Superyacht-Unfall: Baltic “My Song” in Palma angekommen – Traurige Bilder vom Havaristen

Trauriges Bild

Der 30-Millionen-Havarist “My Song” ist im Hafen von Palma de Mallorca angekommen. Zahlreiche Bilder lassen den traurigen Zustand der ehemaligen Traumyacht erkennen.

“My Song”-Rumpf im Travel-Lift. Schwere Schäden an der Außenhülle. Der Kiel ist demontiert.

Luftsäcke verbessern den Auftrieb im Vorschiff von “My Song”. Offenbar ist immer noch sehr viel Wasser im Schiff.

Ob das noch einmal etwas wird? “My Song” ist per Schlepp im sicheren Hafen von Palma angekommen. Ruhiges Wetter half bei der Rettungsoperation. Zwei gelbe Luftsäcke halten das Vorschiff der Superyacht über Wasser. Der auf einen Wert von 30 Millionen Euro geschätzte Monohull des italienischen Milliardärs Loro Piana (67) verfügt offenbar noch kaum über Auftrieb. Das Wasser schwappt schon fast Oberkante Unterlippe über das Deck.

“My Song” wird für den Lift präpariert.

Dabei ist nicht klar, was mit dem Rigg passierte. Bilder von der Beladung des Frachters zeigen, dass Segelyachten auch aus Platzgründen – das Rigg von “My Song” ist 56 Meter hoch – üblicherweise mit stehendem Mast transportiert werden. Sollte nach dem Unfall jemand vom Begeleit-Team auf die verloren gegangene Yacht übergesetzt und das Rigg entfernt haben? Und wie ist es zum offensichtlichen Wassereinbruch gekommen? Haben im Wellengang schlagende Riggteile den Rumpf beschädigt, oder war es die Kollision mit dem Frachter beim Sturz von Deck?

YCCS/StudioBorlenghi

Diese Fragen werden die Gutachter beantworten müssen. Nach der genaueren Schaden- und Kostenermittlung dürfte die Entscheidung getroffen werden, wie und ob sich der Weiterbetrieb für Loro Piana lohnt.

My Song

Loro Piana bekommt 2018 die RORC -Trophäe nach dem Transatlantik-Sieg überreicht. © RORC/Arthur Daniel

Aber für den Italiener ist “My Song” nicht einfach ein Schiff von der Stange. Er hat in den vergangenen drei Jahren schon einige schöne Momente mit seiner Traumyacht erlebt. Neben den Siegen unter anderem bei der eigenen Maxi-Regatta und der Auszeichnung 2017 bei den World Superyacht Awards als beste Segelyacht von 30 bis 39,9 Metern gewann er mit dem Schiff  2018 das RORC Transatlantic Race in neuer Bestzeit. Es bewältigte die 3000 Meilen, von den Kanarischen Inseln bis Grenada in etwas mehr als 10 Tagen und war damit 1 Stunde und 20 Minuten schneller als der bisherige Rekordhalter im Jahr 2015, der französische 100 Fußer “Nomad IV”.

“My Song ” in besseren Tagen. © YCCS/StudioBorlenghi

Hilfreich für die Rettung von “My Song” ist der Unglücksort. Auf Mallorca ist die passende Infrastruktur für Superyachten dieser Art vorhanden. Und das gilt beileibe nicht für alle Orte auf dieser Welt. Was passiert, wenn eine Havarie dieser Größenordnung im Atlantik passiert hat das Schicksal der “Banque Populaire” gezeigt, die nach dem Schlepp durch rauhe See nur noch als Wrack geborgen werden konnte. 

Nach dem Unfall stellt sich auch die Frage nach Sicherheit von Yachttransporten. Schließlich gehen nicht nur Yachten, sondern insbesondere offenbar immer mehr Container bei starkem Seegang über Bord. Vor diesem Hintergrund ist es erklärbar, dass die Transportfirma Peters & May so ungewöhnlich schnell und ausführlich Stellung zum Unglück genommen hat.

Es besteht die große Angst, dass der der Transport von Yachten auf Frachtschiffen im Zuge des Unfalls in Verruf gerät. So betont Peters & May das diese Art der Überführung “nach wie vor eine der sichersten und kostengünstigsten Lösungen, wenn er von einem renommierten Unternehmen durchgeführt wird.”

Wie luxuriös ist der Huckepack-Transport?

Tatsächlich scheint es gar nicht so abwegig oder luxuriös zu sein, ein Segelschiff auf ein Motorschiff zu stellen und es über eine weite strecke zu transportieren. Zumindest die Kostendifferenz zwischen segeln lassen und Huckepack-Fahrt soll nicht so weit auseinander liegen, wie eine Untersuchung der Zeitschrift Yachting World aus 2017 egeben hat:

Demnach wurden Angebote für eine Jeanneau Sun Odyssey 44DS mit einem Wert von £250,000 eingeholt für die Reise von Antigua nach Palma im Anschluss an die Antlantic Rally for Cruisers.

Die Kosten per Frachter sollen £12.900 betragen haben, einschließlich Versicherung und Miete eines Transportgestells. Für eine Fremd-Überführung wurden fällig: 8.500 £ ohne Treibstoff (geschätzt auf 1.400 £), Hafengebühren (250 £) und Rückflüge für drei Besatzungsmitglieder nach Großbritannien (1.800 £), also insgesamt 11.950 £. Diese Angaben können möglicherweise einen Anhaltspunkt dafür geben, wie die Rechnung auch bei einer Superyacht aussieht.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Superyacht-Unfall: Baltic “My Song” in Palma angekommen – Traurige Bilder vom Havaristen“

  1. avatar Dagmar unkel rein sagt:

    Dem eigner ist sicher nicht wohl zumute gerade?..wir fühlten uns ähnlich..als vor drei jahren jemand schändlich unser weinhaus firma auto brandgestiftet hat…Wer hilft uns denn? Die versicherung und der ganze ort haben uns im brandschutt monate sitzen lassen…und bis heute den schaden nicht komplett reguliert trotz neuwertversicherung…wir suchen dringen noch spender für kredite und wiederaufbau..

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