Stauseen: Aufatmen für die Binnensegler – Bis zur nächsten Ebbe

"Trockene Sommer werden häufiger"

Es geht aufwärts für die Segler der Binnenseereviere. Die jüngsten Niederschläge haben die Pegel für deutsche Stauseen steigen lassen. SR fragte beim Rurverband nach den Aussichten für 2019.

Sorpetalsperre

So soll es sein. Die Sorpetalsperre gut gefüllt. © Ruhrverband

Der trockene Jahrhundertsommer im vergangenen Jahr war zwar für Sonnenanbeter perfekt, für die Segler auf den deutschen Stauseen aber eher von Nachteil. Laut dem Ruhrverband, der für die Talsperren an den Segelrevieren Möhne, Bigge und Sorpe zuständig ist, lag der Füllungsstand der Stauseen nach dem vergangenen Sommer bei unter 50 Prozent. Die Seen waren 2018 so leer wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. Das Video vom Flug über die leeren Seen war erschreckend.

Die Folgen der Trockenheit an den Stauseen waren unübersehbar: hohe Ufer durch den tiefen Wasserstand und damit verbundene ungünstige Windbedingungen, wenig Wasser und lange Wege zu den Stegen. Auch beim Finale der Jugend Segel-Bundesliga an der Bigge-Talsperre fehlte es an Wasser.

Viel Land, wenig Wasser, aber genug Platz für Liga-Rennen auf der Bigge zum Ende der Saison 2018 © DJSL

Die Segler der Binnenlandreviere hofften auf ein regenreiches Winterhalbjahr, das den Wasserpegel der Stauseen wieder ansteigen lässt. Und besonders ein niederschlagreiches Wochenende im Februar kam da gerade recht.

Der Wasserpegel an der Sorpetalsperre kletterte deutlich bis auf rund 66 Prozent des Vollstaus an. Langsam, aber sicher geht es weiter aufwärts mit dem Wasserstand, und die Segler können auf einen Saisonstart mit besseren Bedingungen als im Vorjahr hoffen.

Keine Garantie für gute Segelsaison

Aktuell sind laut Ruhrverband knapp 85 Prozent des Vollstaus der Stauseen erreicht. „Wir haben wieder aufgeholt und erwarten im März einen Füllstand wie zur gleichen Zeit im Vorjahr“, sagt die stellvertretende Pressesprecherin des Ruhrverbandes Britta Balt. Das würde aber noch keine Prognosen für die kommende Segelsaison zulassen, schränkte sie ein. „Wir sind auch 2018 im Frühjahr sehr komfortabel gestartet. Wie schnell sich die Situation ändern kann, hat der vergangene Sommer gezeigt. Das hängt ganz vom Wetter ab“, betont sie.

Derzeit stünde das Gesamtsystem der Stauseen wieder bei 100 Prozent des Normalstandes. Lediglich die Sorpe läge noch im langjährigen Mittel 15 Prozent unter dem für die Jahreszeit üblichen Stand. Die momentane Grundtendenz: Die Binnensegelreviere füllen sich langsam wieder. Beginn der von Wassersportlern lang erwarteten Aufstauphase war ein nasser Jahresbeginn mit einer Niederschlagsmenge, die im Januar um 57 Prozent über dem üblichen Wert lag. Momentan ist beim Wasserstand der Segelreviere auf den Stauseen ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Ob es dabei bleibt, wird die Wetterentwicklung im Jahresverlauf zeigen.

Britta Balt vom Ruhrverband befürchtet jedoch, dass der „Jahrhundertsommer“ keine Ausnahme bleibt. „Solche Sommer wie im Vorjahr werden mit Sicherheit zunehmen“, spielt sie auf die Folgen des Klimawandels an. Das würde bedeuten, dass die Segler auf den Stauseen sich eventuell an niedrige Wasserstände durch Trockenheit gewöhnen müssten.

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