Tierschutz: Technologie-Unternehmen entwickeln Roboter-Delfin – Einsatz in Meereszoos?

Robo-Flipper

Gemeinsam mit einem neuseeländischen Unternehmen entwickelte die amerikanische Firma „Edge Innovations“ einen Roboter-Delfin, der von seinen lebenden Vorbildern kaum zu unterscheiden sein soll. Tierschützer werben auch in Deutschland bereits für den Einsatz der Hightech-Maschinen, die allerdings mehrere Millionen Euro pro Exemplar kosten.

Wer als Segler einmal von wilden Delfinen begleitet wurde, hat meist eine etwas andere Beziehung zu den neugierigen und sozialen Meeressäugern als so manche Landratte. Nicht umsonst war es Weltumsegler Rollo Gebhard, der 1991 die erste deutsche Meeresschutzorganisation gründete, die sich für den Schutz der Delfine einsetzte. Dass Delfine unter nicht-artgerechten Bedingungen als Touristenattraktion in Wasserparks gehalten werden, wird seit Jahrzehnten aber nicht nur von Tierschützern kritisiert.

Um das Leiden solcher Tiere zu beenden, haben eine neuseeländische und eine US-amerikanische Firma gemeinsam einen Roboter-Delfin entwickelt, der die in Gefangenschaft lebenden Tiere ersetzen soll. So berichten sie es zumindest selbst. Der 270 Kilogramm schwere Prototyp sei teilweise autonom, teilweise aber auch ferngesteuert. Als Vorbild diente ein jugendlicher Großer Tümmler, dem etwa der Körperbau, die Hautstruktur und die Bewegungen nachempfunden sind. Der Roboter sehe aber nicht nur täuschend echt aus, sondern interagiere auch mit Menschen. Bis zu zehn Stunden soll der Delfin mit einer Batterieladung schwimmen können und insgesamt zehn Jahre im Salzwasser überstehen.

Wenn es nach den Entwicklern geht, sollen die Roboter-Delfine schon bald in Zoos, Aquarien und Themenparks in China und den USA umherschwimmen. Auch einen Einsatz im Rahmen von Therapien und Filmproduktionen halten sie für denkbar. Allerdings kostet ein Exemplar etwa 23 Millionen Euro. „Radio New Zealand“ berichtet, dass das Team derzeit nach einer Möglichkeit suche, die Delfine in Serie zu produzieren.

Die nicht unumstrittene Organisation „People for the Ethical Treatment of Animals“ (PETA) sprach sich bereits für den Einsatz der Roboter aus und verlieh den Erfindern in den USA im Juni sogar den „Innovator for Animals Award“. Die Zoos in Duisburg und Nürnberg wurden gerade erst von PETA dazu aufgefordert sich, sich Roboter-Delfine anzuschaffen und die echten in eine betreute Bucht im Meer zu entlassen. Die Reaktion fiel nicht gerade begeistert aus. Der Nürnberger Tiergarten teilte der Idee bereits eine Absage und verwies unter anderem auf die Rolle von Zoos im Tierschutz.

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