich einlassen.
    Es ist übrigens auch genau der Grund, warum die Marine den momentan viel zitierte Satz ausgibt “Das Aufentern ist freiwillig” – der dann aber in der Realität, das zeigen die aktuellen Ermittlungen, an Bord der GF außer Kraft gesetzt wird.

    @ Sanjin:
    Kann ich auch ein bisschen von dem Zeug haben, dass du geraucht hast? :.)

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  13. avatar Mathias sagt:

    I möchte keinen zu nahe treten… es ist sehr traurig und ein großer verlust für die bundeswehr dessen offiziersanwärterin zu verlieren…
    Trotzdem ist dies ein Unfall und kein grund zu Meuterei. Die verantwortlichen für diese tat müssen die höchststrafe erteilt bekommen.
    viele anwärter oder antwärterinnen denken, ein beitritt in die bundeswehr wäre ein gutes bezahltes “SPAß-ERLEBNIS-TRIP für´s leben. Man sollte nicht vergessen, dass dies das Training für den gefürchteten Ernstfall ist.
    Falls diese anwärterin wirklich höhenangst hatte, frag ich mich, warum solch eine person es auf eine dreimast-back geschafft hat. aus vertraulichen informationen weiß ich, dass es sehr schwierig ist ein posten auf der gorch fock 2 zu bekommen.

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  14. avatar Matti sagt:

    Vorweg: Sorry für die Länge des Beitrags. Vielleicht wirft ein Blick von innen ein kleines neues Licht auf ein altes Problem.
    Ich war 1981 als Wehrpflichtiger bei einer Mittelmeerreise der Gorch Fock 4 Monate lang in der Segelcrew. Das Segelschulschiff fuhr zu Windjammertreffs und lief verschiedene Häfen an, um dort in erster Linie zu repräsentieren. Da es für diese Reisen nie genug Offiziersanwärter gab, mussten normale Soldaten aushelfen. Wir wurden nie gezwungen, in die Masten zu klettern, auch nicht indirekt durch Gruppenzwang. Es hieß ganz klar: Wenn du nicht willst, dann brauchst du nicht. Es gab genug Arbeit auf Deck.
    Ich wollte natürlich nach ganz oben, und da hat Jan Recht, das war himmlisch. Da hatte man seine Ruhe. Aber ich bin auch mal beim Aufentern mit dem Fuß abgerutscht und hatte Glück, dass ich mit beiden Händen die Wanten fest gegriffen hatte. Wir waren damals (Jan hat es schon erwähnt) durch einen Strick gesichert, den wir uns per Palstek um den Bauch geknotet hatten und dessen Karabiner auf der Rah in eine Eisenstange eingepickt wurde. Immer, wenn man den Karabiner abnehmen musste, um zum Beispiel zum Mast zu steigen, war es gefährlich. Und während des Auf- und Abenterns in den Wanten konnte man sich überhaupt nicht sichern.
    Im Gegensatz zu Jan fand ich das körperlich nicht wirklich anstrengend. Was in die Knochen ging war das Zerren an Schoten, Geitauen und anderen Tampen während der Segelmanöver. Mit zehn/zwölf Mann an Deck zog man wie blöde, um so eine Riesenrah endlich durch den Wind zu kriegen. Der Bootsmann stand mit der Flüstertüte daneben und brüllte Kommandos. So eine Wende konnte gern mal 20 Minuten dauern.
    Geklaut wurde auch bei uns. Mir hat man nach der Soldauszahlung den Spind aufgebrochen und meinen Monatslohn geklaut. Es gab danach aber eine Sammlung, und ich habe ein paar Mark zurückbekommen.
    Im Mittelmehr in einer Flaute sahen wir mehrere Tage unsere eigenen blauen Müllsäcken hinter uns treiben. Die wurden nämlich einfach über Bord geschmissen. Das ging auch der Schiffsführung auf die Nerven und sie stapelten die Mülltüten in einem der beiden Duschräume. Nun hatten wir halb so viel Platz wie vorher für unsere “Hygiene”.
    Die Nummer mit den Hängematten stimmt, wie Jan sie berichtet. Die Matten wurden zusammengezurrt und in einer Last verstaut. Sie sollten im Notfall als Schwimmhilfe dienen – das hat von uns allerdings kaum jemand geglaubt. Wir hörten das Gerücht, dass mal jemand probehalber eine fest zusammengezurrte Hängematte über Bord geworfen hat. Und – welch Wunder: Sie ist einfach abgesoffen. Soviel zu Theorie und Praxis.
    Im Großen und Ganzen war die Segelei überwiegend langweilig, man litt unter permanentem Schlafmangel und musste stupide Arbeiten verrichten. Ich war richtig glücklich, wenn es stark geweht hat und wir unter wenigen Segeln mächtig Fahrt machten mit 45° Krängung. Oder wenn es irgendwelche besonderen Jobs gab, wie zum Beispiel den vertüdderten Wimpel auf der Royal entknoten. All solche Jobs waren freiwillig. Ansonsten – wie die ganze Bundeswehrzeit – war es insgesamt vertane Zeit, die ich hätte viel sinnvoller nutzen können und sollen. Ich hab zwar eine Reise auf der stolzen Gorch Fock mitgemacht. Dennoch: Empfehlen kann ich es keinem. Und ich war freiwillig dort. Die Kadetten hatten – bis jetzt – keine Wahl. Heute lese ich gerade, dass Guttenberg die “Fucking George” zurückbeordert und den Käptn abgesetzt hat. Vielleicht geht mal wieder ein Ära zu Ende.

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  15. avatar Matti sagt:

    @Birdy: Ach ja, die Weckrufe: “Eine Hand am Sack, eine Hand am Socken, Seemann bleib noch liegen, das war erst das Locken.” 5 Minuten später: “Reise, Reise, AUFSTEHN!” Total sexistisch, oder?

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  16. Pingback: Die Gorch Fock - eine wiedergegebene Meinung | Yachtblick

  17. avatar Zero the Hero sagt:

    Offiziersanwärter hochzujagen, sie körperlich und geistig an ihre Grenzen zu bringen: Das hat durchaus seine Berechtigung.

    Denn sie müssen im Ernstfall wissen, wie sowas ist, wenn sie jemanden in Lebensgefahr bringen müssen (bspw im Kriegsfall).
    Und da ist ein Vorgesetzter, der weiß, wo die Grenzen eines Menschen liegen, weitaus besser als ein Schreibtischoffzier, der alles nur theoretisch gelernt hat und jetzt plötzlich unsinnige oder unmögliche Sachen einfordert.

    Ich erinnere mich an einen Uffz damals, ein Schleifer vor dem Herrn. Aber er konnte (und tat) alles das, was er von uns verlangte, auch selber. Im Ernstfall hätten wir ihm eher getraut als jedem Offizier.

    Nicht die tödlichen Unfälle auf der GF sind das Problem. Das Problem sind anscheinend eher die “wir müssen nehmen, wen wir kriegen können, egal ob er geeignet ist oder nicht”-Zustände sowie eklatante Führungsmängel.

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    • avatar Backe sagt:

      Hi Zero,
      du lieferst da einen ziemlich fatalen Widerspruch in sich… Vorne sagst du, Vorgesetzte müssen für den Ernstfall wissen, wie das ist, jemanden an seine Grenzen zu bringen.
      Aber die Vorgesetzen auf der GF haben ja gerade bewiesen, dass sie eben NICHT wissen, wo die Grenzen ihrer Untergebenen sind. Sonst wären nicht auf der GF in den letzten Jahren 6 Kadetten zu Tode gekommen.
      Auf keinem anderen Marineschiff hat es in friedlicher Verwendung so viele Tote zu beklagen gegeben. Auf keinem deutschen und auch auf keinem einer anderen Nation.

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      • avatar Zero the Hero sagt:

        Es ist eigentlich kein Widerspruch, sondern eine Diskrepanz zwischen SOLL und IST.
        Es sind anscheinend schlechte Vorgesetzte.

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  18. avatar Pamirlover sagt:

    @ Backe: Zugegeben ist es natürlich nicht ohne weiteres möglich, vor der Bewerbung zum Offz- Anwärter abzuschätzen, ob man den Anforderungen des Aufenterns gewachsen ist; insofern stimme ich Dir zu.

    Zum Thema “Pamir” denke ich, daß Kapitäne wie Ballehr und Lehmberg durchaus besser in der Lage waren die Situation zu beurteilen, in denen sich der (neue) Kapitän der “Pamir” seinerzeit befand als dem Seeamtsvorsitzenden Luhmann. Die Voreingenommenheit des Seeamtes zeigt sich nicht zuletzt in den seinerzeitigen Sprüchen, in denen das Seeamt deutlich machte, daß sie der Schiffsführung den Untergang ( nach Meinung des Seeamtes vermeidbar ) der “Pamir” anlastete. Fakt ist, daß ein Seeamt keine juristische Instanz ist, der es erlaubt ist, einen Schuldspruch zu fällen, wobei das Seeamt Lübeck nicht nur genau das getan hat, sondern auch der Familie des Kapitäns und der Reederei Zerssen & Co jede Möglichkeit einer Revision vorenthielt.
    “Pamir” und “Passat” besaßen die höchste Klasse des Germ. Lloyd, Gerste wurde in den Ballasttanks üblicherweise gefahren ( diese waren laut Howaldtswerken auch für genau diese Verwendung ausgelegt!! ), die Segelführung entsprach gängiger Praxis und di Beibehaltung des Nordkurses war die einzig richtige Handlungsweise, da sich das Schiff beim Beidrehen oder Lenzen zuletzt auf dem falschen Bug direkt auf der Bahn des Hurrikansd befunden hätte, dessen Viertel ( fahrbares bzw. nichtfahrbares ) auch noch nicht der gängigen Orkankunde entsprachen wie auch seine unübliche Bahn…
    Aber dieser Streit schwelt seit über 50 Jahren und ändert an der Konsequenz nichts… das Schiff ist gesunken.
    Dennoch hoffe ich, daß der Verteidigungsminister die “Gorch Fock” jetzt nicht stillegt, denn das wäre genau das falsche Signal.

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