Superyacht: “Grüner” 200 Fußer von Philippe Briand – Autark mit Unterwasserturbinen

3000 Quadratmeter Segelenergie

Eigentlich geht der Trend in der Superyacht-Branche eher zum noch größeren Motorboot. Aber Designer Philippe Briand zählt darauf, dass saubere Segelenergie eine Chance bekommt. Dafür hat er die SY200 gezeichnet, einen 60 Meter-Segler als Selbstversorger.

Ein Mann am Steuer, ein Boot. Briand-Vision der SY200. © Philippe Briand Design

Der britische Yachtdesigner Philippe Briand hat mit der SY200 ein neues Segel-Superyacht-Konzept vorgestellt. Der 200 Fußer soll völlig autark in Bezug auf den Energiebedarf sein und bei optimalen Windbedingungen eine Leistung von 2.000 KW erzeugen. Die SY200 soll einen Teil der kinetischen Energie durch Unterwasserturbinen während des Segelns generieren.

Die Eignerkabine mit Zugang zum Achterdeck. © Philippe Briand Design

“Ich glaube, wir müssen ‘querdenken’, wenn es um die Zukunft des Segelyachtdesigns geht”, sagt Briand in einem Statement. “Wir wollen mit den Eignern zusammenarbeiten, um die perfekte Maschine für erneuerbare Energien zu schaffen. Sie soll nur Wind, Wasser und Sonnenenergie für den Betrieb der Yacht nutzen.”

Die SY200 soll eine maximale Geschwindigkeit von über 20kt erreichen, und dabei können die 20 Tonnen schwere Batteriebank durch Hydrogeneratoren, die bei schnellen Rennyachten längst im Einsatz sind, geladen werden. Durch die immense Größe und die schnellen Linien der Briand-Vision soll die Effizienz besonders groß sein.

83,5 Meter langer Kohlefasermast. © Philippe Briand Design

Bei einer Geschwindigkeit von 15 Knoten soll die Superyacht die Hälfte ihres Energiebedarfs aus den Turbinen decken können. Das entspräche der Leistung eines 500kW Generators. Dafür muss allerdings ein 83,5 Meter langer Mast gestellt werden, an dem am Wind 2000 Quadratmeter Segelfläche gesetzt werden – vor dem Wind sind es 3000 Quadratmeter.

2000 Quadatmeter Segelfläche am Wind. © Philippe Briand Design

Auf Luxus soll das Schiff derweil nicht verzichten. Das würde bei der potenziellen Zielgruppe wohl auch nicht gut ankommen. Designmerkmal ist das große Hauptwohndeck, das sich zu 80 Prozent über die Länge der Yacht auf einer Ebene streckt. Das Cockpit wird durch ein gläsernes Hardtop geschützt. Im Inneren befinden sich Kajüten, die Platz für 14 Gäste bieten sollen. Die Eignersuite weist einen direkten, privaten Zugang zum Meer auf.

Briand hatte vor gut einem Jahr schon mit dem Entwurf der 90 Meter langen SY300 Ketsch für Aufsehen gesorgt, die ebenfalls auf Hydrogeneratoren setzt. Einen Auftrag konnte er bisher noch nicht abschließen.

Freier Blick nach vorne für den Steuermann. © Philippe Briand Design

Gläsernes Hardtop über dem Cockpit. © Philippe Briand Design

© Philippe Briand Design

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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