Superyacht Crash: 90-Millionen-Yacht zerlegt Bootshafen – Fender kann Unfall nicht verhindern

Sportlicher Anleger

Da ist ein Anleger mächtig in die Hose gegangen. Die 77 Meter lange Motoryacht “Go” schreddert durch den Hafen und zerstört die Steganlage des St. Maarten Yacht Clubs.

Auf dem Vordeck sieht noch jemand das Unheil kommen. Er hantiert mit dem riesigen Fender, schafft es schließlich ihn über die Reling zu wuchten und dann baumelt er etwa auf Masthöhe der Jollen, die auf dem splitternden Holzsteg liegen.

Die 77 Meter Yacht “Go” kracht in die Anlage des St. Maarten Yacht Clubs, zerstört Slipbahn und Stege. Verletzt wird niemand. Nahezu in Zeitlupe schiebt sich das gut 2000 Tonnen schwere Schiff inklusive Pool, Aufzug, Helideck, Beach Club, Fitnessstudio Dampfbad und Krankenabteilung auf das Gelände des Clubs.

Auf dem Vordeck hantiert noch jemand mit dem riesigen Fender (Kreis). Vllt hätte es geholfen, wenn er schneller gewesen wäre 🙂

Die 18-köpfige Crew ist hilflos. Später heißt es, eine Computer-Fehlfunktion hat zu dem Unfall geführt. Offenbar konnte das Schiff aber aus eigener Kraft zum eigentlich vorgesehenen Liegeplatz in der Ile de Sol Marina fahren.

Für den Yacht-Club bedeutet der Schaden “einen massiven Einkommensverlust in einer ohnehin schon sehr schwierigen Zeit”, wie ein Clubmanager dem Daily Herald berichtet. Es sei noch nicht klar, wie viele Pfähle ersetzt werden müssen. Die Reparatur könne Monate dauern. “Die Finanzierung ist die große Herausforderung für uns und wir wissen noch nicht, ob uns die Versicherung der Yacht helfen wird.”

Die “Go” wurde 2014 für einen geschätzten Preis von 90 Millionen US-Dollar bei der türkischen Werft Turquoise Yachts für den im Oman ansässigen Milliardär Mohammed Al Barwani gebaut. Inzwischen soll der in der Schweiz lebende Heidelberger Hans Peter Wild Eigner sein.

Der 79-Jährige wird auf der Forbes Liste mit einem Vermögen von 3,3 Milliarden Dollar geführt. Er machte sein Vermögen insbesondere mit der Getränkemarke Capri-Sonne, für die er 1979 große Aufmerksamkeit generierte als er einen spektakulären Werbeträger verpflichtete: Boxweltmeister Muhammad Ali.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

4 Kommentare zu „Superyacht Crash: 90-Millionen-Yacht zerlegt Bootshafen – Fender kann Unfall nicht verhindern“

  1. avatar Fritz sagt:

    “Die Finanzierung ist die große Herausforderung für uns und wir wissen noch nicht, ob uns die Versicherung der Yacht helfen wird.”

    Die Versicherung und der Eigner würden ne Klage an den Arsch bekommen das die im Leben nicht mehr froh werden wenn die für die Dummheit des bekifften Kapiten nicht aufkommen. Wer so einen riesen Haufen Scheiße baut der muss auch dafür blechen. Einmal für den ganzen Schaden und für den Einkommensverlust. Dafür ist ne Versicherung eben da und wenn die Fahrlässigkeit beweisen kann muss eben der “arme” Eigner es aus eigener Tasche bezahlen. Sollte bei dem Vermögen kein großer Verlusst sein. Naja und der Kapitain bekommt bei der nächsten Ausfahrt über den Pazifik dann einmal Betongschuhe und kann ne runde Schwimmen gehn. Nen Computer fehler ja ne ist klar, deshalb fahr ich auch gleich 2x mit voller WUcht in den Hafenbereich oder wie?

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    • avatar Wolfram Eckert sagt:

      Toller Beitrag, Fritz.
      Was sollte die Welt ohne informierte, reflektierte und stilvolle Intelligenzbestien wie Sie wohl machen.

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  2. avatar Frank Dreesbach sagt:

    18 Mann, alle dicht? Und nur einer stehfähig? Dass der Computer dafür verantwortlich sein soll, dass a) der falsche Hafen angelaufen wurde und b) zweimal voraus gedüst werden musste, ist aber auch kaum zu glauben.

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