Stauseen: Flug über die leeren Talsperren im Binnenland – Hoffen auf Regen

Die große Ebbe

Schon beim Finale der Jugend Segel-Bundesliga an der Bigge-Talsperre war das fehlende Wasser ein Problem. Ein erschreckendes Video zeigt, wie sehr alle NRW-Stauseen in dieser Saison betroffen sind.

“Der Biggesee ächzt unter der Trockenheit des Jahrhundert-Sommers”, sagte Joachim Hellmich, Projektleiter für die Jugend Segel-Bundesliga beim Finale. “Das Spielfeld lag 14 Meter tiefer als normal.” Und die Lage ist nicht besser geworden. Laut aktuellem Lagebericht des Ruhrverbandes, der für neun Talsperren zuständig ist und besonders für die wichtigen Segel-Reviere Bigge, Möhne und Sorpe liegt der Füllungsstand der Stauseen bei 43,2 Prozent. Und die Tendenz ist weiterhin fallend.

Biggesee

Viel Land, wenig Wasser, aber genug Platz für Liga-Rennen an der Bigge. © DJSL

Die Talsperren im Harz sind teilweise nur noch zu 23 Prozent gefüllt. So leer waren einige Seen seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. Und im Moment sieht es auch nicht so aus, als würde sich der Trend in den nächsten Wochen umkehren.

Braune Ufer und wenig Wasser an der Sorpe-Talsperre.

Wie schwer es die Segler in dieser Saison hatten, zeigt der Drohnen-Überflug. Wenig Wasser, hohe Ufer und lange Wege zu den Stegen. Auch der Wind hat bei diesen Bedingungen naturgemäß mehr Schwierigkeiten, die Wasserfläche zu erreichen.

Im Binnenland hofft man jetzt auf Regen in den Wintermonaten. Damit sich die Seen wieder füllen und die Vorfreude auf die nächste Saison steigt.

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3 Kommentare zu „Stauseen: Flug über die leeren Talsperren im Binnenland – Hoffen auf Regen“

  1. avatar Detlef sagt:

    Und irgendwie sensationell, wie schlau unsere Vorväter waren, die Speicher *überhaupt* mit so einem gigantischen Aufwand anzulegen – und heute heult man rum, wenn z. B. Infrastruktur geschaffen werden soll, um Ökostrom durchs Land zu transportieren …

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 1

  2. avatar Geronimo sagt:

    Die leeren Talsperren muss man schon etwas differenzierter betrachten. Für mich sind sie eher ein Zeichen mangelnder Schlauheit.

    Infolge der Untätigkeit von Politik und Verwaltung steuern wir ungebremst in eine Katastrophe hinein.

    Massnahmen zur Begrenzung unseres Wasserverbrauches werden nach Merkel-Manier mangels einer vorausschauenden Politik aber erst getroffen, wenn die Katastrophe da ist. Dann ist es jedoch zu spät.

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    • avatar Daisy sagt:

      Deutschland war bisher eines der wasserreichsten Länder der Welt, es gab also keinen Grund zu sparen. Das sieht für die Zukunft aber offenbar anders aus. Ein majores Problem bleibt kurzfristig schwer zu lösen: Das Abwassersystem (Bsp: Toilettenspülung) ist auf die alten Mega-Wasserspülklos ausgelegt und funktioniert mit den geringen Wassermengen der Spartoiletten nicht richtig.

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