SR-Kleinkreuzer-Test: Die Virgin Mojito 650 bringt den Speed der Minis ins Fahrtensegeln

Mini-Feeling für Innovative

Die Maxi 650 zeigte einen der ersten Scow-Rümpfe in der Mini-Klasse. In der Version als Virgin Mojito 650 können auch Fahrtensegler von dem runden Bug profitieren

Der Scow-Rumpf rutscht über die Wellen und segelt kursstabil © François van Malleghem

So ganz neu sind Scow-Rümpfe im modernen Segelsport sicherlich nicht mehr. Dennoch fällt der runde Bug der Virgin Mojito 650 neben den anderen Booten im Hafenbecken von La Rochelle auf.

Die Erwartungen sind groß. Auf einem Prototypen mit Scow-Rumpf gewann der Konstrukteur und Segler David Raison die Mini-Transat 2011. Seit 2017 wird bei IDB Marine die leicht modifizierte und erfolgreiche Serienversion Maxi 650 gebaut. Deren Rumpf stellt die Grundlage für die Virgin Mojito 650 dar.

Mini für Nachhaltigkeit

Der Name Virgin deutet darauf hin, dass für den Rumpf, das Deck und die Strukturen der Virgin Mojito 650 Flachsfasern verwendet werden. Der naturfaserverstärkte Kunststoff (NFK) soll den CO2-Fußabdruck beim Bootsbau reduzieren.

Das Wort Mojito verweist auf den werfttypischen stufenförmigen Aufbau. Er kommt auch bei den größeren Modellen zum Einsatz und schafft Volumen unter Deck. Bei den anderen Seglern steht die flachere Malango-Variante zur Verfügung, das ist hier nicht der Fall.

Wenn sie nicht Höhe kneifen muss, gleitet die Virgin Mojito 650 los © François van Malleghem

Die Scow-Form soll Formstabilität bringen, vor allem im Vorschiff. Außerdem ist der eingetauchte Teil des Rumpfs fast symmetrisch und seine Mittellinie verläuft annähernd parallel zur Mittschiffslinie.

Die Effekte sind unter Segeln deutlich zu spüren: Die Virgin Mojito 650 segelt sehr kursstabil, fast wie auf Schienen. Für eine Kursänderung muss man fast Kraft aufwenden. Auch kräftige Böen steckt der Rumpf locker weg. An der Kreuz knallt die Scow allerdings zuweilen ziemlich in die Welle.

Kleinkreuzer mit Kraft

Trotzdem kommen wir hoch am Wind auf 5,5 Knoten Geschwindigkeit. Mit einem kleinen Schrick in den Schoten macht das Segeln noch deutlich mehr Spaß. Die Virgin Mojito 650 nimmt die Wellen leichter und erreicht ihre Rumpfgeschwindigkeit.

Mit ausreichend Leeraum können wir noch weiter abfallen, den Bugspriet ausfahren und den Gennaker ziehen. Mit 9 bis 10 Knoten ballert das Boot über die Wellen. Gischt spritzt und rauscht. Man hört und spürt die Kraft im Boot.

Infos zur Virgin Mojito 650

Konstruktion: David Raison
Werft: IDB Marine
CE-Kategorie: C
Länge über alles: 6,5 m
Rumpflänge: 6,5 m
Wasserlinie: 6 m
Breite: 3 m
Tiefgang: 0,8 m – 1,85 m
Verdrängung: 1,2 t
Ballast: 0,4 t
Segelfläche am Wind: 38 qm
Asymmetrischer Spinnaker: 64 qm
Kojenzahl: 4
Motor: Außenborder
Preis: ab 90.090 Euro (inkl. MwSt.)

Werft und Kontakt:
IDB Marine
E-Mail: info@idbmarine.com
Web: www.idbmarine.com

Die Crew sitzt beim Steuern ausgesetzt auf dem Seitendeck. Bügel dienen als Fußrasten. Sie sind auf Gummifüßen montiert, so dass sie bei Nichtgebrauch senkrecht an der Ducht stehen – kaum Stolpergefahr.

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