Technik-Fundstück: Das „Falkirk Wheel“ hebt Boote nach dem Riesenradprinzip

Halbe Umdrehung

Das Rotationsprinzip im Schnellverfahren:

Das weltweit einmalige Schiffshebewerk ist seit 2002 in Schottland im Betrieb, verbraucht nahezu keinen Strom und zählt mittlerweile zu den größten Touristenattraktionen des Landes.

Schiffshebewerke faszinieren. Egal wo man weltweit Höhenunterschiede auf Wasserstraßen überwinden will, schauen Tausende Menschen staunend zu, mit welch findigen Tüfteleien die Ingenieure die Schiffe von unten nach oben und von oben nach unten bringen.

Der Fantasie sind dabei nur wenige technische Grenzen gesetzt – die tollsten Konstruktionen gibt es mittlerweile: Da werden Schiffe vertikal, hydraulisch, mit Gegengewicht, längs, quer und mit einer Rotationsförderung transportiert.

Letztgenanntes Prinzip ist jedoch einmalig auf der Welt: 2002 von der Queen in Betrieb genommen, nutzt das „Falkirk Wheel“ in Schottland das Rotationsprinzip ähnlich wie das Riesenrad.

Als Teil des Kanal-Systems „Millenium-Link“, das Schottland von Ost nach West durchquert, ersetzt das „Falkirk Wheel“ eine Schleusentreppe von elf Schleusen – mit einer halben Umdrehung.

Eine der größten Attraktionen Schottlands © falkirk

Eine der größten Attraktionen Schottlands © falkirk

Verbraucht kaum Strom

Mit der 35 Meter hohen Rotationsschleuse werden 24 Höhenmeter überwunden; zwei Gondeln (oben und unten) haben jeweils 50 Tonnen Masse und tragen 250 Tonnen Wasser; 1.200 Tonnen Stahl wurden verbaut, 14.000 Schrauben eingedreht, Tausend Personen arbeiteten an diesem schon rein optisch verblüffenden Schiffshebewerk. Kosten: 17, 5 Millionen Pfund. Beeindruckend: Das Prinzip der Rotation verbraucht hier nur sehr wenig Strom: 1, 5 kW/h pro halber Drehung.

Wie bei allen „Nasshebewerken“ (wenn also die Schiffe in ihrem Element bleiben) verdrängen die Boote genauso viel Wasser, wie sie wiegen (Archimedisches Prinzip). Soll heißen: Selbst wenn in der gegenüberliegenden, wassergefüllten Gondel kein Schiff ist, bleibt das „Gegengewicht“ für den Rotationseffekt aufgrund der Wassermenge in der „leeren“ Gondel erhalten.

Motoren sind dennoch notwendig, um den Reibungswiderstand zu überwinden.

In den Gondeln des „Falkirk Wheels“ werden jedoch nur kleinere, eher schmale Schiffe (meist Ausflugsboote und kleinere Fähren) transportiert. Das Prinzip hat sich , trotz seiner spektakulären Exotik als wenig störanfällig erwiesen. Und zieht jedes Jahr Hunderttausende Touristen an…

Website Falkirk Wheel

Hier die Rotation nahezu in Echtzeit

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